Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung: Hinweise für ein organisches amnestisches Syndrom

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Nach meinen Erfahrungen mit vielen Kursteilnehmern in den letzten Jahren ist mir immer wieder aufgefallen, dass WAS Wissen (also reines inhaltliches Lehrbuchwissen) in aller Regel nicht ausreicht, um die mitunter anspruchsvolle Prüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie erfolgreich zu bestehen.

Sie sollten vor allem auch in der Lage sein, wichtige Zusammenhänge zwischen den einzelnen Lernthemen zu erkennen und so zu verknüpfen, dass Sie Ihr Wissen auch anhand eines komplexen Fallbeispiels anwenden (= Transfer- bzw. Anwendungswissen) können.

Mit reinem Auswendiglernen kommen Sie da erfahrungsgemäß nicht weit …

Aus diesem Grund habe ich diejenigen Original Prüfungsfragen verständlich und praxisnah erklärt,  bei denen viele angehende Heilpraktiker für Psychotherapie, in ihrer Vorbereitung zur schriftlichen Überprüfung, die meisten Schwierigkeiten berichteten. 

Ausgewählte Fragen aus der schriftlichen Heilpraktikerprüfung Psychotherapie Oktober 2009 (B)

Zu den Prüfungsfragen 9, 10, 24 und 25 gebe ich praktische Hinweise und wertvolle Tipps zum systematischen Beantworten.

Dabei handelt es sich um die folgenden Lernthemen:

  • Alzheimer-Demenz
  • organisches amnestisches Syndrom
  • Zwangsstörung
  • somatisches Syndrom bei depressiver Episode (nach ICD-10)

Frage 10: Hinweise für ein organisches amnestisches Syndrom sind:

A) Bewusstseinstrübung

Das stimmt nicht!

Das organische amnestische Syndrom, nicht durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingt, finden Sie in der ICD-10 unter F04. Man spricht manchmal auch vom (nicht-alkohol-bedingten) Korsakow-Syndrom.

Es kann zum Beispiel durch Schädel-Hirn-Trauma, Infektionen des Gehirns, Schlaganfälle, Multiple Sklerose oder Hirntumore bedingt sein.

Laut ICD-10 sind beim organisch amnestischen Syndrom unter anderem das Kurz- und Langzeitgedächtnis, nicht aber das Immediat-Gedächtnis (Ultrakurzzeitgedächtnis, wie zum Beispiel Zahlen nachsprechen) beeinträchtigt. 

Die stark reduzierte Fähigkeit, neues Material zu lernen, führt zu anterograder Amnesie (Gedächtnisverlust für eine bestimmte Zeit nach einem schädigenden Ereignis) und zu zeitlicher Desorientierung. Eine retrograde Amnesie (Gedächtnisverlust für den Zeitraum vor Eintreten des schädigenden Ereignisses) ist ebenfalls zu beobachten. Konfabulation kann ein deutliches, aber nicht ständig vorhandenes Merkmal sein.

Außerdem ist der Betroffene nur eingeschränkt fähig, sich vergangene Ereignisse in umgekehrter Reihenfolge in Erinnerung zu rufen.

Wahrnehmung und andere kognitive Funktionen, einschließlich Intellekt, sind im Allgemeinen intakt. Auffällig sind außerdem das Fehlen von Aufmerksamkeits- und Bewusstseinsstörungen, wie beispielsweise der Bewusstseinstrübung. 

Mein Hinweis für HeilpraktikerErfolg Leser

Weitergehende Informationen in Form von HP Psych. Prüfungswissen, Trainingsvideos, Mindmaps oder Handouts (PDF Dateien) stehen Ihnen ab hier als Teilnehmer unserer günstigen Onlinekurse zur Verfügung.

Wenn Sie die Inhalte hier nicht sehen, dann sind Sie entweder nicht angemeldet, nicht mehr angemeldet oder keine Onlinekurs Teilnehmerin.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Kognitiver Verhaltenstherapie. Sie zeigt auf ihrer Selbsthilfe-Webseite anderen Menschen, wie sie wieder "Boss im Kopf" werden können. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich und unterstützt den Tierschutz.

P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

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Kommentare

  1. Tina schreibt:

    Liebe Frau Luschas,

    vielen Dank für die eindrückliche Erklärung! :)
    Der Wurm ( der arme Kerl) wird mich nun immer an die Wahnwahrnehmung erinnern ;)

    Ganz liebe Grüsse
    Tina

  2. Tina schreibt:

    Hallo Frau Luschas!

    Ich habe eine Frage zu der Prüfungsfrage 18 der Oktober 2009 Prüfung.
    Ich habe da den sensitiven Beziehungswahn angekreuzt, da ich mir notiert habe, dass dabei Menschen und Dinge auf sich selbst bezogen werden. Wie unterscheide ich das nun zur Wahnwahrnehmung? Ist das die Interpretation mit dem Geschäft?Also ein völlig neue Deutung des Regenwurms…der Bezug zum Geschäft fehlt da völlig?

    Wäre es zum Beispiel anders, wenn der Patient berichtet, dass der Wurm vom Nachbar hingelegt wurde um ihm zum Beispiel zu zeigen was er für ein armer Wurm ist?

    Vielen Dank für ihre tollen Skripte und dem Handlungsplan.Er hilft mir wirklich sehr nicht vom Weg abzukommen!!:)

    Lieben Gruss
    Tina

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Tina,

      danke für Ihr Feedback.

      Wie ich sehe, sind Sie ein Dranbleiberin :-)

      Beim sensitiven Beziehungswahn (F22.0), spricht die ICD-10 von einer einzelnen lang andauernden Wahnidee, wobei die Wahninhalte variabel sind.

      In der ICD-10 steht dazu beispielsweise:“Oft handelt es sich um einen Verfolgungswahn, hypochondrischen Wahn, Größen-, Querulanten-, Eifersuchtswahn oder einem Wahn, dass der Körper der betreffenden Person deformiert sei, dass andere denken, er oder sie rieche schlecht oder sei homosexuell.”

      Bei dem Begriff “Wahnwahrnehmung” steckt das Wort “Wahrnehmung” drin. Dabei handelt es sich nicht um einen Wahninhalt, sondern um eine Form des Wahnerlebens (siehe dazu auch mein Handout zum Psychopathologischen Befund).

      Bei der Wahnwahrnehmung nimmt der Betroffene etwas tatsächlich Vorhandenes richtig wahr, zum Beispiel den Regenwurm, er misst jedoch dieser Wahrnehmung eine krankhafte Bedeutung bei.

      Beispiel: “Der Wurm ist ein Zeichen von Gott, dass ich der neue Messias bin.” oder “Der Wurm ist ein Hinweis darauf, dass mich morgen Außerirdische abholen.”

      Ich wünsche Ihnen weiterhin ein strukturiertes und entspanntes Lernen.

      Viele Grüße

      Franziska Luschas