Die Prüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie nicht bestanden? 5 häufige Gründe

HeilpraktikerErfolg - Was Heilpraktiker Psychotherapie für die Prüfung wissen müssen - LuschasAus meiner langjährigen Erfahrung als Dozentin für angehende Heilpraktiker der Psychotherapie weiß ich, dass die Klinische Psychologie mit ihren spannenden Störungsbildern auf viele Prüflinge eine große Faszination ausübt.

Dabei sollte jedoch der umfangreiche und anspruchsvolle Lernstoff für den “Kleinen Heilpraktiker” nicht unterschätzt werden.

Lernfrust statt Lernlust bei der Vorbereitung zum Heilpraktiker Psychotherapie

Wer die Überprüfung beim Gesundheitsamt erfolgreich bestehen möchte, muss sich regelmäßig konzentriert hinsetzen und das Richtige strukturiert lernen und vor allem auch systematisch wiederholen.

Das hört sich zwar einfach und logisch an, aber die Umsetzung ist häufig alles andere als leicht.

Obwohl viele Schüler in diversen Heilpraktikerschulen, Fern- oder Heimstudium häufig viel Geld für Unterricht, Lehrbücher, Handouts oder DVDs ausgeben, verfügen sie selten über einen übersichtlichen und funktionierenden Plan mit dem sie sich Schritt für Schritt und effizient auf ihre Heilpraktikerprüfung vorbereiten können.

Ohne einen vernünftigen Lernplan erscheint der umfangreiche Lernstoff oftmals wie ein Riesenberg, den man ohne Karte, Führer oder Wegweiser erklimmen soll.

Viele Lernende können gerade zu Beginn ihrer Vorbereitung auf die HPP Prüfungen auch noch gar nicht richtig einschätzen, was wirklich wichtig ist. Deshalb lernen sie alle Themen mit gleicher Intensität, was oftmals zu Überforderung und Überdruss führt.

Wenn das Lernen aber zur Qual wird, man lustlos oder gar frustriert über den Büchern sitzt, dann verpuffen viel Energie, Zeit und Nerven ins Leere.

Zunehmendes schlechtes Gewissen, Versagensangst oder Perfektionismusstreben machen sich dann oftmals breit und blockieren eine konzentrierte und entspannte Vorbereitung auf die Heilpraktikerprüfung.

Damit Sie sich diese Art von Lernfrust weitgehend ersparen, finden Sie nachfolgend die 5 häufigsten Gründe, warum sich Prüflinge beim Lernen oftmals überfordert, verwirrt und gestresst fühlen. 

Warum manche die Prüfung zum Heilpraktiker der Psychotherapie (beim ersten Mal) nicht bestehen

Die 5 häufigsten Schwierigkeiten beim Lernen und Bestehen der HPP Prüfungen habe ich hier – aus meiner über 10-jährigen Erfahrung mit vielen (angehenden) Heilpraktikern Psychotherapie – für Sie überblicksartig zusammengefasst:

  1. Ihnen fehlt eine logische Struktur, ein Plan, an dem Sie sich orientieren und systematisch entlang hangeln können.

    Sie denken: “Das ist zu viel.”, “Das schaffe ich nie”. Vielleicht fühlen Sie sich überfordert, hilflos und demotiviert. Denn ohne einen roten Faden ist die Gefahr groß, dass Sie sich von der großen Flut an Wissen überwältigt fühlen.

  2. Sie haben trotz des vielen Lernens das Gefühl, noch nicht genug zu wissen.

    Die daraus resultierende Versagensangst, “Wenn ich durchfalle heißt das, dass ich dümmer als andere/unfähig/weniger wert bin.” wird häufig mit einer übertriebenen perfektionistischen Selbstanforderung kompensiert: “Ich darf keinen Fehler machen., “Ich muss alles zu 100% wissen”.

    Dadurch treiben Sie sich innerlich an, überfordern sich und haben oft ein schlechtes Gewissen, nicht genug zu schaffen. Irgendwann lässt Ihre Konzentration nach und “Es geht nichts mehr rein”.

