Kognitive Verhaltenstherapie Einführung für Heilpraktiker Psychotherapie: Was Sie für die Diagnose nach ICD-10 brauchen

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Vor Ihnen sitzt eine 67-jährige Patientin, die mit weinerlicher Stimme klagt:

“Ich möchte morgens nicht aus dem Bett, weil ich keinen Sinn darin sehe.

Den ganzen Tag habe ich zu nichts Lust.

Ich fühle mich allein, von allen verlassen und sehr traurig.”

Wie können Sie jetzt als Heilpraktiker für Psychotherapie vorgehen? 

Von der Symptomatik zur psychotherapeutischen Behandlung

Die meisten frischgebackenen Heilpraktiker für Psychotherapie würden wahrscheinlich am liebsten gleich mit dem Therapieren anfangen  :-D

Wenn Sie psychische Störungen jedoch ohne eine systematische Vorbereitung behandeln, ist die Gefahr groß, dass beispielsweise wichtige Symptome übersehen werden, eine ungenaue Diagnose erstellt wird und ein unzureichender Behandlungsplan entwickelt wird. 

Die folgende Therapiestruktur innerhalb der wissenschaftlich anerkannten Verhaltenstherapie bietet einen groben, aber bewährten Ablauf für den psychotherapeutischen Prozess:

  1. Daten erfassen (z.B. mittels Anamnese, Psychopathologischen Befund, Verhaltensbeobachtung, Tests, Verhaltensanalyse) 
  2. Diagnose laut ICD-10 erstellen
  3. Therapieziele vereinbaren
  4. Behandlungsplan erstellen
  5. Und jetzt kann’s endlich losgehen  :-)

Wie erstelle ich die richtige Diagnose?

Um weitreichende Diagnosefehler in Ihrer psychotherapeutischen Praxis zu vermeiden, hat sich die folgende Vorgehensweise in der Praxis bestens bewährt:

1. Symptome erfassen (z.B. Psychopathologischer Befund)

2. Syndrom erstellen (zusätzliche Informationen zur Ursache und Entstehung der Symptomatik erfassen, z.B. durch Biografische Anamnese, Krankheitsanamnese,  Verhaltensanalyse)

3. Diagnose nach der ICD-10 erstellen

Denken Sie daran, umso genauer die Diagnose, desto besser können Sie die Therapieziele und den Behandlungsplan auf Ihren Klienten individuell zuschneiden.

Der Kleine KVT Boss: Folien zur ersten Sitzung zum Herunterladen und Ausdrucken

Hier können Sie sich die Folien zum “Kleinen KVT Boss” Video im praktischen PDF Dateiformat zum Ausdrucken herunterladen:

Ökologischer Hinweis: Sie können in Ihrem Druckertreiber den Ausdruck des Handouts so einstellen, dass Sie 4 Folien auf jeweils 1 Seite drucken. Die Lesbarkeit und Übersichtlichkeit ist nach wie vor gut und Sie tragen durch diese kleine, bewusste Aktion auch dazu bei, unsere kostbaren Wälder zu schützen.

Manche Druckertreiber erlauben es auch, die Vorder- und Rückseite zu bedrucken. Was natürlich den Papierverbrauch noch weiter verringert. Wir empfehlen ebenfalls, nur recyceltes Papier zu verwenden, welches auch in weißer Farbe erhältlich ist.

Oder Sie zumindest darauf achten, dass Ihr Papier das Umweltsiegel Blauer Engel (= Umweltzeichen des Umweltbundesamtes) trägt.

DANKE!

Die ICD-10 sagt, dass Erna eine Depression hat

Wichtiger Hinweis: Bitte klären Sie bei einer depressiven Episode immer die Suizidalität ab!

Um das Video zu starten, klicken Sie auf den Wiedergabeknopf oder auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren.

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Unsere nächste praktisch gemachte und integrative
Kognitive Verhaltenstherapie Ausbildung startet
wieder Mitte November 2017.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Kognitiver Verhaltenstherapie. Sie zeigt auf ihrer Selbsthilfe-Webseite anderen Menschen, wie sie wieder "Boss im Kopf" werden können. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich und unterstützt den Tierschutz.

P.S.
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P.P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

Kommentare

  1. Manuela  am  01.11.15:

    Liebe Frau Luschas,
    i. o. Beitrag erwähnen Sie die Testpsychologischen Methoden (SCL-90-R) die “erhoben werden”. Wie gehe ich speziell i.d. mündl. Prüfung damit um, denn normalerweise gehört die Anwendung von Tests (… und deren Auswertung) nur in qualifizierte (geschulte Fachleute)Hände. Das heißt jedoch, dass ich keinerlei Tests (seien sie auch noch so einfach) anwenden darf, wenn ich darin nicht besonders geschult bin.
    Wie äußere ich mich gerade in der mündl. Prüfung dazu??
    Liebe Grüße Manuela

    • Franziska Luschas  am  02.11.15:

      Hallo Manuela,

      Sie haben Ihre Frage praktisch schon selbst beantwortet :-)

      Ich habe einige Tests angeführt, weil ich von einigen Prüflingen erfahren habe, dass manche Prüfer in der mündlichen Überprüfung danach fragen.

