Wie Sie die Kraft der Resilienz in Ihrer Heilpraktiker Psychotherapie Praxis nutzen

Normalerweise sind wir daran gewöhnt, auf schlechte Nachrichten weitaus schneller, stärker und langanhaltender zu reagieren als auf Positives.

Dafür brauchen wir uns nur die Tagesschau, die Bildzeitung oder YouTube anzusehen: Drama pur!

Stellen Sie sich einfach mal Ihre Arbeitskollegin, Ihren Nachbarn oder Freundin vor, die Sie fröhlich anstrahlt und zu Ihnen sagt:

“Du glaubst nicht, was ich heute alles Schöne erlebt habe und ich freue mich schon auf morgen, was mich da wieder Spannendes erwartet. Ich bin wirklich dankbar für mein Leben.”

Für viele Menschen eine völlig abwegige Vorstellung.

Und bei den meisten Psychotherapeuten und Heilpraktikern für Psychotherapie beginnen jetzt höchstwahrscheinlich die (Hypo-) Manie-Alarmglocken zu läuten an  ;-)

Der gewohnte Blick auf das Negative

Wie kann es sein, dass uns ein glücklicher Mensch mehr Angst macht als ein unzufriedener gequälter Mensch, der ausführlich über seine Probleme redet?

Hier finden Sie häufige Gründe, warum viele Menschen sich typischerweise eher auf Probleme fokussieren, 

Weil sie,

  • selbst unglücklich sind.
  • sich vor dem fürchten, was sie nicht kennen.
  • gelernt haben, sich auf Probleme anstatt auf Lösungen zu konzentrieren.
  • gewohnt sind, sich schlecht zu fühlen.
  • Angst haben, enttäuscht zu werden.
  • glauben, dass sich dadurch Ihr Leben verändert.

Viele meiner Klienten wollen aber auch wissen, warum sie sich so destruktiv verhalten.

In über 6.890 Praxisstunden habe ich festgestellt, dass viele Klienten nicht gelernt haben, konstruktiv mit negativen Erfahrungen umzugehen.

Oftmals berichten Klienten von fehlenden Rollenmodellen, mangelnder Stabilität und Unterstützung seitens der Herkunftsfamilie sowie wiederholten emotionalen Belastungen.

Im Wechselspiel mit den entsprechenden Charaktereigenschaften lenken sie ihre Aufmerksamkeit gewohnheitsmäßig auf Probleme und Defizite, jedoch häufig ohne zu einer entsprechenden Lösung zu gelangen.

Nicht selten ist diese dysfunktionale Bewältigungsstrategie mit Grübeln, Sorgen, Angst oder Depression verbunden.

Anders hingegen sieht es bei Menschen mit einer hohen Resilienz aus  :-)

Anstatt, wie normalerweise in der Psychologie und Psychotherapie üblich, psychische Störungen und ihre Symptomatik ausführlich zu erklären, möchte ich Ihnen in diesem Beitrag die RESILIENZ ganz einfach näher bringen.

Was ist psychische Resilienz?

Der Begriff Vulnerabilität (= psychische Verwundbarkeit) wird in der Psychologie häufig als das Gegenteil von Resilienz verwendet.

Psychologische Studien (zum Beispiel die Kauai-Studie) belegen, dass es Menschen gibt, die trotz extremer Belastungen, wie einer schwierigen Kindheit (zum Beispiel extreme Armut, körperliche und sexuelle Gewalt, Drogenkonsum, Vernachlässigung), schwerer körperlicher Erkrankungen oder Kriegserlebnissen, “heil” rauskommen.

Sie entwickeln weder eine Posttraumatische Belastungsstörung, noch eine Persönlichkeitsstörung, Depression, Angststörung oder andere psychische Erkrankungen.

Psychologen erklären dieses Phänomen, indem sie diesen Menschen eine hohe Resilienz  (psychische Widerstandsfähigkeit oder innere Stärke) zuschreiben.

Inwiefern sind resiliente Menschen anders?

Die Resilienzforschung zeigt beispielsweise, dass resiliente Kinder – im Gegensatz zu verhaltensauffälligen Gleichaltrigen – Belastungen eher als Herausforderungen annehmen und daran lernen zu wachsen. Außerdem zeigen sie sich als anpassungsfähiger, disziplinierter, aufmerksamer, ausdauernder und interessierter.

Laut Studien gehen resiliente Personen unter anderem davon aus, dass sie durch ihr eigenes Handeln Einfluss auf ihr Leben nehmen (= interne Kontrollüberzeugung) und dass sie sich nicht so sehr auf äußere Umstände, Glück oder Zufall (= externe Kontrollüberzeugung) verlassen. 

