Warum die Kognitive Verhaltenstherapie bei fast jeder psychischen Störung wirksam ist

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“Behandeln Sie auch Angststörungen?” fragen mich häufig Anrufer. Andere Therapieinteressierte schildern in ihrer E-Mail ausführliche Symptome und fragen, ob ich “so etwas auch behandle”.

Größtenteils antworte ich mit “Ja”.

Wie das, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen?

Weil ich bevorzugt mit den wichtigsten Verfahren aus erfolgreichen Kognitiven Verhaltenstherapie arbeite.

Wie Sie mithilfe der Kognitiven Verhaltenstherapie negatives Verhalten abbauen und positives aufbauen

Das Hauptziel der Kognitiven Verhaltenstherapie besteht vor allem darin, dysfunktionales Denken, Fühlen und Verhalten (= Symptome) abzubauen und dafür funktionales Denken, Fühlen und Verhalten (= psychische Gesundheit) aufzubauen.

Letztendlich heißt das, alte schädliche Verhaltensmuster zu verringern, neue hilfreiche Bewältigungsstrategien zu entwickeln und diese regelmäßig einzuüben.

Ermöglicht wird dieses Um- bzw. Neu-Lernen jedoch erst durch die sog. Neuroplastizität unseres Gehirns. Denn unser Gehirn ist laut moderner Hirnforschung auch bis in hohe Alter anpassungsfähig (vgl. Prof. Hüther).

Neurobiologischer Lehrsatz: So wie wir unser Gehirn nutzen, so formt es sich.

Wenn wir also regelmäßig etwas anderes machen als bisher, verändern sich auch die entsprechenden neuronalen Areale bzw. Muster.

Zwei besonders wirksame Verfahren, die ich zur erfolgreichen Verhaltensveränderung in meiner psychologischen Praxis regelmäßig einsetze sind beispielsweise die wissenschaftlich fundierte Kognitive Umstrukturierung und das Expositionstraining.

Dabei spielt es in der Regel keine Rolle, ob die Klienten Symptome einer Angststörung, Traumatisierung, einer Zwangs- oder einer Essstörung zeigen.

Warum?

Weil ich  immer wieder feststelle, dass ein großer Teil der Symptomatik durch ein (extrem) verzerrtes Denken, den daraus resultierenden negativen Emotionen sowie der körperlichen Anspannung und dem häufigen Vermeidungsverhalten mitverursacht bzw. aufrechterhalten wird.

Warum Psychoedukation und Entspannung bei Angst, Depression und Schmerzen gleichermaßen helfen

Zu den häufigsten Störungen in der Heilpraktiker (Psychotherapie) Praxis zählen nach meinen Erfahrungen Angststörungen, Depressionen und somatoforme Störungen.

Unabhängig vom Störungsbild wende ich in meiner Selbstzahlerpraxis in der Regel nur wenige, aber fundamentale sowie sehr wirksame KVT Methoden an, welche ich Ihnen am Fallbeispiel einer 32-jährigen Werbekauffrau kurz illustrieren möchte.

HeilpraktikerErfolg - Moderne Integrative Psychotherapie Praktisch gemacht - LuschasDie 32-jährige Ina berichtete von “regelmäßiger panischer Angst vor schlimmen Krankheiten”, wechselnden körperlichen Symptomen ohne ausreichenden somatischen Befund und Perioden depressiver Verstimmung.

Nachdem sie bereits das 2. Mal für längere Zeit krankgeschrieben worden war, hatte sie sich dazu entschlossen, “endlich einige schlimme Erlebnisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten”.

Inas Symptomatik setzt sich insgesamt aus einzelnen Merkmalen einer Panikstörung, Somatisierungsstörung, Depression und einigen belastenden Lebensereignissen zusammen. Solche kombinierten Beschwerdebilder sind in der psychologischen Praxis gar nicht so selten.

Wie für viele andere Klienten ist es auch für Ina wichtig, eine plausible Erklärung für die Entstehung ihrer Symptome zu finden.

Deshalb haben wir im Rahmen des geleiteten Entdeckens zunächst ein auf die Klientin individuell zugeschnittenes Störungsmodell entwickelt.

Das fördert nicht nur die Selbstwirksamkeit, sondern auch das Krankheitsverständnis und die notwendige aktive Mitarbeit der Klientin.

Durch das Einüben einer effektiven Entspannungsmethode, die sie auch selbständig daheim oder sofort in stressigen Situationen anwenden konnte, wurde Ina Schritt für Schritt innerlich ruhiger und gelassener.

Gerade bei häufig vorkommenden psychischen Störungen, wie Angststörungen, Depression oder psychosomatische Störungen ist eine klientenzentrierte Psychoedukation und individuell zugeschnittene Entspannungsmethode hilfreich und sinnvoll.

Wie Kognitive Umstrukturierung und regelmäßiges Expositionstraining die Sichtweise positiv verändern

Im nächsten Schritt setzten wir dann mit der Kognitiven Umstrukturierung an ihren angstbesetzen Gedanken an.

Diese wissenschaftliche Hinterfragungs-Methode, insb. in der komprimierten und vereinfachten Form wie ich sie verwende, ist eine sehr wirksame Bestpraktik im Rahmen der Kognitiven Verhaltenstherapie.

Warum die Kognitive Umstrukturierung so wirksam ist, liegt daran, dass sie am innersten Kern unseres Menschseins ansetzt. Nämlich an den oftmals stark verzerrten Gedanken.

Schauen Sie sich hier auch das ausgezeichnete Video von Uwe Luschas an, worin er einfach und präzise erklärt, warum die Kognitive Verhaltenstherapie – und damit auch die Kognitive Umstrukturierung – auch störungsübergreifend erstaunliche Resultate erzielen kann.