      Zum Beispiel kann es hilfreich sein, wenn Sie wissen, was ein Mini-Mental-Status-Test oder das Beck-Depressions-Inventar nach Beck ist und wozu sie in der Regel eingesetzt werden.

      Anhand vergangener Gedächtnisprotokolle kann man oftmals schon sehen, ob und wie tief die Prüfer nach dieser Thematik fragen.

      Ich wünsche Ihnen noch ein spannendes und erfolgreiches Lernen.

      Viele Grüße aus dem nebligen Cuxhaven

  2. Alexandra  am  06.09.15:

    Hallo Frau Luschas,
    bei mir ist folgende Frage aufgetaucht:
    In obigem Video stellen Sie am Beispiel “Erna” die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode.
    Im Zuge meiner Prüfungsvorbereitung für HPPsych bin ich immer wieder darauf hingewiesen worden, daß wir als Heilpraktiker für Psychotherapie nur leichte depressive Episoden behandeln dürfen und dies auch nur dann, wenn es sich um eine einmalige Episode handelt. In allen anderen Fällen dürfen “wir” lediglich supportiv und begleitend mit der Person arbeiten, es darf jedoch keinesfalls eine psychotherapeutische Behandlung stattfinden, schon gar nicht aufdeckend.
    Diesen Unterschied machen Sie in Ihrem Lehrvideo nicht, wenn ich es richtig verstanden habe. Auch kann eine Verhaltensanalyse doch durchaus als “aufdeckend” gelten, oder nicht?
    Könnten Sie dazu etwas sagen?
    Viele Grüße, Alexandra
    PS Vielen Dank für das tolle Lernprogramm! : )

    • Franziska Luschas  am  06.09.15:

      Hallo Alexandra,

      vielen Dank für Ihr Lob über unser Online Lernprogramm :-)

      Das “Erna”-Video dient als Beispiel für das methodische Vorgehen im Rahmen der Kognitiven Verhaltenstherapie und kommt aus meiner praktischen Tätigkeit vor dem Hintergrund meiner Ausbildung zur psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Verhaltenstherapie.

      Deshalb kommt für mich keine rechtliche Analyse in Frage, weil das durch meine Ausbildung am IVS in Fürth abgedeckt war.

      Eine Antwort für Heilpraktiker Psychotherapie wäre sicherlich interessant, aber da empfehle ich Ihnen, sich beispielsweise an einen Verband zu wenden, weil ohne den nachprüfbaren Nachweis

      - der rechtlichen Quellen, insb. der relevanten Paragraphen und Gesetzestexte,

      - der aktuellen Auslegungen dieser Gesetzestexte bzw. Vorschriften und

      - von diesbezüglichen Gerichtsurteilen

      keine wirkliche Klärung dieser Frage ohne die Einschaltung eines kompetenten Fachanwaltes, der dann natürlich auch entsprechend bezahlt werden muss oder im Verband sitzt, erfolgen kann.

      Vielleicht fragen Sie Ihre Quelle nach konkreten Gesetzestexten, Auslegungen derselben oder Gerichtsurteilen, weil das meines Erachtens auch andere HPP interessieren könnte.

      Genauso kritisch sollten Sie vorgehen, wenn es um das Wort “aufdeckend” geht.

      Die Kognitive Verhaltenstherapie ist im allgemeinen eine nicht aufdeckende Form der Psychotherapie.

      Dass der eine oder andere Prüfer das vielleicht unterschiedlich sieht bzw. beurteilt, ist möglich.

      Deshalb ist es wichtig, dass Sie in der Prüfung nicht nur Wissen von sich geben, sondern auch beweisen, dass Sie flexibel auf das jeweilige Fallbeispiel eingehen, es nachvollziehbar analysieren und dann zu einer geeigneten Antwort kommen können, ohne eine Gefahr für die Volksgesundheit darzustellen.

      Eine 100%ig Sicherheit bezüglich psychotherapeutischer Fragen gibt es meiner Meinung nach nicht.

      Viele Grüße aus dem schönen Fürth.

      Franziska Luschas
      Diplom Psychologin

  3. Bernd  am  25.08.15:

    Sehr geehrte Frau Luschas,

    auch ich erhalte Ihren Newsletter und verfolge so für mich wichtige Themen.

    Ich wurde nun von einem Klienten gebeten, ihm im Kostenerstattungsverfahren zur Seite zu stehen.
    Mir fehlen jedoch die nötigen Formulare oder nötige Vorlagen, um alles so professionell wie möglich erbringen zu können.

    Diagnose habe ich erarbeitet und gestellt.
    Mir fehlt jedoch die korrekte Darstellung der Vereinbarung des Behandlungszieles und des Behandlungsplanes.

    Können Sie mir weiterhelfen?

    • Franziska Luschas  am  26.08.15:

      Hallo Bernd,

      in meiner Selbstzahler-Praxis arbeite ich grundsätzlich nicht im Rahmen von Kostenerstattungsverfahren.

      Es wäre evtl. sinnvoll bei der Krankenkasse des Patienten nach dem typischen Procedere zu fragen (Formulare, Voraussetzungen …).

      Im Internet gibt es – soweit ich weiß – mittlerweile viele Beiträge zu den Kostenerstattungsverfahren. Auch die Verbände könnten evtl. Auskunft geben.

      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.