Verzetteln Sie sich nicht durch irreführende Fragen in der HPP Prüfungsvorbereitung

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“Darf man eine PTBS auch diagnostizieren, wenn Beginn, Dauer und Symptome zutreffen, das Ereignis aber eher auf eine Anpassungsstörung passt?”, hat mich vorgestern jemand auf meinem HeilpraktikerErfolg YouTube Kanal zum Video Überblick über die F43 Störungen gefragt.

Beobachten Sie jetzt einmal Ihre eigene Reaktion auf diese Frage, insb. wenn Sie gerade für die HP Psychotherapie Prüfung lernen…

Ich stelle immer wieder fest, dass sich manche angehende Heilpraktiker für Psychotherapie nach HPG während der Prüfungsvorbereitung irritieren lassen. Dazu gehören vor allem Vertreter der Perfektionisten Fraktion, die sich mit ausgedachten Fragen, die mit der Praxis oftmals nur wenig zu tun haben, mehr oder weniger selbst unter Druck setzen.

Beispiele:

“Daran habe ich ja noch gar nicht gedacht.”, “Hilfe, das kann ich ja gar nicht beantworten!”, ” Was ist, wenn das in der Prüfung gefragt wird.”, “Und ich habe gedacht, dass ich es schon einigermaßen verstanden hätte. …”

Posttraumatische Belastungsstörung als Reaktion auf eine Lebensveränderung, wie Trennung o. Ruhestand?

Und hier können Sie nun meine Antwort auf die oben gestellte Frage lesen:

“Die Symptome einer PTBS soll lt. IC-10 nur dann diagnostiziert werden, wenn sie ‘nach einem traumatisierenden Ereignis von außergewöhnlicher Schwere’ aufgetreten ist. ‘Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, flashbacks), oder in Träumen (…)’. Das schließt meines Erachtens eine Anpassungsstörung aus. Hier würde ich im Rahmen einer sorgfältigen (Fremd-)Anamnese nochmals genauer explorieren, was tatsächlich vorgefallen ist.”

Lassen Sie sich von solchen Fragen nicht verwirren bzw. beirren. Sonst steigt die Gefahr, dass Sie aufgrund von Stress nur noch unzureichend auf Ihr bisher Gelerntes bzw. auf Ihr vernünftiges Denken (= präfrontaler Cortex) zugreifen können.

Versuchen Sie kritisch und vor allem sachlich zu bleiben. Insb. dann, wenn sich Gefühle der Unsicherheit, Frustration oder Genervtheit in Ihnen breit machen wollen. Führen Sie in diesen Augenblicken bewusst eine kurze Entspannungsübung wie die X Prozess Grundtechnik durch.

Und lesen Sie sich dann die ICD-10 Kriterien oder Lehrbuch-Beschreibungen zu diesen 2 ineinander gemischten Teilfragen in aller Ruhe durch. Sie werden wahrscheinlich zur gleichen Schlussfolgerung wie ich kommen :-)

Falls möglich, empfehle ich Ihnen ein Praktikum in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie zu machen oder zumindest regelmäßig Fallbeispiele aus renommierten Lehrbüchern (z.B. Lieb: 50 Fälle Psychiatrie und Psychotherapie: Bed-side-learning. Elsevier) zu lesen.

Dadurch bekommen Sie einen besseren Bezug zur Praxis und merken in der Regel schneller, wenn Fragen oder daraus hervorgehende Diskussionen wenig sinnvoll oder praxis- bzw. realitätsfern sind.

Ich wünsche Ihnen eine entspannte Lernphase, eine sorgfältige Prüfungsvorbereitung und viel Erfolg in den anstehenden Prüfungen zur Heilpraktikerin bzw. zum Heilpraktiker für Psychotherapie :-)

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

P.S.
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P.P.S.
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