Und durch die wiederholte Konfrontation mit den stärksten angstauslösenden Vorstellungen, wie ärztliche Untersuchungen oder belastende Erinnerungen, konnten die hartnäckigen, neuronalen Angstmuster im Gehirn der Klientin “umgeschrieben” und erfolgreich integriert werden.

Über das Ergebnis war Ina mehr als verblüfft. Es gab immer mehr Tage, an denen sie ihre “Angst vor Krankheiten ganz vergaß” :-)

Selbst im Wartezimmer steigerte sich ihre Angst nicht mehr bis zur Panikattacke und sie fasste wieder mehr Vertrauen in ihren Körper.

Warum es wichtig ist, dass Sie bewährte Therapie Methoden regelmäßig und klientenzentriert anwenden

Durch die neuen Erfahrungen haben sich vor allem auch Inas negative Grundüberzeugungen geändert, zum Beispiel dass Sie “auf alles gefasst sein muss” oder “ständig auf Nummer sicher gehen muss“.

In einer der letzten Sitzungen stellte sie erleichternd fest: “Mehr als auf mich achten und regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehen, kann ich nicht. Es gibt keine 100%ige Sicherheit”.

Lassen Sie sich jedoch von dieser kurzen Darstellung nicht täuschen. Bei Ina handelte es sich weder um eine leichte, vorübergehende Störung noch um einen sog. “Selbstläufer”. Besonders zu Beginn der Therapie gab es viele Höhen und Tiefen.

Wichtig ist, dass Sie als Therapeut(in) dann nicht gleich zur nächsten Methode springen, sondern bei dem bleiben, was nachweislich funktioniert.

Um ein dauerhaftes Um- bzw. Neulernen von schädlichen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensmustern zu erreichen, ist es vor allem auch wichtig, dass Sie die Kognitive Umstrukturierung und das Expositionstraining wiederholt und klientenzentriert durchführen.

Die gesamte Therapie inkl. der Katamnese Sitzung ein halbes Jahr später dauerte insgesamt 28 Stunden.

Warum wir wirksame und zentrale KVT Prinzipien praktizieren anstatt breites Störungswissen vermitteln

In diesem kurzen HeilpraktikerErfolg Video erfahren Sie nun,

  • was unsere Verhaltenstherapie Ausbildung für Heilpraktiker Psychotherapie und Psychologische Berater von anderen unterscheidet.
  • warum unser KVT Ausbildungskonzept störungsübergreifend angelegt ist.
  • wie die “falsche” Frage in die Irre führen kann und dann oftmals die zentralen Grundlagen der KVT vernachlässigt werden.
  • warum wir den Gründungsvätern der Kognitiven Verhaltenstherapie, z.B. Albert Ellis, Aaron Beck, Donald Meichenbaum, mehr vertrauen als der Vermittlung von störungsspezifischem und oftmals stark theoretischem “Anwendungswissen”.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Kognitiver Verhaltenstherapie. Sie zeigt auf ihrer Selbsthilfe-Webseite anderen Menschen, wie sie wieder "Boss im Kopf" werden können. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich und unterstützt den Tierschutz.

P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

P.P.S.
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Kommentare

  1. Jutta  am  19.08.15:

    Liebes Ehepaar Luschas,
    herzlichen Dank für Ihr fachlich ausgezichneten Videos und anderen Infos, die Sie grosszügiger Weise kostenlos ins Netz stellen und damit Interessenten am Thema Psychotherapie/ Heilpraktiker ( so wie ich )viel zusätzliches Wissen und Anregungen zur Verfügung stellen.Ich finde nur(kleine Kritik)
    Videos im Freien am Strand oder auf dem Berg ( siehe oben ) mit grosser Geräusch- Kulisse sind eher mühsam zu verstehen.
    So viel bringt der Hintergrund nun wirklich nicht.
    Viele Grüsse aus dm Rheinland,
    Jutta

    • Uwe Luschas  am  19.08.15:

      Hallo und danke für Ihr Lob :-)

      Da wir nun mal gerne im Freien am Strand oder auf dem Berg drehen, kommt es vor, dass der Wind bläst oder Kinder im Hintergrund spielen.

      Die meisten unserer Videos sind jedoch in guter Audioqualität, einfach zu verstehen und von hoher inhaltlicher Qualität.

      Viele Grüße aus dem schönen Fürth

      Uwe Luschas
      10xEFT Entwickler

  2. Astrid  am  05.07.15:

    Lieber Herr Luschas,

    vielen Dank für dieses informative Video! Ich freue mich sehr auf den Start der iKVT im November!

    Sonnige Grüße aus Düsseldorf

    Astrid Bergob-Christ

    • Uwe Luschas  am  06.07.15:

      Danke für Ihren Kommentar.

      Wir freuen uns auch auf den Start unserer iKVT Ausbildung :-)

      Es werden noch einige Verhaltenstherapie Informationsvideos kommen, weil wir wollen, dass Sie und andere pot. Teilnehmer genau darüber im Bilde sind, was für unsere praktisch gemachte iKVT Ausbildung wirklich wichtig ist.

      Unser zertifizierter iKVT Teilnehmer und Heilpraktiker für Psychotherapie Thomas Harthan bringt etliche wichtige Elemente in seiner Video-Referenz über unseren Verhaltenstherapie Kurs in diesem kurzen Video konkret auf den Punkt:

      https://www.youtube.com/watch?v=F_NiSlhuHz0

      Ich wünsche Ihnen eine kühlere Woche aus dem momentan 37 Grad heißen Fürth.

      Uwe Luschas
      10xEFT und wKVT Entwickler