Anamnese und psychopathologischer Befund für die Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung

HeilpraktikerErfolg - Was Heilpraktiker Psychotherapie für die Prüfung wissen müssen - LuschasAls Psychologiestudentin der philosophischen Fakultät profitierte ich besonders vom logischen Aufbau der Psychopathologie bzw. Psychiatrie Vorlesungen und der nachvollziehbaren Struktur der Handouts.

Für meine Prüfungen in den Fächern Allgemeine Psychopathologie und Psychiatrie lernte ich deswegen vor allem aus dem Buch der Dualen Reihe “Psychiatrie und Psychotherapie”.

Indem ich mich auf die wichtigen Lerninhalte – speziell für meine Prüfungen zur Diplom Psychologin – fokussierte, konnte ich einige spezifische medizinische Lerngebiete, wie beispielsweise tiefer gehendes Detailwissen von Medikamenten vernachlässigen.

Aber woher wissen Sie, welche Themen für die Prüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie besonders wichtig sind und wie detailliert Sie sich auf den einzelnen Gebieten auskennen sollten?

Das ist relativ einfach zu beantworten; indem Sie sich wiederholt die schriftlichen Originalprüfungen aus den letzten Jahren ansehen.

Das gleiche gilt für die mündliche Überprüfung zum Heilpraktiker (Psychotherapie). Machen Sie sich am besten mit den Prüfungs- bzw. Gedächtnisprotokollen aus den vergangenen mündlichen Prüfungen des entsprechenden Gesundheitsamtes vertraut.

In guten Lehrbüchern, speziell für angehende Heilpraktiker Psychotherapie, ist außerdem der wichtige Lernstoff, wie zum Beispiel zur Depression, Suizidalität oder Schizophrenie, deutlich hervorgehoben.

Psychopathologischer Befund und Volksgesundheit 

In der schriftlichen und auch in vielen mündlichen Überprüfungen zum Heilpraktiker (Psychotherapie) sind vor allem die Erhebung der Anamnese und die Inhalte des psychopathologischen Befundes von großer Bedeutung.

In den meisten, wenn nicht sogar in allen schriftlichen Originalprüfungen zur Heilpraktikerin Psychotherapie, finden Sie deshalb Fragen zum psychopathologischen Befund.

Doch was hat der psychopathologische Befund mit der Volksgesundheit zu tun?

Um als Heilpraktiker für Psychotherapie “keine Gefahr für die Volksgesundheit” darzustellen, sollten Sie in der Lage sein, Merkmale wichtiger psychischer Störungen und psychiatrischer Notfälle zu erkennen.

Gerade in der mündlichen Überprüfung wollen die Prüfer – in der Regel anhand von Fallbeispielen – wissen, ob Sie in der Lage sind, wichtige Symptome (zum Beispiel Halluzinationen, Wahn, Antrieb, Suizidalität, Delir) zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

Und wie geht das?

Der einfachste und bewährteste Weg ist, wenn Sie einer anerkannten Struktur folgen, an der Sie Ihr Wissen aufhängen.

Die nachfolgende Struktur hat mir beispielsweise sowohl im Studium als auch in der Diplom Prüfung und während der probatorischen Sitzungen in meiner Approbationsausbildung geholfen, den psychotherapeutischen Prozess als logische Abfolge sehen und mich Schritt für Schritt daran entlangzuhangeln.

Von der Anamnese zum Behandlungsplan

Nehmen wir einmal an, eine Klientin kommt zum Erstgespräch in Ihre Praxis. 

Neben den Formalitäten und dem Beziehungsaufbau, lassen Sie sich im Rahmen der Anamnese die aktuellen Beschwerden schildern.

Fallbeispiel

Die 35-jährige Kauffrau kommt mit der Trennung von ihrem Freund vor einigen Monaten nicht zurecht. Sie fühlt sich schuldig, wertlos und weint viel. Seitdem war sie auch schon 4x krankgeschrieben. Aktuell nimmt Sie ein vom Hausarzt verordnetes Antidepressivum.

Zur Anamnese gehören unter anderem:

  • Krankheitsanamnese
  • Sozialanamnese
  • Biografische Anamnese
  • Familienanamnese

Mithilfe einer Checkliste zum psychopathologischen Befund können Sie weitere Symptome systematisch erfassen, wie zum Beispiel:

  • Gedrückte Stimmung
  • Verzweiflung
  • Traurigkeit
  • Schuldgefühle
  • Verminderter Antrieb
  • Gedankenkreisen, Grübeln
  • Schlafstörungen
  • Appetitverlust
  • Suizidalität

Diese geschilderten Symptome kommen häufig gemeinsam vor und werden deshalb zum depressiven Syndrom zusammengefasst.

