Die Lösungsorientierte Beratung als positive therapeutische Haltung in der Psychotherapie

HeilpraktikerErfolg - Lösungsorientierte Beratung - Seminar - Luschas

  • “Pass auf, dass du nicht hinfällst.”
  • “Lass die Finger davon, sonst tust du dir weh.”
  • Wenn du nicht endlich auf uns hörst, dann wirst du es nie zu etwas bringen.”

Vielleicht haben Sie den einen oder anderen Spruch auch schon gehört.

Gerade bei (kleinen) Kindern hinterlässt eine überwiegend angstfördernde, problemorientierte Erziehung ihre Spuren.

Aber nicht nur mancher Elternteil versucht seinen Sprössling mit Angst zu kontrollieren, auch im normalen Schulunterricht bleibt keine Zeit, die individuellen Stärken und Ressourcen der einzelnen Kinder zu fördern.

Eine Welt voller Probleme und Angst

Sklaverei, Kreuzzüge, endlose und sich wiederholende Kriege, Verfolgung oder Vertreibung sind zentrale Themen im Geschichtsunterricht. Und wer abends die Nachrichten einschaltet, kann erkennen, dass sich selbst nach Tausenden von Jahren nicht allzu viel verändert hat.

Auch mein 5-jähriges Psychologiestudium war zum großen Teil problemorientiert, angefangen von den vielfältigsten Theorien zur Krankheitsentstehung bis hin zur der immer umfangreicheren Einteilung der psychischen Krankheiten in der ICD-10.

Meine 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin drehte sich – wie könnte es auch anders sein – ebenfalls rund um die psychischen Störungen. Aus der umfangreichen problematischen Lebens- und Krankengeschichte des Patienten und der Ansammlung detaillierter Symptome wurde eine ausführliche Problemanalyse erstellt …

Erst nachdem ich vor etlichen Jahren die Weiterbildung in Lösungsorientierter Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer begonnen hatte, fiel mir zunehmend auf, dass meine Patienten immer genau wussten, was sie nicht wollten. Auf meine Frage, was sie in der Therapie anstelle dessen erreichen wollen, erhielt ich meistens keine Antwort.

Klient und Therapeutin in gemeinsamer Problemtrance

Doch nicht nur Klienten haben Schwierigkeiten in Lösungen zu denken. In den letzten Jahren als Dozentin und Trainerin stellte ich bei vielen meiner Kollegen, Supervisanden und Coachees fest, dass es sich bei der sog. Problemtrance um ein weitverbreitetes und durchaus salonfähiges, gesellschaftliches Phänomen handelt.

Wenn ich meine Beobachtungen mitteile, dann höre ich des Öfteren die eine oder andere Rationalisierung für das – meiner Meinung nach – hartnäckige und ineffiziente “Herumwühlen” in der problematischen Lebensgeschichte des Patienten.

Aber als Heilpraktikerin für Psychotherapie muss ich doch wissen, warum das so ist.” oder “Ich muss es doch erst richtig verstehen, damit ich meiner Klientin wirklich helfen kann.”

(Anm.: Ich habe mit Sicherheit nichts gegen eine knackige Verhaltensanalyse, aber ein permanentes Spekulieren über mögliche Entstehungsmodelle ist aus  meiner Sicht nicht nur kontraproduktiv, sondern in der Selbstzahlerpraxis ethisch auch nicht wirklich vertretbar.)

Die traditionelle Psychoanalyse beispielsweise betont seit 100 Jahren, dass die Symptome verschwinden, wenn der Patient Einsicht über die Ursachen seines Leidens erlangt. Obwohl die moderne Psychotherapieforschung zu ganz anderen Ergebnissen kommt, hält sich dieser Glaube hartnäckig in den Medien und damit in den Köpfen der Menschen.

Dass das Verweilen in den Problemen der Patienten nicht sonderlich hilfreich ist, ist die eine Sache. Überforderung und Ausgebrannt sein der Therapeuten ist der andere ernstzunehmende Grund, nicht zu lange in der gewohnten Problemtrance zu verharren.

