Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung: Parkinson Symptomatik durch Haloperidol?

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Die Aussage 4 zur Frage 12, Gruppe A:

“Eine Parkinsonsymptomatik kann durch Psychopharmaka ausgelöst werden”

in der schriftlichen Überprüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie, im Oktober 2013, ist richtig!

Wenn Sie auch wissen, warum das so ist, dann fällt es Ihnen leichter wichtige  Zusammenhänge, zum Beispiel zwischen einer Schizophrenie und einer parkinsonähnlichen Symptomatik, herzustellen.

Und weil in der schriftlichen Prüfung immer wieder Fragen zur Schizophrenie, zu den Nebenwirkungen von Neuroleptika (bzw. Antipsychotika) oder auch zu Morbus Parkinson gestellt werden, gehe ich in diesem Beitrag auf die Aussage 4 etwas näher ein.

Warum Haldol zum Parkinson-Syndrom führen kann

Bei der Entstehung der Schizophrenie geht die Forschung von der Dopaminhypothese aus, wonach der Botenstoff Dopamin in einigen wichtigen Hirnregionen (z.B. das limbische System) im Übermaß ausgeschüttet wird.

Dieser Überschuss an Dopamin ist an der Entstehung der Positivsymptomatik (Wahn, Halluzinationen) beteiligt.

Klassische Neuroleptika (Prototyp: Haloperidol) blockieren die Aufnahme von Dopamin im Gehirn und die Plussymptome im Rahmen einer Schizophrenie werden unterdrückt.

Das wiederum kann zu einem Ungleichgewicht in der Substantia nigra (Schwarze Substanz), die Dopamin herstellt und im Striatum (Streifenkörper), einer wichtigen Schaltstelle im extrapyramidalmotorischen System, führen.

Das Bewegungsprogramm wird dadurch häufig in Mitleidenschaft gezogen. Dabei kann es zu einem Parkinson-Syndrom mit Rigor (Tonuserhöhung der Muskulatur), Tremor (Zittern) und Akinese (Bewegungsarmut) kommen.

Weiter kann es zu Dystonien (fehlerhaften Spannungszuständen der Muskulatur) und Dyskinesie kommen. Dies sind motorische Fehlfunktionen wie ruckartiges Herausstrecken der Zunge, Blickkrämpfe und Zucken der mimischen Muskulatur. Im Gegensatz zur akuten Dyskinesie sind Spätdyskinesien irreversibel.

Bei der der Entstehung der Parkinson-Erkrankung sind vor allem die Schwarze Substanz (= Substantia nigra) und der Streifenkörper ( = Striatum) beteiligt. Die Dopamin-produzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra sterben ab. So kommt es praktisch zu einem Dopaminmangel, der unter anderem das typische Parkinson-Syndrom auslöst.

Zu den weiteren Psychopharmaka, welche Parkinson-Symptome auslösen oder verschlechtern können, gehören auch Lithium, Valproat, SSRI der ersten Generation (z.B. Fluvoxamin).

Nochmals stark vereinfacht zusammengefasst

Ein Dopaminüberschuss führt unter anderem, im Rahmen einer Schizophrenie, zur Positivsymptomatik.

Klassische Neuroleptika, wie Haloperidol blockieren die Dopaminaufnahme im Gehirn. Das Dopamin im Gehirn wird also verringert.

Da aber Hirnbereiche mit dopaminhaltigen Nervenzellen willkürliche und unwillkürliche Bewegungen kontrollieren, kommt es zu den typischen Bewegungsstörungen.

Bei Parkinson sterben die dopaminhaltigen Nervenzellen nach und nach ab.

Deshalb kann es im Rahmen einer hochpotenten Neuroleptikabehandlung zu einer Parkinsonsymptomatik kommen.

Ausgewählte Fragen aus der schriftlichen Heilpraktikerprüfung Psychotherapie Oktober 2013 (A)

Zu den Prüfungsfragen 5, 12, 14, 15, 20 und 24 gebe ich praktische Hinweise und wertvolle Tipps zum systematischen Beantworten.

Dabei handelt es sich um die folgenden Lernthemen:

  • hebephrene Schizophrenie
  • Morbus Parkinson
  • paranoid-halluzinatorische Schizophrenie
  • Autogenes Training
  • chronische Schizophrenie
  • frühkindlicher Autismus

Mein Hinweis für HeilpraktikerErfolg Leser

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Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Kognitiver Verhaltenstherapie. Sie zeigt auf ihrer Selbsthilfe-Webseite anderen Menschen, wie sie wieder "Boss im Kopf" werden können. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich und unterstützt den Tierschutz.

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