  3. Sie verfügen zwar über ein breit gefächertes theoretisches und oberflächliches Lehrbuch Wissen, ein überblicksartiges Gerüst, was die Wissensgebiete praktisch miteinander verknüpft, fehlt jedoch.

    Transferfragen in der schriftlichen Prüfung sind für Sie schwierig zu beantworten.

    Besonders  in der mündlichen Überprüfung beim Gesundheitsamt fragen die Prüfer auch immer wieder nach konkretem Handlungswissen im Therapieablauf, worauf manches “Blackout” folgt.

  4. Sie haben Probleme sich auf den Lernstoff zu konzentrieren oder sind schnell abgelenkt.

    Dadurch bleiben Sie nicht bei einem Thema und müssen länger und mehr lernen bzw. mehr Zeit aufwenden. Oftmals sind Sie dann verwirrt und bringen Dinge durcheinander. Eventuell lesen Sie Prüfungsfragen nicht genau durch und sind (in Gedanken) schnell woanders.

    Sie fühlen sich erschöpft, angespannt, nervös und unsicher. Die Wahrscheinlichkeit für Flüchtigkeits- und Leichtsinnsfehler in der Prüfung steigt somit.

  5. Sie nehmen sich keine Zeit, den wichtigen Prüfungsstoff regelmäßig und systematisch nach einem bewährten Plan zu wiederholen.

    Dafür trichtern Sie sich immer wieder neues (teilweise unwichtiges) Wissen ein, so dass Sie zwar über ein breites, aber dafür eher oberflächliches Wissen verfügen. Ein ausreichendes Verständnis für wichtige Zusammenhänge fehlt und damit auch das vernetzte Denken zu anderen Themen.

    Transferfragen in der schriftlichen Prüfung bereiten Ihnen entsprechende Schwierigkeiten. Für die Erstellung eines logischen Behandlungsablaufs an einem Fallbeispiel, in der mündlichen Überprüfung, fehlen Ihnen logische Zusammenhänge.

Wenn Sie die genannten Gründe für ein Nicht-Bestehen der Heilpraktikerprüfung genau durchgelesen haben, ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass ich Ihnen schon den einen oder anderen hilfreichen Tipp für die Prüfungsvorbereitung zum Heilpraktiker der Psychotherapie gegeben habe  :-)

Nun liegt es an Ihnen, dieses Wissen aktiv für sich zu nutzen, indem Sie

  • dieses Wissen mit Ihren persönlichen Erfahrungen vergleichen.
  • ggf. Ihre bisherigen Lernmethoden überdenken und konstruktiv verändern.
  • und die neuen Lernstrategien in Ihrem Alltag testen bzw. regelmäßig anwenden.

Ich wünsche Ihnen viel Freude, Ausdauer und Erfolg in Ihrer Vorbereitung zum Heilpraktiker für Psychotherapie.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

P.S.
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P.P.S.
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Kommentare

  1. Susanne schreibt:

    Liebe Frau Luschas,

    gestern war mündliche Prüfung für den Heilpraktiker für Psychotherapie
    ,meine Freundin hat daran teilgenommen,
    Sie wurde gefragt,was sie macht,wenn ein Klient bei ihr in der Praxis ist und Entzugssymptome hat?
    Die Prüferin wollte höre,dass sie den Puls fühlt und den Blutdruck misst -das kann doch nicht sein,da eine körperliche Untersuchung doch verboten ist,
    bin sehr erstaunt.

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Susanne,

      mich erstaunt das nicht, weil ohne konkreten Kontextbezug, also was genau ist dort konkret gefragt worden, sollte man meines Erachtens keinerlei (negativen) Schlußfolgerungen ziehen.

      Ich rate allen Heilpraktiker für Psychotherapie Prüflingen immer wieder, sich von solchen “Geschichten” nicht vom Richtigen und Wichtigen ablenken zu lassen.

      Denn Sie wissen nicht genau, was in der Prüfungssituation wirklich abgelaufen ist. Deswegen heißt es ja auch Gedächtnis-Protokoll und nicht Prüfungs-Protokoll, das z.B. aufgenommen wurde.

      Mein Tipp also: Lassen Sie sich nicht durch Gedächtnis-Protokolle verwirren, ablenken oder gar aus der Bahn bringen, sondern konzentrieren Sie sich auf Ihren Lernstoff, regelmäßige Wiederholung und natürlich auch auf Entspannung und die notwendigen Lernpausen.