Oder wie Albert Einstein schon wusste: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Die gewohnte Sucht nach Problemen und Dramen

Nun kommen wir jedoch nicht auf die Welt und denken automatisch in Problemen, sondern wir werden in der Regel schon sehr früh, von unseren Eltern, Schule, Freunden, sog. Vorbildern, Fernsehen, Internet … , jahrelang auf mögliche Schwierigkeiten “programmiert”.

Der gigantische Markt der Vor-sorge, ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie unkritische Menschen durch Angst- und Panikmache dazu gebracht werden, sich von vornherein zu sorgen …

Und irgendwann gehören die gewohnten kleinen und großen Dramen zu unserem Leben dazu oder würden Sie Nachrichten sehen wollen, die ausschließlich positiv sind ;-)

Mit gewaltfreien Filmen lässt sich heute kein Geld mehr verdienen. Selbst kleinere Kinder beschweren sich heutzutage schon bei ihren Müttern: “Mama, das ist langweilig, da passiert ja gar nichts.”

Vom Problemwälzer zum Lösungsfinder

Aus alten Weisheitslehren und der modernen Depressionsforschung wissen wir andererseits aber auch, dass wir uns schlecht fühlen und sogar krank werden, wenn wir unsere Aufmerksamkeit zum großen Teil auf Negatives lenken.

Werden Sie als Therapeut, Vater, Mutter, als Coach, Kollege oder Freundin für Ihre Mitmenschen ein Vorbild, indem Sie eine lebensbejahende Einstellung entwickeln.

Durch meine lösungsorientierten Haltung konnte ich alleine in den letzten 7 Jahren, gerade auch mehrfach belastete Klienten, wirksam dabei unterstützen, dass sie sich auf ihre Ressourcen zurück besannen und eine hilfreichere Sicht der Dinge annahmen.

Beginnen Sie zunächst damit, sich Ihre Stärken und die positiven Seiten in Ihrem Leben bewusst zu machen, indem Sie regelmäßig 5 einfache und wirksame Übungen durchführen.

Damit sich Ihr Denken verändert, ist es wichtig, dass Sie eine lösungsorientierte Sprache einüben, denn eine überwiegend positive Sprache förderte ein positives Denken und umgekehrt.

Diese Übungen sind anfangs ungewohnt, deshalb ist es wichtig, dass sie sich jeden Tag mindestens 10 Minuten Zeit dafür nehmen, wenn Sie wirklich eine lösungsorientiertere Sichtweise entwickeln möchten :

  • Notieren Sie sich mindestens 40 positive Eigenschaften, Ressourcen, Stärken, die Sie sich zuschreiben. Für diese Übungen werden Sie wahrscheinlich einige Tage brauchen. Bleiben Sie unbedingt dran, auch wenn Ihnen zunächst nichts dazu einfällt.
  • Führen Sie ein Freude-Tagebuch, in welches Sie abends angenehme Erlebnisse notieren.
  • Achten Sie auf Ihre Sprache: Von “Ich will nicht” hin zu “Ich möchte”
  • Sagen Sie anstelle  von “Ich muss” besser “Ich kann / darf / möchte”
  • Stellen Sie sich vor dem Einschlafen die Wunderfrage (“Woran merke ich, dass mein Problem gelöst ist?”) und schlafen Sie mit der neuen Vorstellung am besten ein. So trainieren Sie Ihr Gehirn in eine lösungsorientierte Richtung zu denken :-)

Wenn Sie diese Übungen regelmäßig anwenden, dann werden Sie bald feststellen, dass sie freundlicher und mehr in Lösungen denken und handeln. So strahlen Sie auch mehr Freude und Gelassenheit aus, die sich nicht zuletzt günstig auf einen positiven Therpieverlauf auswirken.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Kognitiver Verhaltenstherapie. Sie zeigt auf ihrer Selbsthilfe-Webseite anderen Menschen, wie sie wieder "Boss im Kopf" werden können. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich und unterstützt den Tierschutz.

P.S.
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P.P.S.
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