Die 3 zentralen Ebenen erfolgreicher Kognitiver Verhaltenstherapie – KVT ist mehr als Reden

Frisch von der Uni, vollgestopft mit viel theoretischem Wissen, fokussierte ich mich als junge Psychologin die überwiegende Zeit auf die Probleme meiner Patienten, führte vielfältige Anamnesen und psychologische Tests durch, erstellte Verhaltensanalysen und machte ausführlich Psychoedukation.

Nach Tausenden Stunden Psychotherapie mit vielen verschiedenen Menschen und psychischen Störungen habe ich jedoch immer wieder feststellen müssen, dass das Reden und Verständnis über Probleme oftmals nicht ausreicht, damit sich im Bewusstsein des Patienten auch wirklich etwas verändert.

Viel “schlaues” Reden, wenig effizientes Arbeiten

Wie gesagt, referierte ich in den ca. ersten 50 Sitzungen noch detailliert über die Häufigkeit und Ursachen der Depression, zeigte meinen Patienten den Angstkreislauf, erklärte die Wirkung von Antidepressiva, empfahl Bibliotherapie (Selbsthilfebücher) oder erläuterte die aktuellen Entstehungsmodelle zu der jeweiligen psychischen Störung auf meinem Flipchart.

Außerdem führte ich regelmäßig Tests, wie das BDI (Beck- Depressions-Inventar), die SCL-90 (Symptom-Checkliste) oder das SKID (Strukturierte Klinische Interview für DSM-IV) durch, wertete sie aus und besprach diese dann eingehend mit dem Patienten.

Sicherlich gab es auch Klienten, die von dieser (eher rational ausgerichteten) Vorgehensweise profitierten. Manche waren dadurch beispielsweise eher motiviert aktiv mitzuarbeiten, andere jedoch konnten aufgrund des vernünftigen Darüber Redens auch schmerzhafte Emotionen vermeiden.

Obwohl die problemorientierten Gespräche mit meinen selbstzahlenden Klienten gewöhnlich interessant waren und die Zeit schnell rumging, war ich nicht zufrieden. Das war es nicht, was ich mir unter guter und effizienter Psychotherapie vorgestellt hatte.

Nach nicht einmal 2 Monaten hatte ich mehr als genug von diesem intellektuellen Gerede und bat einen erfahrenen Supervisor, interessanterweise einem Nichtpsychologen, um Unterstützung.

Eine meiner – durch diese Supervision gewonnenen – ersten hilfreichen Erkenntnisse wende ich nun schon seit mehr als 6.890 Praxisstunden an:

Ohne einen konkreten Praxisbezug, insb. Umsetzungsaktivitäten, findet kaum eine wirksame (neuronale) Veränderung beim Klienten statt.

Echte Veränderung findet auf mehreren Ebenen statt

Meine Erfahrung mit inzwischen einigen Hundert Patienten bestätigt, dass eine Psychotherapie umso erfolgreicher ist, wenn Veränderungsarbeit auf mehreren Ebenen stattfindet, nämlich auf der Gefühls-, Gedanken- und Verhaltensebene

Anstatt von Kognitiver Verhaltenstherapie könnte man hier der Vollständigkeit halber auch von Kognitiv-Emotionaler Verhaltenstherapie bzw. Emotional-Kognitiver Verhaltenstherapie ;-) oder eben wie A. Ellis von der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie sprechen.

Natürlich ist diese Einteilung in 3 Bereiche nur analytisch, da sie sich wechselseitig beeinflussen.

Therapeuten, Heilpraktikern (Psychotherapie) oder Dozenten kann diese Denkhilfe jedoch in ihren Psychotherapie Sitzungen oder im Unterricht eine nachvollziehbare Handlungs-Struktur bieten, nach der sie mit ihren Patienten oder Studenten nachweisbar wirksam helfen können.

Das kostenlose 5-minütige Live-Video für (angehende) Heilpraktiker, Therapeuten und Dozenten

In diesem kurzen Video erfahren Sie,

  • dass viele angehende Heilpraktiker (Psychotherapie) häufig zwar über viel Wissen, aber wenig Praxiserfahrung verfügen.
  • dass gute Psychotherapie auf mindestens 3 Ebenen stattfindet.
  • an einem Fallbeispiel, wie sich negative Gedanken, Gefühle und dysfunktionales (schädliches) Verhalten wechselseitig beeinflussen.

Klicken sie auf das Bild bzw. das Video unterhalb dieses Textes. Nach kurzer Zeit startet das Video. Sie können jederzeit pausieren, um sich Notizen zu machen und wieder fortfahren.

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Welche KVT Methode gehört zu welcher Ebene?

Nachfolgend ordne ich einige zentrale Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie den drei Bereichen Kognitionen, Emotionen und Verhalten zu.

Manche dieser Verfahren führen in allen 3 Bereichen – mit unterschiedlicher Gewichtung – zu den gewünschten Veränderungen. Für eine erfolgreiche psychotherapeutische Arbeit ist nach meiner Erfahrung deshalb die Kombination mehrerer Methoden sinnvoll und effizient.

Die nachfolgende vereinfachte Zuordnung kann Ihnen sowohl während Ihrer Prüfungsvorbereitung bzw. in der Prüfung selbst, als auch in Ihrer psychotherapeutischen Praxis helfen, sich schneller zu orientieren und ggf. strukturierter vorzugehen.

1. Kognitionen (v.a. das Denken, die Ratio betreffend)

  • Informationsvermittlung und Psychoedukation (Bibliotherapie)
  • Kognitive Umstrukturierung (ABC-Modell, Sokratischer Dialog)

2. Emotionen (v.a. die Gefühle betreffend)

  • Rational-emotive Imaginationstechniken (Vorstellungsübungen)
  • Traumabearbeitung, v.a. Traumaexposition in sensu, EMDR
  •  Reizkonfrontationsverfahren mit angstauslösenden Reizen, insb. in sensu

3. Verhalten (v.a. das Verhalten betreffend) 

  • Reizkonfrontationsverfahren (v.a. in-vivo-Verhaltensübungen)
  • Operante Konditionierungsverfahren
  • Aktivitätsaufbau, Genusstraining
  • Fertigkeitstrainings
  • Rollenspiele
  • Selbstkontrolltechniken

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

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