Beispiel

  • Interne Kontrollüberzeugung: “Ich kann die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie schaffen, wenn ich mich sorgfältig darauf vorbereite.“ 
  • Externe Kontrollüberzeugung: “Ich kann die schriftliche Überprüfung beim Gesundheitsamt nicht schaffen, weil sie zu schwierig ist / die Prüfer unfair sind / mich meine Familie stresst.“

Sie brauchen also vor allem eine hohe interne Kontrollüberzeugung, wenn Sie Ihr Ziel wirklich erreichen wollen.

Was können Sie tun, um Ihre Resilienz zu erhöhen?

Wie aber können Sie jetzt diese (neuen) Erkenntnisse in Ihrer Lebens- bzw. Ihrer psychologischen Praxis am besten nutzen?

Dazu einige bewährte Anregungen aus meiner eigenen (Lebens-)Praxis:

  • Setzen Sie sich realistische Ziele hinsichtlich Ihrer psychotherapeutischen Tätigkeit, indem Sie sich zum Beispiel genügend Zeit lassen, um sich als Heilpraktiker für Psychotherapie bekannter zu machen.
  • Wenn eine Sitzung mit einer Klientin nicht so gut läuft, dann verurteilen Sie sich nicht dafür, sondern nutzen Sie diese Gelegenheit als wertvolle Lernerfahrung für Ihre persönliche Weiterentwicklung.
  • Bewahren Sie sich eine gewisse Offenheit und testen Sie immer wieder, ob Ihre gewohnte Art zu denken, zu fühlen und zu handeln nachweislich zu positiven Ergebnissen führt.
  • Wenn nicht, verlassen Sie Ihre gewohnte Komfortzone und probieren Sie andere Möglichkeiten aus, indem Sie erst einmal beharrlich an einer funktionierenden Therapiemethode dranbleiben und sie wiederholt einüben.
  • Hinterfragen Sie auch regelmäßig blockierende Kontrollüberzeugungen.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Und mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de hilft sie tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

P.S.
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P.P.S.
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Kommentare

  1. Inga schreibt:

    Toll und fundiert beschrieben, dennoch nicht langatmig – sowohl für Prüflinge als auch für Praxisneulinge. Anfangs kann das schon frustrierend sein, der Weg des sich Bekanntmachens ist gerade mein Thema.

    • Franziska Luschas schreibt:

      Danke für Ihren Kommentar.

      - Am Richtigen und Wichtigen dranzubleiben,
      - etwas A N D E R E S als die Masse zu machen
      - und regelmäßig an sich selbst zu arbeiten,

      sind nach meinen Erfahrungen wesentliche Voraussetzungen für eine gut laufende Psychotherapie Selbstzahler Praxis.

      Viele junge Psychologen und Heilpraktiker der Psychotherapie sind oftmals – insb. zu Beginn ihres Praktizierens – fest davon überzeugt, dass ein “guter Psychotherapeut” auf keinen Fall:

      - unbequem sein und auffallen darf,
      - Widerstand oder schlechte Gefühle bei seinen Klienten auslösen darf,
      - “versagen” darf,
      - eigene (kleine) Probleme haben darf. [Anmerkung: Wichtiger ist es, an sich zu arbeiten und immer weiter zu wachsen.]

      Sie können sich vielleicht vorstellen, wie wenig zielführend sich diese extreme Denkmuster auf die Arbeit mit Klienten auswirkt.

      Für Struktur, Transparenz, Authentizität, “richtiges” Zuhören oder sogar Effizienz bleibt da häufig wenig Raum.

      In diesen Beitrag erfahren Sie mehr dazu.

      Warum erzähle ich Ihnen das?

      Im Laufe der letzten 8 Jahre habe ich persönlich und auch bei vielen Kollegen, Supervisanden, Coachees festgestellt, dass HeilpraktikerInnen Psychotherapie in der Regel von ihrer Praxistätigkeit kaum die Miete zahlen können.

      Erst wenn Sie sich von der Therapeutenmasse deutlich abheben und Sie über ein bewährtes Therapiewerkzeug verfügen , kann sich Ihre Praxis auch nach und nach füllen.

      Ich empfehle Ihnen hierzu das Trainingsvideo von meinem Mann, der übrigens mit NewMarketing auch anders arbeitet als die Meisten.

      Dazu müssen Se jedoch regelmäßig Ihre Komfortzone verlassen, denn erst dadurch legen Sie den Grundstein für eine erfolgreiche Psychotherapie Praxis.

      Und dazu gehört eben auch Ihr Wissen, Ihr Können, Ihre Erfahrungen und Ihre Lösungsstrategien – auf effiziente, ethische und authentische Art und Weise – auf Ihre ganz persönliche Art und Weise in die Welt zu tragen, unabhäbgig davon, was andere von Ihnen denken könnten.

      Ich wünsche Ihnen die Offenheit, den Mut und die Ausdauer, etwas anderes als bisher zu machen und Freude beim schrittweisen Umsetzen!

      Viel Erfolg beim Aufbau Ihrer eigenen Heilpraktiker Psychotherapie Praxis