Warum die Kognitive Verhaltenstherapie in der mündlichen Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung immer wichtiger wird

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Seitdem ich angehende Heilpraktiker für Psychotherapie helfe, sich strukturiert und praxisorientiert auf ihre Überprüfungen vorzubereiten, stelle ich immer öfter fest, dass reines Auswendiglernen für gewöhnlich nicht mehr ausreicht, um insbesondere die mündliche HPP Überprüfung erfolgreich zu bestehen.

Viele Prüfer wollen nicht nur wissen, ob Sie über ein (wissenschaftlich anerkanntes) Therapieverfahren gut Bescheid wissen, sondern Sie sollen auch demonstrieren, wie Sie diese Therapiemethoden im Einzelfall (am Fallbeispiel) beim Patienten anwenden.

Prüfer fragen oftmals das, womit sie sich auskennen

Von Jahr zu Jahr berichten mir immer mehr Prüflinge, dass Prüfer eine abgeschlossene Ausbildung in einem (anerkannten) Psychotherapieverfahren für das erfolgreiche Bestehen der mündlichen Prüfung voraussetzen.

Nach meiner Erfahrung ist es auch hilfreich, wenn Sie bereits wissen, mit welchem Therapieverfahren bzw. -methoden Sie arbeiten möchten.

Am besten erkundigen Sie sich vorher – zum Beispiel anhand von Gedächtnisprotokollen – auf was die Prüfer Ihres Gesundheitsamtes besonders Wert legen.

Viele Prüflinge stellen sich mit der Kognitiven Verhaltenstherapie vor, nicht alleine deswegen, weil diese Psychotherapieform bei vielen Störungsbildern (vgl. wissenschaftlicher Beirat) wissenschaftlich gut belegt ist, sondern eine transparente, logische und vor allem strukturierte therapeutische Vorgehensweise bietet.

Außerdem sind viele Prüfer, die als klinische Ärzte oder niedergelassene Psychotherapeuten arbeiten, selbst ausgebildete Verhaltenstherapeuten.

Ein Prüfer mit einer Approbation in Verhaltenstherapie meinte einmal zu mir: “Letztendlich ich kann nur das fragen, worin ich mich auskenne und das ist nun mal keine Tanz- oder Musiktherapie. Manche der vorgestellten Therapien sagen mir rein gar nichts.”

Und das heißt nicht, dass es nicht auch Prüfer gibt, die sich mit Tanztherapie oder Biosynthese auskennen. Aber das dürfte eher die Ausnahme sein.

Die Verhaltenstherapie wird immer gefragter

Zahlreiche Gedächtnisprotokolle, wie zum Beispiel aus mündlichen Prüfungen in Ansbach, Düsseldorf, Freiburg, Karlsruhe oder Nürnberg zeigen, dass -  insb. bei der Behandlung von Angst- oder Zwangsstörungen, Süchten, Depressionen, PTBS oder auch Persönlichkeitsstörungen – grundlegende Kenntnisse zum verhaltenstherapeutischen Vorgehen erwartet werden.

In dieser Email beispielsweise berichtet eine Heilpraktikerin für Psychotherapie über ihre Erfahrung in der mündlichen Überprüfung, die erst wenige Tage zurückliegt.

“Liebe Frau Luschas,
gestern habe ich in Düsseldorf die mündliche Prüfung bestanden.

Ich hatte vorher den Tipp bekommen, daß in Düsseldorf sehr viel Wert darauf gelegt wird, daß der Prüfling sein Therapieverfahren beherrscht.

Darauf habe ich mich intensiv mit Ihrem KVT-Boss vorbereitet und das Thema hat tatsächlich fast die Hälfte der Prüfungszeit beansprucht. [...]“

Ein Prüfling schreibt im Dezember 2014:

[...] “Nachdem ich gefragt wurde, mit welcher Therapie ich arbeiten möchte und erklärte, dass ich mit der Verhaltenstherapie behandeln möchte, habe ich den Ablauf erklärt. Dank ihrer Seite wusste ich ziemlich gut Bescheid.

Ich wurde nach draußen geschickt. Etwas später als ich reingerufen wurde,  sagte mir der Amtsartz, ich wäre durch gefallen. Ich wußte nicht warum ABER er hat gesagt, dass ich erst einmal ein Psychotherapieverfahren abschließen muss. [...].

Weitere Berichte und Erfahrungen finden Sie unter Referenzen und Kommentare.

Wie Sie sich auf die mündliche Prüfung HP PSYCH strukturiert, effizient und entspannt vorbereiten

Unabhängig, mit welchem Therapieverfahren Sie sich bei welchem Gesundheitsamt auch immer vorstellen, hier finden Sie einige bewährte Tipps für eine systematische und entspannte Prüfungsvorbereitung.

