Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung: Unterschied primärer und sekundärer Wahn

HeilpraktikerErfolg Ausbildungen, Workshops, Seminare, Kurse - Wissen praktisch gemacht - LuschasNach meinen Erfahrungen mit zahlreichen Kursteilnehmern in den letzten Jahren ist mir immer wieder aufgefallen, dass WAS Wissen (also reines inhaltliches Lehrbuchwissen) in aller Regel nicht ausreicht, um die mitunter anspruchsvolle Prüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie erfolgreich zu bestehen.

Sie sollten vor allem auch in der Lage sein, wichtige Zusammenhänge zwischen den einzelnen Lernthemen zu erkennen und so zu verknüpfen, dass Sie Ihr Wissen auch anhand eines komplexen Fallbeispiels anwenden (= Transfer- bzw. Anwendungswissen) können.

Mit reinem Auswendiglernen kommen Sie da erfahrungsgemäß nicht weit.

Aus diesem Grund habe ich besonders diejenigen Prüfungsfragen verständlich und praxisnah erklärt, bei denen viele angehende Heilpraktiker für Psychotherapie, in ihrer Vorbereitung zur schriftlichen Überprüfung, die meisten Schwierigkeiten berichteten.

Ausgewählte Fragen aus der schriftlichen Heilpraktikerprüfung Psychotherapie März 2007 (B)

Zu den Prüfungsfragen 4, 5, 8, 11, 12, 17, 20 und 23 gebe ich praktische Hinweise und wertvolle Tipps zum systematischen Beantworten.

Dabei handelt es sich um die folgenden Lernthemen:

  • inhaltliche Denkstörungen
  • Gegenübertragung in der Psychoanalyse
  • pychopathologischer Befund
  • Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
  • abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10)
  • “Sich-Versprechen” als Freud`sche Fehlleistung
  • Bulimia nervosa
  • dissoziale Persönlichkeitsstörung

Frage 4: Zu den inhaltlichen Denkstörungen zählt man:

B) den primären Wahn

Der Wahn zählt laut psychopathologischen Befund natürlich zu den inhaltlichen Denkstörungen. Aber was heißt jetzt “primär”?

In vielen Psychiatrie & Psychotherapie Lehrbüchern wird der primäre Wahn als eigentlicher Wahn beschrieben. Das kann eine Wahnidee bzw. -gedanke sein, der plötzlich ohne Bezug zu äußeren Reizen (Erlebnissen) entsteht.

Im Rahmen einer paranoiden Schizophrenie könnte das zum Beispiel der Verfolgungswahn sein: “Ich werde von der CIA gesucht.”

Die (pathologische) Verarbeitung von äußeren Reizen (beispielsweise ein Mann mit der Kamera) nennt man auch Erklärungswahn bzw. sekundärer Wahn: “Ein CIA-Agent hat mich gerade entdeckt.”

Mein Hinweis für HeilpraktikerErfolg Leser

Weitergehende Informationen in Form von HP Psych. Prüfungswissen, Trainingsvideos, Mindmaps oder Handouts (PDF Dateien) stehen Ihnen ab hier als Teilnehmer unserer günstigen Onlinekurse zur Verfügung.

Wenn Sie die Inhalte hier nicht sehen, dann sind Sie entweder nicht angemeldet, nicht mehr angemeldet oder keine Onlinekurs Teilnehmerin.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Kognitiver Verhaltenstherapie. Sie zeigt auf ihrer Selbsthilfe-Webseite anderen Menschen, wie sie wieder "Boss im Kopf" werden können. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich und unterstützt den Tierschutz.

P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

P.P.S.
Und folgen Sie uns auf Youtube.com, indem Sie unseren HeilpraktikerErfolg Kanal abonnieren, damit Sie auf dem aktuellsten Stand der Entwicklungen bleiben.

