Eine klare und verständliche Sprache als Fundament erfolgreicher Verhaltenstherapie

HeilpraktikerErfolg Mitgliedschaft - Weniger Theorie - Mehr Wissen - LuschasWas ist eine der wichtigsten Grundlagen für eine erfolgreiche Psychotherapie?

Ganz einfach – ein präziser und logisch nachvollziehbarer Sprachgebrauch!

Aber der ist häufig gerade im therapeutischen Setting alles andere als einfach.

In meinen Seminaren beispielsweise fällt mir immer wieder auf, dass sich viele Kursteilnehmer schwer tun, auf Fragen einfach und konkret zu antworten.

Die meisten haben das nie gelernt.

Denn die Anwendung einer klaren und verständlichen Sprache im Sinne von Zielgerichtetheit, Zweckmäßigkeit und Verständlichkeit ist weder in unserem klassischen Schulsystem noch bei der Vorbereitung auf die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie oder dem Psychologie-Studium vorgesehen.

Unter Akademikern ist es manchmal geradezu verpönt, auf das Sprachniveau des “normalen Durchschnittsbürgers” zurückzufallen.

Aber auch hier gibt es zum Glück eine Wende, hin zu mehr Einfachheit, Verständlichkeit oder sogar Humor und Ironie.

Bekannte Beispiele hierfür sind der Arzt Rüdiger Dahlke, der Hirnforscher Gerald Hüther oder der Mediziner Eckart von Hirschhausen. 

1. Wie Sie mehr Echtheit in Ihre Sprache bringen

Erreichen Sie Ihren Klienten nicht nur kognitiv, sondern auch emotional, indem Sie eine anschauliche und nachvollziehbare Sprache mit echten Beispielen verwenden.

Ein solches Beispiel stammt aus einem meiner Klienten Newsletter, aber lesen Sie selbst:

“Stellen Sie sich einmal vor, Sie stehen an einem heißen Freitag nachmittag bei weit über 30 Grad Celsius in einem stickigen, überfüllten Geschäft in der lärmenden Fußgängerzone einer Großstadt. Vor Ihnen in der Schlange stehen mindestens genauso viele Menschen wie hinter Ihnen.

Endlich sind Sie dran, Sie packen Ihre Sachen ein, nehmen Ihre EC-Karte und stecken Sie in das Kartenlesegerät, als Ihnen plötzlich Ihre PIN nicht mehr einfällt. Sie versuchen es noch 2x mit einer anderen Nummer, aber auch das funktioniert nicht.

Was geht Ihnen in diesem Moment durch den Kopf?

Was denken Sie?

Wie fühlen Sie sich?

Und vor allem, was tun Sie in einer solchen Situation?”

2. Der “Fluch des Wissens” als Beziehungskiller der therapeutischen Beziehung

Eine zweite und ebenfalls große Falle, in die Berufsanfänger häufig tappen, ist der “Fluch des Wissens”.

Das heißt, sie gehen davon aus, dass ihre Patienten schon wissen, wovon sie reden. Häufig ist das aber gar nicht der Fall.  

Und das bedeutet nicht, dass unsere Klienten dümmer sind als wir.  

Das heißt lediglich, dass wir uns über Jahre hinweg ein ganz spezifisches Fachwissen über Psychologie und bestimmte Therapiemethoden angeeignet haben, von dem der “Durchschnittsmensch” im Normalfall nichts weiß.

In diesem Zusammenhang spreche ich auch gerne vom “Psychologischem Laien”.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass selbst Menschen nach jahrelanger Verhaltenstherapie keine Ahnung davon hatten, dass ihre Gefühle von ihren Gedanken beeinflusst werden und noch weniger, wie sie ihre Gedanken positiv verändern können. 

Manch einer meiner (hauptsächlich männlichen) Klienten wusste zu Beginn der Therapie beispielsweise nicht, dass “es in ihnen denkt”, ganz zu schweigen vom Spüren des eigenen Körpers. 

Gerade in solchen Fällen ist es wichtig, dass Therapeuten – und jetzt gebrauche ich eine übermäßig strapazierte Maxime häufig ohne jeglichen Praxisbezug – “ihren Klienten da abholen, wo er steht”. 

3. Holen Sie Ihre Patientin wirklich da ab, wo sie steht?

Therapeuten sind auch nur Menschen mit ihren üblichen “Denkfehlern”.

Typische Anfängerfehler sind beispielsweise das “voreilige Schlussfolgern”, “Verallgemeinern” oder “Gedankenlesen”.

Zudem schließen viele Therapeuten Einstieger von der höheren Schulbildung oder dem Sozialstatus des Patienten automatisch auf mehr emotionale Intelligenz bzw. soziale Kompetenz.

Manchmal ist aber sogar das Gegenteil der Fall, da diese kopflastige Klientel, insb. durch die zusätzliche universitäte Laufbahn, oftmals in ihren starren intellektuellen Gedankenmustern regelrecht gefangen ist.

Solche Leute “fühlen” ihre Emotionen zunächst im Kopf, wenn überhaupt und schweifen gerne vom wirklichen Problem ab oder sie reden über etwas, anstatt es zu fühlen (= Rationalisieren oder Intellektualisieren).

Also nochmal, holen Sie Ihren Klienten da ab wo er steht, indem Sie zum Beispiel:

  • zunächst bei Ihrem Klienten von einem “psychologischen Neuling” ausgehen
  • kleine und nachvollziehbare Schritte machen und diese anfangs auch verständlich erklären (= Transparenz)
  • eine einfache und präzise Sprache benutzen (z.B. bei der Psychoedukation)
  • komplexe Zusamenhänge mithilfe von konkreten Beispielen “aus der Welt des Klienten” erläutern 
  • therapeutisches Wissen anhand von bekannten Metaphern vermitteln (z.B. Eisberg-Metapher)

4. Kognitive Umstrukturierung praktisch gemacht

In diesem heiteren Video erfahren Sie an einem Beispiel aus meinem Alltag, wie Sie die Kognitive Umstrukturierung auch verstehbar und praktisch erklären können.

Klicken sie auf das Bild bzw. das Video unterhalb dieses Textes. Nach kurzer Zeit startet das Video.

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Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

P.S.
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P.P.S.
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Kommentare

  1. Susanne Duerr schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    Ich lebe und arbeite zur Zeit im Ausland, und muss mich daher von hier aus auf die Heilpraktiker fuer Psychotherapie Pruefung in Hamburg vorbereiten. Ihre YouTube Videos helfen mir neben ICD-10 Liste und Lehrbuechern wirklich sehr. Ich finde sie ausgesprochen anschaulich und verstaendlich. Was kann ich aus der Entfernung Ihrer Meinung nach noch tun?
    Ich habe vor Ort bereits einige hilfreiche Psychologie Kurse an der Uni hinter mir.

    Mit freundlichem Gruss
    Susanne Duerr