Die übliche Anspannung und Nervosität können Sie beispielsweise spürbar verringern, indem Sie:

  1. sich regelmäßig entspannen und dadurch für mehr Ruhe und Klarheit in Ihrem Denken sorgen.
  2. sich ausführlich mithilfe von Gedächtnisprotokollen aus vergangenen Prüfungen Ihres Gesundheitsamtes vorbereiten.
  3. wiederholt Fallbeispiele durchlesen, z.B. Ofenstein: “Mündliche Prüfung Heilpraktiker für Psychotherapie” oder Lieb: “Fallgeschichten Psychiatrie und Psychotherapie: Bedside-learning”. Hier finden Sie weitere hilfreiche Buchempfehlungen und Tipps, auch für die mündliche Prüfung.
  4. mögliche Prüfungssituationen, am besten innerhalb einer Lerngruppe, mehrmals durchspielen.
  5. blockierende Gedanken und Ängste bearbeiten.

Aktuelles Gedächtnisprotokoll hier zum Runterladen

Aus meiner Erfahrung mit Hunderten von Prüflingen stelle ich auch immer wieder fest, wie wichtig das gründliche Durcharbeiten von Gedächtnisprotokollen ist.

Dieses Prüfungsprotokoll hat eine ehemalige Teilnehmerin aus meinem letzten mündlichen Präsenz-Prüfungsvorbereitungskurs freundlicherweise bereitgestellt.

An dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN an alle Prüflinge, die sich nach ihrer Überprüfung die Mühe machen, ihre Erfahrungen und erinnerten Prüfungsinhalte mit anderen Prüflingen zu teilen.

Viele Prüflinge, die typische Prüfungssituationen (mithilfe von Prüfungsprotokollen) selbst erleben, sind immer wieder erstaunt, wie sehr ihnen das Rollenspiel dabei hilft, eigene Schwachstellen und blinde Flecken zu erkennen. Durch diese wertvolle Erfahrung können sie sich dann noch zielgerichteter vorbereiten.

Häufig fühlen sich die Prüflinge durch die Prüfungssimulation auch sicherer und selbstbewusster, was nicht nur bei den Prüfern gut ankommt :-)

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Lernen und viel Erfolg in Ihrer Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

P.P.S.
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Kommentare

  1. Tina schreibt:

    Liebe Frau Luschas,

    ich habe eine Frage zum oben angeführten Gedächtnisprototkoll.
    Warum kann es nicht auch eine PTBS sein? Der einzige Aspekt, der nicht ganz stimmig ist, ist die Angst, dass Blut aus der Dusche kommt.Dabei wissen wir aber nicht, ob das wahnhaft und unverrückbar ist oder die Patientin aufgrund der angesehenen Videos und dem vielen Blut phantasiert und überall Blut sieht.Ausserdem gibt es für mich keine weiteren Anhaltspunkte für eine Schizophrenie, ausser das Alter.In der ICD10 steht weiterhin bei der PTBS : Vermeidung von Reizen, die eine Wiedererinnerung an das Trauma hervorrufen könnten, sind häufig zu beobachten, aber für die Diagnose nicht wesentlich.Vermeidung wäre nicht vorhanden (damit meinen sie wohl das ansehen der Fotos und Videos).Durch das krank sein vermeidet sie doch aber das Arbeiten, dass dazu führen könnte, dass sie erneut so einer Sit ausgesetzt wird.
    Fehlen da evtl noch ein par Symptome? Und würde das so beschriebene wirklich für eine Diagnose paranoide Schizophrenie ausreichen?

    Liebe Grüsse
    Tina

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Tina,

      bei diesem Fall handelt es sich um eine typische Transferfrage.

      Diese Vorgehensweise hat sich bei Fallbeispielen bewährt:

      1. Lesen sie den Fall konzentriert durch.

      2. Markieren Sie die einzelnen Symptome inkl. Zeitkriterien und schreiben Sie sie stichpunktartig auf.

      3. Lesen Sie sich Ihre Stichpunkte durch und überlegen Sie, welche Diagnose(n) am ehesten zutreffen und geben Sie Gründe dafür / dagegen an (wie Sie es in Ihrer Frage schon gemacht haben).

      Häufig erweist es sich als vorteilhaft, die Prüfer an den wichtigsten Überlegungen teilhaben zu lassen.

      Allerdings setzt das eine gute Kenntnis über die diagnostischen Leitlinien der einzelnen Störungen (ICD-10) voraus.

      Mein Tipp:

      Lesen Sie noch einmal die Kriterien für eine PTBS und paranoide Schizophrenie aufmerksam durch.

      Außerdem handelt es sich hierbei um ein Gedächtnis- nicht um ein Prüfungsprotokoll oder Mitschnitt.

      Es ist wahrscheinlich, dass hier einige Infos fehlen oder zu kurz gekommen sind.

      Viele Grüße

      Franziska Luschas