Kommentare

  1. Sandra  am  03.10.16:

    Hallo Frau Luschas,
    ich habe gerade erst mit Ihrem Prüfungsvorbereitungskurs begonnen, kann aber schon sagen dass Ihre strukturierte Vorgehensweise für mich sehr hilfreich ist. Zu den Ich-Störungen habe ich nun eine Frage. Sie erklären, dass bei den Ich-Störungen immer das Gefühl des “von außen gemachten” besteht. Das kann ich für Gedankeneingebung und -entzug sehr gut nachvollziehen. Bei der Gedankenausbreitung, bei Derealisation und bei Depersonalisation habe ich jedoch Schwierigkeiten das “von außen gemachte” nachzuvollziehen. Andere sorgen dafür dass sich meine Gedanken ausbreiten, ich mich depersonalisiere? Oder wie ist das gemeint?

    Vielen Dank schon mal und liebe Grüße
    Sandra

    • Franziska Luschas  am  03.10.16:

      Hallo Sandra,

      Danke für Ihr positives Feedback :-)

      Ja, da haben Sie recht. Das Gefühl der Fremdbeeinflussung bzw. des von außen gemachten gilt insb. für die psychotischen Ich-Störungen, die v.a. während einer Schizophrenie auftreten können.

      Beispiele: Gedankenentzug, Gedankeneingebung, Fremdbeeinflussungserlebnisse (Willensbeeinflussung).
      Quelle: Schneider & Weber. (2009). “Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie …in 5 Tagen”. Springer.

      Im Gegensatz zu 2007 unterscheiden inzwischen manche Autoren (z.B. Rothenhäusler. 2012. Kompendium Praktische Psychiatrie und Psychotherapie. Springer. S. 30, ) zwischen 2 Arten der Ich-Störungen:

      1. Die nicht durch eine fremde Instanz beeinflussten Ich-Störungen (z.B. Derealisation und Depersonalisation).

      2. Die von außen gemachten, fremdbeeinflussten Ich-Störungen (“Störung der Meinhaftigkeit, “Ich-Haftigkeit”, z.B. Gedankenausbreitung, Gedankenentzug, Gedankeneingebung).

      Der Autor Ingo Simon hingegen differenziert in seinem Buch (“Heilpraktiker für Psychotherapie. Das Selbstlernsystem Band 2: Allgemeine Psychopathologie”, 2014, Books on Demand) auf Seite 37 zwischen Ich-Störungen (Störung der Meinhaftigkeit), die als von außen und von anderen gemacht erlebt werden und Entfremdungserlebnissen (Depersonalisation, Derealisation, Gedankenausbreitung).

      Nach meiner Erfahrung werden in der schriftlichen HPP Prüfung in der Regel Fragen ausgewählt, die jedoch eindeutiger zu beantworten sind.

      Und bleiben Sie weiterhin achtsam bei Worten, wie “nie” oder “immer” :-)

      Ich wünsche Ihnen noch entspanntes Lernen und viel Erfolg bei Ihrer Prüfung.

  2. Manuela  am  27.07.15:

    Liebe Frau Luschas,
    Anpassungsstörungen sind ja Zustände subjektiver Bedrängnis … und sollten, wenn sie denn die Dauer von 6 Monaten nicht überschreiten nicht als solche kodiert werden. Für mich etwas verwirrend, wenn in der Frage 25 steht, die Symptome halten meist nicht länger als 6 Monate an. Es ist aber auch eine längere Dauer (bis zu 2 Jahre möglich – längere depr. Reaktion).
    Was stimmt denn jetzt?
    Vielen Dank für eine Antwort.
    mfg. Manuela

    • Franziska Luschas  am  27.07.15:

      Hallo Manuela,

      in der schriftlichen Prüfung März 2007 (Gruppe B) sind die richtigen Antworten auf die Frage 25 B und D.

      Laut ICD-10 Kapitel V (F) halten die Symptome der Anpassungsstörung meist nicht länger als 6 Monate an. Eine Ausnahme ist die nach ICD-10 diagnostizierte “längere depressive Reaktion”, die bis zu 2 Jahre bestehen kann (F43.21). Also stimmt beides.

      En spannendes Lernen wünscht Ihnen

      Franziska Luschas

  3. Tina  am  06.02.15:

    Liebe Frau Luschas,

    vielen Dank! Das kann ich gut so einsortieren.
    Mich hat zusätzlich das reizbar irritiert… da kam bei mir sofort die paranoide PS.Deshalb habe ich mich auch verleiten lassen.

    Ganz liebe Grüsse Tina

1 2 3