      Franziska Luschas
      Diplom Psychologin

  2. Robert K. schreibt:

    Vielen Dank für den informativen Beitrag! Grüße aus Linz / Österreich.

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Herr K.,

      ich freue mich, dass auch Kollegen aus Österreich unsere Seite HeilpraktikerErfolg hilfreich finden :-)

      Viele Grüße aus Franken

      Franziska Luschas

  3. Anne schreibt:

    Liebe Frau Luschas,
    zuerst möchte ich mich bei Ihnen für Ihre wertvollen Beiträge bedanken. Ich bin sehr froh Sie gefunden zu haben.

    Ihr heutiges Thema erwischt mich frontal.

    Ich bekomme die Struktur einfach nicht hin – drehe mich total im Kreis und komme keinen Schritt weiter. Die tollen Bücher, sie häufen sich auf einem immer größer werdenden Stapel. Karteikarten schreibe ich, um sie zur Seite zu legen, weil die Menge an Geschriebenen mich überfordert. Es ist eben alles wichtig!

    Mein Fazit: Ich weiß nicht wie Lernen geht! Ich stehe vor einem Berg und weiß meine Wanderschuhe und -stöcke nicht zu nutzen.

    Wie bekomme ich diese Struktur und damit Lernfreude in meinen Tagesablauf?
    Wie sieht ein Lernplan aus, der mich Schritt für Schritt wissender macht?
    Wie freunde ich meinen Geist besser mit dieser Thematik an?

    Ich möchte so gerne auf diesen Berg und die herrliche Aussicht genießen.

    Herzliche Grüße aus München.
    Anne

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Anne,

      Sie haben sehr treffend beschrieben, wie es etwa 80% aller Menschen geht, die sich auf die Prüfung zum Heilpraktiker der Psychotherapie vorbereiten.

      Ähnliche Erfahrungen haben viele meiner Kommilitonen und auch ich im Psychologiestudium gemacht: Viel theoretisches, zusammenhangloses Wissen und fast kein Überblickswisssen oder greifbarer Praxisbezug.

      Um den Riesenberg an “gleich wichtigen” Wissen zu überwinden, nahm ich professionelles Coaching in Anspruch. Und ich hatte Glück, bei einem echten Praktiker zu landen, der mir ein systematisches anwendbares Orientierungswissen an die Hand gab. Es war antrengend, aber ich habe enorm davon profitiert.

      Diese praktisch gemachten Schritt-für-Schritt-Anleitungen haben mir eine Struktur gegeben, mit der ich beispielsweise meine Diplomprüfungen oder die Abschlussprüfungen zur Psychologischen Psychotherapeutin nach der 20/80-Regel (Pareto-Prinzip) erfolgreich bestehen konnte.

      Noch heute wende ich diese Struktur in meinem Leben und meiner psychotherapeutischen Praxis an.

      Nach über 10 Jahren intensiver, professioneller Beschäftigung mit Psychologie und Psychiatrie inkl. 5jähriger Ausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie und Tausenden Stunden Praxiserfahrung, habe ich im Gegensatz zu den meisten Heilpraktikern Psychotherapie ein tieferes Verständnis für die Klinische Psychologie entwickeln können.

      Das wiederum erleichtert es mir natürlich, wichtige Zusammenhänge zu erkennen und komplexes Wissen auf den Punkt zu bringen.

      Eine Möglichkeit, Ihre “Wanderausrüstung” optimal zu nutzen, besteht darin, nach einem systematischen Handlungsplan ergebnisorientiert vorzugehen.

      Mit diesem bewährten Orientierungspaket, für die schriftliche Prüfung, erhalten Sie ein logisch nachvollziehbares und strukturiertes Orientierungswissen an die Hand, mit dem Sie Ihre Wanderschuhe und -stöcke täglich gezielt benutzen können, um schrittweise und sicher den Gipfel des “Heilpraktiker Psychotherapie – Berges” zu erklimmen :-)

      Ihnen alles Gute für die Prüfung!

      Franziska Luschas