Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung: Kognitive Therapie bei akut schizophren Erkrankten?

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Nach meinen Erfahrungen mit vielen Kursteilnehmern in den letzten Jahren ist mir immer wieder aufgefallen, dass WAS Wissen (also reines inhaltliches Lehrbuchwissen) in aller Regel nicht ausreicht, um die mitunter anspruchsvolle Prüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie erfolgreich zu bestehen.

Sie sollten vor allem auch in der Lage sein, wichtige Zusammenhänge zwischen den einzelnen Lernthemen zu erkennen und so zu verknüpfen, dass Sie Ihr Wissen auch anhand eines komplexen Fallbeispiels anwenden (= Transfer- bzw. Anwendungswissen) können.

Mit reinem Auswendiglernen kommen Sie da erfahrungsgemäß nicht weit …

Aus diesem Grund habe ich diejenigen Original Prüfungsfragen verständlich und praxisnah erklärt,  bei denen viele angehende Heilpraktiker für Psychotherapie, in ihrer Vorbereitung zur schriftlichen Überprüfung, die meisten Schwierigkeiten berichteten. 

Ausgewählte Fragen aus der schriftlichen Heilpraktikerprüfung Psychotherapie Oktober 2010 (B)

Zu den Prüfungsfragen 2, 5, 6, 9, 10, 14 und 27 gebe ich praktische Hinweise und wertvolle Tipps zum systematischen Beantworten.

Dabei handelt es sich um die folgenden Lernthemen:

  • Demenzerkrankungen
  • kognitive Therapie nach Beck
  • schizoide Persönlichkeitsstörung
  • Abwehrmechanismen
  • Schizophrenie
  • Angststörungen
  • katatone Schizophrenie

Frage 5: Welche der folgenden Aussagen zur kognitiven Therapie nach Beck treffen zu?

Aussage 4: Diese Therapie ist bei akut schizophrenen Erkrankungen indiziert.

Das ist natürlich falsch, denn in einem psychotischen Schub beispielsweise ist die Gabe von hochpotenten Neuroleptika (Antipsychotika) das Mittel der Wahl.

Die kognitive Therapie nach Beck, die von Aaron Beck ursprünglich zur Behandlung von Depressionen entwickelt wurde, läuft in folgenden Schritten ab:

  1. Die Patienten lernen ihre dysfunktionalen Gedanken zu identifizieren (zu erkennen).
  2. Diese Gedanken werden mithilfe des Sokratischen Dialogs (z.B. auf Realität und Funktionalität) überprüft.
  3. Neue realistischere, funktionalere Gedanken werden erarbeitet und 
  4. im Alltag wiederholt eingeübt und integriert.

Charakteristisch für Patienten im psychotischen Schub ist eine Positivsymptomatik. Der Patient leidet in der Regel an Wahnvorstellungen, Ich-Störungen und Halluzinationen. Häufig ist auch der Denkablauf (formale Denkstörung) gestört.

Die kognitive Therapie nach Beck ist für einen akut schizophren Erkrankten deswegen nicht indiziert.

Mein Hinweis für HeilpraktikerErfolg Leser

Weitergehende Informationen in Form von HP Psych. Prüfungswissen, Trainingsvideos, Mindmaps oder Handouts (PDF Dateien) stehen Ihnen ab hier als Teilnehmer unserer günstigen Onlinekurse zur Verfügung.

Wenn Sie die Inhalte hier nicht sehen, dann sind Sie entweder nicht angemeldet, nicht mehr angemeldet oder keine Onlinekurs Teilnehmerin.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Kognitiver Verhaltenstherapie. Sie zeigt auf ihrer Selbsthilfe-Webseite anderen Menschen, wie sie wieder "Boss im Kopf" werden können. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich und unterstützt den Tierschutz.

P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

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Kommentare

  1. Volkhard schreibt:

    Ich wurde bei Frage 14, Antwortalternative B stutzig:
    “Etwa 10% der Bevölkerung leiden im Laufe ihres Lebens an einer behandlungsbedürftigen Angststörung.”
    In Ihren OPS-Ausführungen zu Angsterkrankungen nennen Sie eine Lebenszeitprävalenz von 15%. Diese Zahl hatte ich auch im Lehrbuch von K.Lieb und von J.Koeslin gelesen.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie und die Kollegen hier falsch liegen.

