Heilpraktiker Psychotherapie Wissen: Unterschied zwischen Stupor und Katalepsie

HeilpraktikerErfolg - Was Heilpraktiker Psychotherapie für die Prüfung wissen müssen - LuschasVor einigen Tagen fragte mich eine Teilnehmerin des Orientierungspaketes für die schriftliche Überprüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie, wie man den Stupor am besten von der Katalepsie unterscheidet.

Eine berechtigte Frage, auch wenn ich mich nicht erinnern kann, dass in der schriftlichen Prüfung wortwörtlich danach gefragt worden ist.

Nach meinen Erfahrungen ist es jedoch gerade auch bei Transferfragen hilfreich zu wissen, wann man von einem ausgeprägten Stupor und wann man von einer Katalepsie spricht.

Die Katalepsie gehört zum Stupor

Unter Stupor versteht man einen Zustand reduzierter bzw. aufgehobener psychomotorischer Aktivität (“Erstarren”) ohne Bewusstseinsstörung mit einer Dauer von wenigen Minuten bis zu mehreren Wochen.

Stupor als Oberbegriff für motorische Bewegungslosigkeit umfasst die Katalepsie, bei der der Patient in einer passiv gegebenen Körperhaltung erstarrt und das bei voll erhaltenem Bewusstsein.

Der Stupor kann zum Beispiel bei schweren Depressionen (= depressiver Stupor), bei der katatonen Schizophrenie (katatoner Stupor), als psychogener Stupor im Rahmen einer dissoziativen Störung oder auch als manischer Stupor bei der Manie vorkommen.

Differenzialdiagnostisch abzugrenzen sind organisch bedingte kataton-stuporöse Syndrome, zum Beispiel verursacht durch ZNS-Erkrankungen, fortgeschrittener Demenz, das maligne neuroleptische Syndrom oder Drogenmissbrauch.

Ein ausgeprägter Stupor (Vollbild des Stupors) ist jedoch insgesamt relativ selten zu beobachten.

Häufiger sieht man das Teilbild eines Stupors (= Substupor). Bei diesem “Teilstupor” kann man beispielsweise die Gliedmaßen des Patienten in eine bestimmte Haltung bzw. Stellung bringen (wie bei einer Gliederpuppe), die er dann beibehält (= Katalepsie).

Weil der Untersucher bei der passiven Bewegung der Gliedmaßen einen zähen Widerstand spürt (ähnlich wie beim Formen einer Wachspuppe), spricht man auch von einer “wächsernen Biegsamkeit” (= Flexibilitas cerea) der Gliedmaßen.

Elektrokrampftherapie bei perniziöser Katatonie

Bitte denken Sie im Zusammenhang mit dem katatonen Stupor auch an die perniziöse (febrile) Katatonie, einem akuten lebensbedrohlichen Zustand, bei dem die Elektro-Krampf-Therapie (EKT) das Mittel der Wahl ist.

Wenn der Patient, vor allem im Rahmen der katatonen Schizophrenie, ausgeprägte psychomotorische Symptome zeigt, spricht man auch von katatonen Symptomen.

Obwohl sie heutzutage durch verbesserte Behandlungsmethoden nur noch selten auftreten, können bei manchen Patienten Symptome der katatonen Erregung (= starke motorische Erregung) oder des katatonen Stupors auftreten.

Bei einem katatonen Stupor verfällt der Patient bei erhaltenem Bewusstsein in eine Bewegungsstarre, in der er keine Bewegung mehr aktiv ausführt und mutistisch ist. Dabei können die Gliedmaßen des Patienten passiv in bestimmte Stellungen bewegt werden, die beibehalten werden (siehe Katalepsie).

Bei der sehr seltenen, im Verlauf einer schizophrenen Psychose auftretenden, perniziösen Katatonie treten neben den katatonen Symptomen (wie Stupor) Hyperthermie (Übererwärmung des Körpers) und vegetative Entgleisung (v.a. Entgleisung des Elektrolythaushalts) auf.

Wenn eine neuroleptische Therapie keine Besserung verspricht, muss frühzeitig eine Elektrokrampftherapie eingeleitet werden.

Weiterführende Literaturhinweise

  • Frieboes, R. M. (2008). Psychiatrie in Frage und Antwort: Fragen und Fallgeschichten zur Vorbereitung auf mündliche Prüfungen während des Semesters und im Examen. Urban & Fischer.
  • Möller, H.-J. (2013). Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme.

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Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Kognitiver Verhaltenstherapie. Sie zeigt auf ihrer Selbsthilfe-Webseite anderen Menschen, wie sie wieder "Boss im Kopf" werden können. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich und unterstützt den Tierschutz.

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