Das depressive Syndrom ist jedoch nicht dasselbe wie die Diagnose nach der ICD-10, denn das depressive Syndrom kann zum Beispiel auch im Rahmen einer bipolaren Störung, Anpassungsstörung oder depressiven Episode vorkommen!

Sie benötigen deshalb zusätzliche Informationen zu den Entstehungsbedingungen und zum Verlauf der Beschwerden, die Sie vor allem aus der Anamnese erhalten.

Um diese Informationen weiter zu strukturieren, bietet sich eine Verhaltensanalyse (Makro- und Mikroanalyse) an, mit der Sie ursächliche, auslösende und aufrechterhaltende Faktoren, die mit großer Wahrscheinlichkeit zur Symptomatik geführt haben, gezielter erkennen.

Erst nachdem eine organische Ursache bzw. Beteiligung ausgeschlossen werden kann, ist es sinnvoll eine vorläufige Diagnose bzw. Verdachtsdiagnose nach der ICD-10 zu erstellen.

Mithilfe der Anamnese und des psychopathologischen Befundes erhalten Sie also – systematisch – wichtige Informationen, um eine entsprechende Diagnose und letztendlich einen geeigneten Therapieplan erstellen zu können.

Zusammengefasst ergibt sich also der folgende logische Ablauf:

  1. (Freie) Symptomschilderung seitens der Klientin
  2. Zuordnung zu einem Syndrom
  3. Systematische Datenerhebung (Anamnese, psychopathologischer Befund)
  4. Verdachtsdiagnose und Differentialdiagnose(n)
  5. Behandlungsziele 
  6. Behandlungsplan 

Wichtiger Hinweis für HeilpraktikerErfolg Leser

Die ab hier bereitgestellten Informationen in Form von Orientierungs- bzw. Praxiswissen, Trainingsvideos, Mindmaps oder Handouts (PDF Dateien) stehen Ihnen 24/7 als Teilnehmer unserer beliebten und günstigen Onlinekurse zur Verfügung.

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Auf Ihren Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
iKVT Trainerin
Diplom-Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg Franziska Luschas studierte Psychologie. Anschließend absolvierte Sie die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie in ihren Klienten wieder "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Vorgehensweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

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Kommentare

(Bitte beachten Sie vor der Kommentarabgabe unsere Kommentar-Richtlinien)
  1. Elke Bernshausen am 03.06.13:

    Hallo Frau Luschas,

    vielen Dank für das Handout. Es ist für mich eine sehr gute Ergänzung.

    Liebe Grüße

    Elke Bernshausen

    • Franziska Luschas am 03.06.13:

      Hallo Frau Bernshausen,

      die Checklisten Anamnese + Psychopathologischer Befund stellen eine praktische Ergänzung zu meinem Handout (PDF) zum Psychopathologischen Befund dar.

      Die konkreten Einstiegsfragen zu Bewusstsein, Orientierung, Ich-Störungen, Wahn oder Suizidalität haben mir schon vor Jahren bei meiner Arbeit in der Psychiatrie gut weitergeholfen.

      Gerade in der mündlichen Prüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie ist es äußerst hilfreich, wenn man sich mit den Inhalten des psychopathologischen Befundes gut auskennt oder weiß, was zur Anamnese gehört.

      Eine spannende und erfolgreiche Prüfungsvorbereitung wünscht Ihnen

      Franziska Luschas

  2. Michael am 21.10.14:

    Hallo Frau Luschas,
    gibt es zu Punkt 3. der mündlichen Prüfungsvorbereitung noch ein gesondertes Handout oder ist das von der schriftlichen Prüfungsvorbereitung gemeint?
    Beste Grüße von
    Michael Leberle

    • Hallo Herr Leberle,

      Danke für Ihren Hinweis.

      Beim 3. Punkt zur mündlichen Prüfungsvorbereitung für Heilpraktiker Psychotherapie (HPG) meine ich die kombinierte Anamnese und psychopathologischer Befund Checkliste der Professoren Kornhuber und Weih.

      Dieses Wissen ist auch für die mündliche Überprüfung relevant, denn was antworten Sie, wenn der Amtsarzt fragt, wie Sie inhaltlichen Denkstörungen erfragen? Dazu liefert Ihnen die Checkliste hilfreiche Fragen.

      Die Empfehlung unter Punkt 3 im Online Orientierungspaket für HP Psych. habe ich jetzt präzisiert.

      Viele Grüße aus dem schönen Fürth

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