Psychopathologischer Befund für die Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung

HeilpraktikerErfolg-Pruefungswissen-KVT-Methoden-01

Die Psychopathologie ist die Lehre von den Symptomen und Syndromen psychischer Erkrankungen und stellt die Grundlage für eine erfolgreiche Diagnose dar.

Die psychopathologischen Symptome sind Bestandteil jeder schriftlichen Prüfung!

Weiter unten erhalten Sie ein herunterladbares Handout zum Psychopathologischen Befund, welches ich speziell für die schriftliche Überprüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie erstellt habe.

Damit schaffen Sie eine gute Grundlage für ein besseres Verständnis psychischer Störungen, deren Diagnose sowie für eine erfolgreiche schriftliche und mündliche Prüfung HP Psych. beim Gesundheitsamt.

Psychopathologie Definition

Während Pathologie (Pathologische Anatomie) die körperlichen Aspekte von Kranksein und Krankheit untersucht, befasst sich die Psychopathologie mit deren psychischen Bedingungen.

Sie ist also eine wissenschaftliche Methodenlehre zur Erfassung von seelischen Zuständen, denen ein Krankheitswert zugeschrieben wird.

Wozu braucht man den Psychopathologischen Befund?

In psychiatrischen Kliniken explorieren (erheben) Ärzte oder Psychotherapeuten den Psychopatholgischen Befund anhand eines (strukturierten) Interviews.

Dabei werden v.a. (1) konkrete Symptome abgefragt, die zusammengebündelt ein (2) Syndrom erkennen lassen, auf deren Basis auf die (3) (vorläufige) Diagnose geschlossen wird.

Damit Sie eine möglichst genaue psychiatrische/psychologische Diagnose stellen können, sollten Sie die psychopathologischen Symptome (einzelne Krankheitszeichen) und Syndrome (Komplex von Krankheitszeichen) gut kennen.

Beispiel:

Ein Patient klagt langsam und mit leiser Stimme über seine niedergerdrückte Stimmung, dass er sich an nichts mehr erfreuen könne. Insbesondere morgens komme er kaum aus dem Bett. Er müsse sich zu Dingen aufraffen, die er früher gerne gemacht habe. Er mache sich große Sorgen über seine Familie, seine Finanzen und seine Arbeit. Zunehmend glaube er, dem Ganzen nicht mehr gewachsen zu sein. Er zweifle an seinen Fähigkeiten und traue sich nicht an neue Aufgaben. Das alles zeige ihm, dass er zu nichts mehr tauge. (= Symptome)

Daraus kann auf ein depressives Syndrom geschlossen werden.

Es kann also mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer depressiven Episode (= Diagnose) ausgegangen werden.

In einem psychopathologischen Befund wird also ermittelt, welche verschiedenen psychischen Funktionen gestört sind. Anhand des o.g. Beispiels erfahren Sie hier, welche der folgenden Symptome (in Klammern) welcher psychischen Funktion zugeordnet werden können:

  • klagt langsam (Denkverlangsamung) zu Formale Denkstörungen
  • mit leiser Stimme (Antriebsschwäche) zu Störungen des Antriebs
  • niedergedrückte Stimmung, Freudlosigkeit (Depressivität) zu Störungen der Affektivität
  • zu Dingen aufraffen müssen (Antriebsschwäche) zu Störungen des Antriebs
  • Sorgen (Grübeln) zu Formale Denkstörungen
  • Selbstzweifel (Insuffizienzgefühle) zu Störungen der Affektivität
  • Wertlosigkeit (Insuffizienzgefühle) zu Störungen der Affektivität 

Skript zum Psychopathologischen Befund

Dezember 2014 Hinweis:

Mittlerweile habe ich diesen Psychopathologischen Befund neu überarbeitet und allen Teilnehmern unseres Online Orientierungspakets zur Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung zum Herunterladen zur Verfügung gestellt.

Nichtsdestotrotz ist dieser etwas ältere, nicht mehr ganz aktuelle Psychopathologische Befund für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie (HPG) immer noch hilfreich und nützlich, um einen ersten Überblick in dieses wichtige Heilpraktiker Psychotherapie Prüfungsgebiet zu bekommen.

Der Inhalt dieses Dokuments besteht aus einer bewährten Kombination von universitären Wissen und Standard Lehrbüchern. Dadurch ist der Lernstoff nochmals strukturierter, verständlicher und damit noch gehirngerechter und zum Einprägen bestens geeignet.

