Kognitive Umstrukturierung für Heilpraktiker Psychotherapie in der Verhaltenstherapie

HeilpraktikerErfolg - Kognitive Umstrukturierung in der Psychotherapie - Verhaltenstherapie

So wie Sie denken, so fühlen Sie sich

Aktuelle Studien (siehe auch Gesundheitsreport Bayern 2011) zeigen, dass allein in Deutschland rund 50% aller Menschen im Laufe ihres Lebens an einer psychischen Störung leiden, Tendenz steigend.

Woran liegt das?

Die gängige Meinung, dass psychische Erkrankungen durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren (= multifaktorielle Ursachen) entstehen, hat sich in der Klinischen Psychologie inzwischen zahlreich bestätigt.

Die Kognitive Verhaltenstherapie, das mit Abstand am besten untersuchte psychotherapeutische Verfahren, geht davon aus, dass v.a. die Art und Weise wie wir denken bestimmt, wie wir uns fühlen und verhalten und auch wie wir körperlich reagieren. 

Dr. Aaron Beck, einer der bekanntesten Vertreter der Kognitiven Therapien,  sieht Angst und Depression als Folge fehlerhaften Denkens an. Das bestätigen mittlerweile viele Untersuchungen.

Nachdem z.B. depressive Patienten lernten, ihre destruktiven Gedanken zu erkennen und zu verändern, reduzierte sich ihre depressive Symptomatik nicht nur deutlich, sondern auch nachhaltig (vgl. Dr. David Antonuccio, Dr. William Danton, Dr. Gurland DeNelsky).

Wie Sie lernen können, Ihre Gedanken zu steuern

Wenn wir davon ausgehen, dass negatives Denken schlechte Gefühle auslöst, dann müssen wir unsere Gedanken “verbessern”, damit wir uns besser fühlen.

In der Kognitiven Verhaltenstherapie steht uns dafür das zentrale und effektive Therapiewerkzeug, die “Kognitive Umstrukturierung“, zur Verfügung.  

Wie geht das?  

1. Der erste Schritt darin, zu erkennen, dass wir (negativ) denken.

2. Dann überprüfen wir, ob uns diese Gedanken gut tun.

3. Wenn nicht, suchen wir hilfreichere Gedanken.

4. Wir üben unser neues Denken im Alltag ein.

Auf was Sie als praktizierende Therapeutin achten sollten 

Stellen Sie sich vor, zu Ihnen kommt eine 26-jährige Frau mit Burnoutsyndrom und ohne jegliche Therapieerfahrung. Frau K. macht ihren neuen stressigen Job für ihren Erschöpfungszustand verantwortlich.

Da Sie als Psychotherapeutin die Bedingungen interessieren, die  zur Erschöpfung Ihrer Klientin führten, erstellen Sie anhand des SORKC-Modells eine Mikroanalyse. Und so erfahren Sie, dass es nicht so sehr der “stressige” Job ist, der zum burnout geführt hat, sondern der enorme Perfektionismusanspruch dieser Dame, alles “120%-ig” machen zu müssen.

Anhand der Makroanalyse wird  eine zentrale dysfunktionale (selbstschädigende) Grundüberzeugung der Patientin deutlich: “Wenn ich nicht immer alles perfekt mache, dann bin ich ein wertloser Mensch und alle werden sich von mir abwenden.”

Als effizient arbeitende Therapeutin denken Sie sofort an die Kognitive Umstrukturierung und erwidern Ihrer Klientin, dass es nicht der Job ist, weswegen sie sich schlecht fühlt, sondern ihr “falsches Denken”…

STOPP! Machen Sie keine so großen Schritte, wenn Sie wollen, dass Ihre Klientin wiederkommt. Das Vorpreschen gerade zu Beginn einer Psychotherapie, ist trotz gutgemeinten Helfenwollens, ein typischer Anfängerfehler. Vermeiden Sie unbedingt den “Fluch des Wissens”, so wie dieses Phänomen in der Psychologie genannt wird.

Bevor Sie mit dem Prozess der Kognitiven Umstrukturierung loslegen, ist es wichtig, dass Sie Ihren Kunden Schritt für Schritt an die ungewohnte Denkweise innerhalb der KVT heranführen.

Die Sicht der KVT, nämlich dass es weniger die Umstände sind, sondern wie wir diese bewerten, ist für die meisten “normalen” Menschen erst einmal überhaupt nicht nachvollziehbar und führt nur zu Unverständniss und Widerstand.

Diesen Stress können Sie sich und Ihrem Klienten ersparen, indem Sie den vielzitierten Spruch: den Klienten da abholen, wo er steht, auch tatsächlich in Ihrer Praxis anwenden.

Das, aus meiner Sicht, beste Buch zur Kognitiven Umstrukturierung 

  • Wilken. B., Methoden der Kognitiven Umstrukturierung: Ein Leitfaden für die psychotherapeutische Praxis. Kohlhammer.

:-) Dieses Buch ist mit seinen nicht einmal 250 Seiten kompakt und handlich. Anhand der konkreten Fallbeispiele ist dieser praktische Leitfaden zur Kognitiven Umstrukturierung wirklich gut nachzuvollziehbar. Die Autorin beginnt mit einem spannenden Vergleich zwischen den berühmtesten Vertretern der Kognitiven Therapien, Beck, Ellis und Meichenbaum. Noch wichtiger sind meines Erachtens die wertvollen Hinweise auf die häufigsten Fehler bei der Anwendung dieser kraftvollen Methode. Das Buch schließt mit praxistauglichen Zusammenfassungen, sowohl für Sie als Therapeutin als auch für Ihren Klienten, ab.

:-| Die Zielgruppe der Autorin sind v.a. Medizinische und Psychologische Psychotherapeuten, die i.d.R. eine mehrjährige akademische Aus-und Weiterbildung hinter sich haben. Es könnte also sein, dass Sie das eine oder andere Wort nicht kennen, weil es bei dieser Leserschaft vorausgesetzt wird. Manchmal liest sich das Buch etwas langatmig. Es gibt mehrere Passagen, die man noch vereinfachen könnte. 

Zusammenfassend empfehle ich dieses grüne Buch jedem:

  • der ernsthaft mit der Kognitiven Umstrukturierung arbeiten möchte
  • der in der mündlichen Überprüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie extra punkten möchte
  • der seinen Klienten eine wirksame Hilfe zur Selbsthilfe an die Hand geben möchte
  • der in seiner Praxis systematisch, verständlich und effektiv arbeiten möchte

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Kognitiver Verhaltenstherapie. Sie zeigt auf ihrer Selbsthilfe-Webseite anderen Menschen, wie sie wieder "Boss im Kopf" werden können. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich und unterstützt den Tierschutz.

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