Wie Sie den sokratischen Dialog durch eine gute Entspannung und 4 Fragen vereinfachen

Warum kommen die Leute zu Ihnen in die (Heilpraktiker) Psychotherapie Praxis und bezahlen Ihr Honorar mit ihrem oftmals hartverdienten Geld?

Weil sie sich schlecht fühlen.

Sie leiden unter Ängsten und Panik, Eifersucht, Wut, Minderwertigkeitsgefühlen oder Schuldgefühlen.

Warum professionelles Helfen besser als Mitleiden ist

Oftmals stecken die Hilfesuchenden in ihren negativen Gedanken und Gefühlen fest und gerade jungen Therapeuten fällt es schwer, einen klaren Kopf zu bewahren.

Theorielastige Ausbildungen vermitteln Heilpraktikern (Psychotherapie) und Psychologischen Beratern oftmals viel Standard Lehrbuchwissen, wohlklingende  Modelle und interessante Konzepte.

Sitzt dann aber ein “richtiger” Klient vor ihnen, können viele Psychotherapeuten ihr gigantisches (WAS-) Wissen oftmals nicht systematisch anwenden.

Besonders im freien Psychotherapiemarkt mangelt es vielen Heilpraktikern der Psychotherapie an echter Praxiserfahrung.

Deshalb wird der oftmals missverstandene Begriff der Empathie, wie zum Beispiel: “Aber ich muss doch mitfühlen, damit ich meinen Klienten richtig helfen kann.”, nicht weiter auf Sinn, Wirksamkeit und Vernunft überprüft.

Als praktizierender Heilpraktiker (Psychotherapie) wissen Sie wahrscheinlich, was passiert, wenn Sie “mitleiden”, was gerne und oft von Kollegen auch als “Mitgefühl” rationalisiert wird.

Sie verlassen Ihren PC (= präfrontaler Cortex), landen im limbischen System und in stark emotionalen Sitzungen evtl. sogar in Ihrem Stammhirn.

Oder anders ausgedrückt, Sie können kaum mehr logisch denken, fühlen sich hilflos, wütend, traurig, verspannt, im Extremfall vielleicht sogar handlungsunfähig.

In der psychotherapeutischen Praxis sind solche negativen Gegenübertragungen gar nicht so selten, wie Sie vielleicht glauben.

Aber welcher Therapeut gibt das schon gerne offen zu?

Erst Stress abbauen, dann kognitiv umstrukturieren

Wenn Sie sich während des sokratischen Dialogs in die Geschichte Ihres Klienten hineinziehen lassen, dann fällt es Ihnen in der Regel schwer, ihm aufmerksam zuzuhören oder zielführende Fragen im Rahmen der hedonistischen, logischen oder empirischen Disputation zu stellen.

Gleichzeitig steigt die Gefahr, dass Sie als Psychotherapeutin oder Psychologischer Berater anfangen zu missionieren oder sogar gegen das “irrationale” oder dysfunktionale Denken und Fühlen Ihrer Klienten ankämpfen.

Ein gestresster und unverstandener Klient reagiert dann jedoch eher mit Widerstand und beginnt gezwungenermaßen sein gewohntes Denken, Fühlen und Verhalten zu verteidigen.

In diesem aufgebrachten Zustand ist er kaum in der Lage, das ABC-Modell auch nur ansatzweise zu verstehen. Seiner Meinung nach ist der Partner, die Chefin oder der Nachbar für seine schlechten Gefühle verantwortlich.

Umso intensiver die Therapeutin also versucht, ihren Klienten von seinem dysfunktionalen Denken abzubringen, desto stärker wird dieser sich dagegen wehren.

Praxistipp

Führen Sie vor der eigentlichen kognitiven Umstrukturierung (Vermittlung des ABC-Modells, Identifikation und Infragestellen der dysfunktionalen Kognitionen sowie das Erarbeiten und Einüben funktionaler Kognitionen) eine kurze und wirksame Entspannungsübung (zum Beispiel die X Prozess Grundtechnik) durch.

Dadurch nehmen Stress und Anspannung bei Ihrem Klienten ab.

Auch Ihr eigenes Denken wird insgesamt klarer und fokussierter, die neuronale Verbindung zum PC steht wieder :-) So können Sie Ihrem Klienten wieder mit mehr Gelassenheit, Wertschätzung und  Authentizität begegnen.

Ihr Klient profitiert ebenfalls von einer guten Entspannung.

In der Regel verbessern sich dadurch Compliance, Auffassungsvermögen und Konzentrationsfähigkeit, was die zentralen Voraussetzungen für eine erfolgreiche kognitive Umstrukturierung sind.

Eine strukturierte Anleitung statt viel Fachbuchwissen

Beim kognitiven Arbeiten kommt für Heilpraktiker der Psychotherapie – neben dem emotionalen Stress – erschwerend hinzu, dass viele Fachbücher zum sokratischen Dialog vollgepackt mit Theorien, vielen Fremdwörtern und akademischen Anleitungen sind.