    Bei Frage 24 geht es Kopfschmerzen.
    Ich habe ich mit Logik und Halbwissen die richtigen Antworten getroffen. Aber mir stellt sich doch die Frage, wo hier die Grenze
    zum medizinischen Fachwissen gesetzt wird.

    Mit freundlichen Grüßen vom Rhein
    Volkhard

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Volkhard,

      die Antworten B und D auf die Frage 14 sind richtig.

      Im Rahmen einer sehr umfangreichen und repräsentativen Studie über den Gesundheitszustand in Deutschland im Jahr 2013 fand man bei 15,4 Prozent der 18- bis 79-Jährigen eine Angststörung innerhalb der letzten 12 Monate (12-Monats-Prävalenz).

      (Quelle: Psychische Erkrankungen und ihr Behandlungsbedarf – Studie zur Gesundheit Erwachsener, DEGS1-MH, Laufzeit: 2009-2012)

      Die Lebenszeitprävalenz ist meist höher als die Punktprävalenz und wird in vielen Fachbüchern mit ca. 20% angegeben.

      Eine Bestimmung der Häufigkeit ist nicht einfach, da insbesondere die einfachen Phobien nicht immer das Alltagsleben beeinträchtigen. Hinzu kommt auch, dass bei manchen epidemiologischen Studien auch leichtere Störungen mit grenzwertigem Krankheitswert mitgezählt werden (z.B. verschiedene leichtere Phobien).

      Da diese HPP Überprüfung schon fast 7 Jahre zurückliegt, ist es ferner möglich, dass die Prävalenzraten in den Lehrbüchern zwischenzeitlich (je nach Studie und Autor) evtl. (leicht) gestiegen sind.

      Und noch ein Hinweis:
      In den meisten vergangenen (schriftlichen) HPP Prüfung war der Unterschied zwischen den einzelnen Antwortmöglichkeiten meist klar und ausreichend, um die Frage eindeutig beantworten zu können.

      Die Frage 24 kann ich Ihnen nicht beantworten. Vielleicht erkundigen Sie sich hier bei Ihrem Prüfungsamt.

      In der Vergangenheit gabe es in den schriftliche HPP Prüfung immer wieder 1-2 Fragen, die zuvor so noch nicht gestellt wurden bzw. vom Schwierigkeitsgrad höher waren.

      Deshalb ist es m.E. umso wichtiger, dass Sie das zentrale HPP Wissen gut einüben und regelmäßig Original-Prüfungen lösen, damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Sie möglichst viele Fragen richtig beantworten können.

      Meiner Meinung nach gibt es hier die 100%ige Sicherheit nicht.

      Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Lernen und viel Erfolg in Ihren Prüfungen.

  2. Katja schreibt:

    Hallo liebe Frau Luschas,

    ihr Orientierungspaket ist sehr hilfreich. Vor allem Ihre frische und sehr motivierende Art gibt mir immer wieder neuen Schwung zum lernen.
    Ich habe eine Frage zur Prüfung Oktober 2010, die ich einfach nicht verstehe.
    Frage 19: Welche der folgenden Aussagen zum Delir treffen zu: Die Antwort 2: “Eine Störung der Bewusstseinslage spricht gegen ein Delir.” wird als richtig eingestuft. Das verstehe ich nur nicht, da doch die Merkmale eines Delirs Bewusstseinsstörungen (leicht bis Koma) sind. Wie können Sie mir das erklären? Herzlichen Dank im Voraus! Katja

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Katja, da haben Sie Recht.

      Deshalb stand ja auch im Lösungsschlüssel eine Bemerkung, dass es in der Prüfung 1, 3 und 5 lauten müsste und Antwort B dann stimmt.

      Ich habe jetzt die Prüfung und den Lösungsschlüssel ausgetauscht :-)

      Viele Grüße aus dem milden Fürth