Hier erhalten Sie das Handout zum psychopathologischen Befund im übersichtlichen PDF Format:

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

P.S.
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P.P.S.
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Kommentare

  1. Petra schreibt:

    Hallo Frau Luschas,
    vielen Dank für Ihre schnelle und hilfreiche Antwort.

    Liebe Grüsse
    Petra

  2. Petra schreibt:

    Sehr geehrte Frau Luschas,
    ich plane die Prüfung im März 2017 in Potsdam zu machen. Aus verschiedenen Gedächtnisprotokollen konnte ich entnehmen, dass nach dem beabsichtigten Betätigungsfeld gefragt wurde. Ich möchte nach bestandener Prüfung ohne Bedenken und mit der fachlichen wie rechtlichen Absicherung des HPP Hypnosen anbieten, die mir ohne “Schein” nicht erlaubt wären. Meine Frage: Ist es angebracht dies so als evtl. Perspektive zu nennen? Oder sollte ich unbedingt noch ein weiteres Psychotherapieverfahren anvisieren?
    Mit dem Online-Orientierungspaket arbeite ich sehr gern und es beruhigt mich einen roten Faden zu haben dem ich folgen kann.

    Vielen Dank und herzliche Grüße
    Petra

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Petra,

      meines Erachtens können Sie nicht davon ausgehen, dass sich die Prüfer mit Hypnose auskennen. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie nach dem einen oder anderen gängigen Richtlinienverfahren fragen, wie zum Beispiel der Kognitiven Verhaltenstherapie.

      In einigen Gedächtnisprotkollen geben die Prüflinge auch an, dass sie zum Beispiel in Systemischer Therapie ausgebildet sind und zusätzlich mit Methoden aus der KVT arbeiten wollen. Auch wenn sich die Prüfer nicht gut in Systemischer Therapie auskennen, können sie nun ggf. nach KVT üblichen Konzepten und Vorgehen fragen.

      Empfehlung: Sie solten sich zumindest in einem wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren näher auskennen.

      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Prüfung und vieleicht berichten Sie, wie es gelaufen ist.

      Herzlich Grüße

      Franziska Luschas

  3. Ulla schreibt:

    Hallo Frau Luschas,
    wir diskutieren darüber, wo genau das Gedankenlautwerden nun hingehört. Einer sagt Ich -Störungen. Der andere meint, dass das eine ak. Halluzination ist. Ich persönlich sage mir bei der OCD-10 steht es oben bei den anderen Ich-Störungen.Es ist ziemlich fließend im Übergang. Nun möchte ich wissen, was Sie dazu sagen ????
    Vielen Dank schon mal im voraus für Ihre Mühe. Bin begeistete online-Kurs Teilnehmerin

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Ulla,

      die Antwort auf ihre Frage habe ich 3 Kommentare über ihren schon beantwortet.

      Da es sich in Rahmen der Psychopathologie jedoch nicht um 100%ig trennbare bzw. zuordenbare Merkmale handelt, gehe ich noch ein wenig differenzierter darauf ein:

      Das Gedankenlautwerden wird im Allgemeinen zu den Ich-Störungen gezählt und kommt häufig bei der Schizophrenie vor (siehe mein Handout zum Psychopathologischen Befund im Handlungsplan des schriftlichen Orientierungspakets).

      Der Übergang zu akustischen Halluzinationen, also Stimmenhören, ist oft fließend.

      Einige Fachautoren unterscheiden zwischen dem “halluzinatorischen Gedankenlautwerden” und dem “wahnhaften Gedankenlautwerden”.

      Das halluzinatorische Gedankenlautwerden (“Das sind meine Gedanken, die ich höre. Die werden laut, wenn es still ist.”) gehört demnach zu den akustischen Halluzinationen.

      Das wahnhafte Gedankenlautwerden (“andere hören meine Gedanken mit, weil sie so laut sind”) wiederum zählt zur Gedankenausbreitung und damit zu den Ich-Störungen (“Durchlässigwerden der Ich-Umwelt-Schranke”).

      Weil hier keine begriffliche Klarheit herrscht, ist die erste Antwort meines Erachtens nach für die HPP Prüfung ausreichend. In der schriftlichen Prüfung werden uneindeutige Fragen und Antworten eher selten gestellt, denn damit könnten sie im Zweifelsfall auch anfechtbar sein.

      Ihnen weiterhin ein spannendes Lernen und viel Erfolg bei Ihrer Prüfung :-)

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