Selbst das – meiner Meinung nach – derzeit beste Buch zur Kognitiven Umstrukturierung, von Beate Wilken bietet für Anfänger verwirrend viele Methoden aus verhaltenstherapeutischen, kognitiven und emotionsbezogenen Interventionen.

Heilpraktiker der Psychotherapie, die in der Regel nicht über ein akademisches Psychologiewissen oder ausreichend praktische Erfahrungen verfügen, fühlen sich dadurch oftmals überfordert, ja schlichtweg überwältigt.

Durch theoretisches Lehrbuchwissen, praxisferne Seminare und unzureichender Selbsterfahrung können angehende Therapeuten kaum genügend Erfahrung sammeln und therapeutisches Können entwickeln, um ihren Klienten strukturiert, sicher und effizient weiterzuhelfen.

Praxistipp

Damit Sie nicht Gefahr laufen, in eine der üblichen nullachtfünfzehn (Gesprächs-) Therapie Sitzungen reinzurutschen, ist es wichtig, dass Sie sich eine einfache, klare und bewährte Struktur aneignen und sie wiederholt und systematisch anwenden.

Auf der Basis dieser Orientierung gebenden Struktur können Sie dann noch tiefer in den Prozess der kognitiven Umstrukturierung einsteigen.

Aber vielleicht werden Sie auch feststellen, dass Sie gar nicht so viele Techniken und Methoden benötigen, um Ihren Klienten wirklich weiterhelfen zu können.

Am Beispiel erfolgreicher Therapeuten und auch aus eigener Erfahrung wird deutlich, dass der wiederholte Einsatz von professionell beherrschten und grundlegenden Best Praktiken, zugeschnitten auf den Klienten, oftmals die besten Ergebnisse erzielt.

Und das bedeutet nicht, dass Sie nicht einige zusätzliche, nützliche Fragen aus dem sokratischen Dialog in den Prozess der kognitiven Umstrukturierung integrieren können :-)

Das empfehle ich sogar.

Aber richten Sie Ihre Aufmerksamkeit zuerst auf das, was nachweislich Resultate erzielt (= die richtigen und wichtigen Grundlagen). Erst dann ist es sinnvoll mit zusätzlichen Fragen bzw. Techniken zu experimentieren.

HeilpraktikerErfolg Trainings Video – Wie Sie den sokratischen Dialog, durch The Work von Byron Katie, bei Ihren Klienten einfach und praktisch anwenden

In diesem Video lernen Sie am Beispiel einer Klientin mit Eifersucht, wie Sie ihr mithilfe von The Work Schritt für Schritt zu einer lösungsorientierten Sicht verhelfen.

Erfahren Sie in diesem Video,

  • welche Gemeinsamkeiten The Work und der sokratische Dialog haben.
  • wie Sie auch stark Stress erzeugende Gedanken Ihrer Klienten, z.B. “Ich kann ihm nicht mehr vertrauen” mit 4 einfachen Fragen überprüfen können.
  • wie Sie dysfunktionale Gedanken Ihrer Klientin klar und systematisch hinterfragen.
  • was Sie tun können, um Ihren Klienten strukturiert einen wirksamen Weg aus dem negativen Denken zu zeigen.
  • wie Sie Ihre Klienten praktisch anleiten, alternative und lösungsorientierte Gedanken zu entwickeln.
  • wie Sie mit der einfachen Frage “Ist das wirklich wahr?” auch eigene dysfunktionale Gedanken sofort überprüfen können.

Hilfreiche Tipps zum Lernen und Vertiefen

Die meisten meiner Klienten, Supervisanden und Kursteilnehmer erzielen tiefere Einsichten als auch schnellere und nachhaltigere Ergebnisse in ihrer (Lebens-) Praxis, wenn sie das HeilpraktikerErfolg Training gehirngerecht in 5 bewährten Schritten durchführen:

  1. Kopieren Sie den gesamten Beitrag in ein Textverarbeitungsprogramm, zum Beispiel Word, und drucken Sie den Beitrag aus.
  2. Lesen Sie den Beitrag sorgfältig durch und markieren Sie wichtige Textstellen.
  3. Schauen Sie sich dann das Video in einem Rutsch einmal komplett an.
  4. Schauen Sie sich das Video noch mindestens ein weiteres Mal an und machen Sie sich dazu Notizen, beispielsweise in Word.
  5. Lesen Sie Ihre Notizen wiederholt durch und ergänzen Sie diese durch Ihre persönlichen Erfahrungen.

Um das Video zu starten, klicken Sie auf den Wiedergabeknopf oder auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren.

Dieses Video wurde bereits 8.023x angeschaut :-)

Buchempfehlung und hilfreiche Beiträge zu The Work

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

P.S.
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P.P.S.
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Kommentare

  1. Alice schreibt:

    Sehr geehrte Frau Luschas, vielen lieben Dank für Ihre Website und die tollen Tipps, die man hier findet.

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Alice,

      danke für Ihr positives Feedback :-)

      Wir freuen uns, wenn unsere Erfahrungen in Heilpraktiker (Psychotherapie) bzw. Berater Praxen oder zur eigenen Selbsterfahrung genutzt werden.