Wie Sie Ihren Klienten durch gute Supervision für Heilpraktiker Psychotherapie besser helfen

HeilpraktikerErfolg Mitgliedschaft - Weniger Theorie - Mehr Wissen - LuschasAls die depressive, 65-jährige Erna vor 7 Jahren die ersten beiden Male bei mir war und beharrlich ihr Leid klagte, spürte ich bereits den ersten Ärger in mir aufsteigen, ein Gefühl, das ich so nicht von mir gewohnt war.

Gerade während meiner 5-jährigen Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin hatte ich eine Menge guter Ideen, was Erna alles gegen ihre Depression unternehmen könnte.

In meiner Welt sah das ganz einfach aus:

  1. Antriebssteigerung durch vermehrte Aktivitäten
  2. Hilfreichere Gedanken durch Kognitive Umstrukturierung
  3. Entspannung bei Anspannung und Überforderung

Wenn auch Sie als Therapeutin nicht weiter wissen

Ernas Welt sah jedoch ganz anders aus. Jedem meiner lösungsorientierten Vorschläge entkräftete sie geübt mit mindestens drei “Ja, aber …”.

Alle Versuche, meine Patientin zur Mitarbeit zu bewegen schlugen deutlich fehl.

Auch schien Erna gegen jede Form von körperlicher Bewegung immun zu sein. Und für ihre seelischen Zustand machte sie vor allem ihren Ex-Mann, ihre Kinder und die “böse” Welt verantwortlich.

Erna erzählte mir später, das sie vor allem deswegen immer wieder zu mir kam, weil sie sich einsam gefühlt habe.

Nach den Sitzungen mit Erna fühlte ich mich häufig erschöpft und meine Unzufriedenheit wuchs.

Jedoch dauerte es noch 6 weitere Wochen, bis ich mir endlich eingestand, dass ich so nicht weiterkam.Jetzt wird es Zeit, dass du dir professionelle Unterstützung suchst”, kam mir in den Sinn, jedoch mit einem leichten Gefühl der Enttäuschung und des Zweifels.

Letztendlich entschied ich mich bewusst für einen erfahrenen und aufgeschlossenen Therapeuten, der für seine außergewöhnliche und integrative therapeutische Vorgehensweise bekannt war.

Warum sich gute Supervision für Ihre Klienten lohnt

Entgegen meiner Vorurteile, erwies sich die 2-stündige Supervision als überaus nützlich, nicht nur für mich, sondern auch für Erna und meine anderen Patienten.

Durch eine gemeinsame, ausführliche Verhaltensanalyse konnte ich nun auch Ernas ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeitsanteile erkennen und an meine bis dahin eher unbewussten, emotionalen Reaktionsmuster arbeiten.

Ein erster ungewohnter Schritt aus der unbefriedigenden Therapiesituation waren die “therapeutischen Spaziergänge” mit meiner Patientin. Neben der herkömmlichen Psychotherapie trafen wir uns nun alle 2 Wochen zu einem 50-minütigen Spaziergang im nahegelegenen Stadtpark.

Mithilfe dieses außergewöhnlichen “Settings” begann Erna – insb. durch die regelmäßige Bewegung, die integrierten Achtsamkeits- und Imaginationsübungen – die ersten aktiven Schritte aus der Depression zu machen.

Hinzu kam die wiederholte, emotionale Aufarbeitung von belastenden Lebensereignissen und die kognitive Umstrukturierung, was langsam aber sicher dazu führte, dass sich Ernas Sicht auf die Dinge merklich verbesserte.

Die Vorteile von Supervision für Sie als Therapeutin

Die Supervision kam jedoch nicht nur Erna zugute, sondern sie half mir dabei hinderliche Überzeugungen, wie “Als Therapeutin muss ich vor allem zuhören und nett sein”, bewusst zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.

Auch traute ich mir zu Beginn meiner Therapeutentätigkeit noch wenig zu, das übliche therapeutische Setting flexibel auf die Bedürfnisse des Patienten anzupassen.

Mithilfe von Rollenspielen und sokratischen Fragen konnte ich meine eigenen “blinden Flecken” immer besser wahrnehmen und auch bearbeiten. Damit verringerte  sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich eventuelle unbewusste Selbstanteile, z.B. in Form von Projektionen oder Übertragungsphänomenen, negativ auf künftige Therapieprozesse auswirken.

In weiteren Supervisionen lernte ich mit den verschiedenen Persönlichkeitstypen und Störungen immer authentischer und kompetenter umzugehen.

Obwohl ich heute selber Therapeuten ausbilde und Supervision gebe, bin ich bei manchen ungewohnten Situationen gerne bereit in gute Supervision zu investieren und meinen therapeutischen Blickwinkel zu erweitern.

Wie Sie an außergewöhnlichen Situationen wachsen

Die Angst Fehler zu machen ist gerade in Helferberufen weit verbreitet. In schwierigen Therapiesituationen kommen häufig noch Scham- und Schuldgefühle sowie Hilflosigkeit hoch. Wenn eine Sitzung nicht optimal (lehrbuchmäßig) verläuft, dann machen sich gerade unerfahrene Therapeuten oftmals große Vorwürfe.

Die Angst vor weiteren negativen Erfahrungen wächst und unangenehme Situationen werden möglichst vermieden.

Ein erfahrener, authentischer Therapeut, der mit den meisten Situationen souverän umgehen kann ist aber nur deswegen gut, weil er gerade auch negative Erfahrungen gemacht und daraus gelernt hat!

Es waren gerade diese anstrengenden Sitzungen mit Erna, mit dem jungen Geschäftsführer, der nichts fühlen konnte oder mit dem wortkargen Handwerksmeister, in denen ich meine gewohnte Komfortzone verlassen und wertvolle Erfahrungen gesammelt habe.

Sehen Sie deshalb Herausforderungen als Lernerfahrungen, die sie persönlich und als Therapeutin weiterbringen. Nur wenn Sie immer wieder an sich arbeiten, werden Sie sicherer und können immer bessere Erfolge bei Ihren Klienten erzielen.

Und wenn Sie nicht mehr weiterwissen, dann warten Sie nicht zu lange, sondern suchen Sie sich möglichst frühzeitig professionelle Hilfe in Form von guter Supervision. Gefühle des falschen Stolzes und der Scham blockieren Sie nur auf Ihrem Weg zu einem guten Psychotherapeuten.

Seien Sie Ihren Klienten ein gutes Vorbild und arbeiten Sie beharrlich an sich!

Gute Bücher für schwierigen Therapie Situationen

Eine wertvolle Hilfe bei schwierigen Therapiesituationen, Störungen oder Persönlichkeitsmerkmalen, bieten die folgenden Bücher:

  • Jacob, G. Schwierige Gesprächssituationen in Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH.
  • Kowarowsky, G. Der schwierige Patient: Kommunikation und Patienteninteraktion im Praxisalltag. Kohlhammer.
  • Noyon, A. Schwierige Situationen in Therapie und Beratung: 24 Probleme und Lösungsvorschläge. Beltz.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Kognitiver Verhaltenstherapie. Sie zeigt auf ihrer Selbsthilfe-Webseite anderen Menschen, wie sie wieder "Boss im Kopf" werden können. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich und unterstützt den Tierschutz.

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