Wie Sie mit Angst und Unsicherheit vor der HP Psych. Prüfung besser umgehen können

HeilpraktikerErfolg - Was Heilpraktiker Psychotherapie für die Prüfung wissen müssen - LuschasZwei Mal im Jahr findet, in vielen deutschen Gesundheitsämtern, die Überprüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie statt.

Ebenfalls zwei Mal im Jahr, spätestens 8 Wochen vor der schriftlichen Prüfung, fühlen sich immer mehr Prüflinge vom umfangreichen Lernstoff überwältigt, gestresst und verunsichert.

Dass Gefühle der Verwirrung, Überlastung und Unsicherheit alles andere als lernförderlich sind, zeigen die folgenden Email Ausschnitte angehender Heilpraktiker (Psychotherapie).

Wenig Struktur, Lernblockaden und Prüfungsangst

Eine Dame aus Berlin schreibt beispielsweise:

“Wie kann ich mich so strukturieren, organisieren, dass ich das Wissen nicht nur lese, sondern auch behalten und in der Prüfung abrufen kann? [...]

Auf den ersten Blick erscheint es mir wie ein Dschungel durch den ich gerade versuche einen Weg zu bahnen, ehrlich gesagt mit nicht so sehr viel Erfolg.”

Ganz häufig begegne ich auch diesem Satz:

Je tiefer ich einsteige, desto unsicherer werde ich.”

Ein junger Mann aus Nürnberg drückt seine Panik so aus:

“Ich habe eine totale Krise und denke, dass ich das bis dorthin nicht mehr schaffen kann. [...] Zeitlich müsste ich das schon hinkriegen, aber bei allem was ich anfange zu lernen mein ich, dass mir nix mehr einfällt. Ich kann nicht mal mehr die Merkmale des Delirs aufzählen. [...] Vorher hatte ich noch Lust zu lernen, die ist mir aber völlig abhanden gekommen. Ich will jetzt nix dramatisieren, aber mir kommt immer wieder der Gedanke: ‘Da gehst du nicht hin.’”

Wie Sie sich ganz schön verzetteln können …

Schwierig wird es für HPP Neulinge vor allem dann, wenn sie ihre Prüfungsvorbereitung mit einem Fachbuch für Medizinstudenten oder für Ärzte bzw. Psychologen in Weiterbildung, beginnen.

Die Begeisterung für Psychiatrie und Psychotherapie kann deshalb leicht in Frustration umschlagen, wenn man zusätzlich zum eigentlichen Lernstoff auch noch eine Fachsprache lernen soll.

“Den Intensivkurs “Psychiatrie und Psychotherapie” von K. Lieb, S. Frauenknecht u. S. Brunnhuber, 6. Auflage (2007/2008) hab ich auch schon gelesen, das war mein erstes Buch für HPP überhaupt, woraufhin ich mir die “Pschyrembel” kaufte, damit ich alle medizinischen Ausdrücke verstehen konnte. Teilweise wurden die da drin nicht erklärt, was mich noch zum Kauf eines ganz neuen ‘Duden’ brachte [...].

Erschwerend hinzu kommt, dass bei diesen 4 verschiedenen “Lernunterlagen” die Reihenfolge des Stoffes unterschiedlich ist, was mich zu zeitraubendem Hin- und Herblättern veranlasste, da ich parallel aus den Büchern lernte. Auch das ist Blödsinn.”

Das sind bei Weitem nicht alle Schwierigkeiten und Hürden, die Ihnen bei der Prüfungsvorbereitung zum Heilpraktiker (Psychotherapie) begegnen können.

Gute Tipps für eine strukturierte Prüfungsvorbereitung

Aus diesem Grund habe ich einige praktische Tipps für ein hirngerechtes, systematisches und konzentriertes Lernen zusammengestellt, was schon vielen Prüflingen dabei geholfen hat, sich strukturierter, fokussierter und vor allem entspannter auf die Überprüfung beim Gesundheitsamt vorzubereiten.

Handeln Sie klug, lösungsorientiert und gehen Sie wie ein WOPer (wissenschaftlich orientierter Praktiker) vor. Dazu gehört auch, dass Sie die folgenden Hinweise und Empfehlungen wiederholt in Ihrer Lernpraxis testen. Und wenn etwas nicht funktioniert, dann probieren Sie eben etwas anderes.

Wenn Sie jedoch eine für Sie passende Lernstrategie gefunden haben, dann bleiben Sie möglichst dabei, auch wenn die Versuchung der nächsten erfolgsversprechenden magischen Sofort-Lernmethode verlockend ist ;-)

Wie Sie sich besser auf Ihre Prüfung vorbereiten

Die folgenden Lernstrategien aus der Lern- und Motivationspsychologie dienen einem effizienteren Lernen und Behalten und haben schon vielen Menschen geholfen, innere Stärke und Selbstdisziplin aufzubauen bzw. selbsthinderliche Blockaden abzubauen.

Strukturieren und motivieren Sie sich selbstwirksam zum erfolgreichen Lernen, indem Sie:

  • sich immer wieder klar machen, warum Sie die Überprüfung zum Heilpraktiker (Psychotherapie) ablegen möchten. Schreiben Sie sich genau auf, was Sie mit der Bezeichnung “Heilpraktikerin für Psychotherapie” erreichen möchten und aktualisieren bzw. ergänzen Sie Ihre Liste, falls erforderlich.
  • frühzeitig (das ist bei jedem unterschiedlich) anfangen zu lernen, denn ohne Zeitdruck lernt es sich einfach schneller und besser.
  • aus einem, für Sie geeigneten, Lehrbuch lernen. Nehmen Sie sich die Zeit, um ein passendes Buch auszuwählen, denn das spart Ihnen jede Menge Zeit, Nerven und Geld.
  • regelmäßig (am besten täglich mind. 60 min) lernen und wiederholen. Damit Sie nicht immer wieder bei “Null” beginnen. Denn schon nach wenigen Tagen beginnen sich die neuronalen Verknüpfungen zu destabilisieren.
  • auch ohne schlechtes Gewissen eine längere (mehrtägige Pause) machen, bevor gar nichts mehr geht.
  • trotz Zeitmangels 15 min wiederholen. Dadurch festigen und verknüpfen Sie den wichtigen Lernstoff. Außerdem haben Sie das Gefühl, wenigstens ein bisschen gemacht zu haben und beugen dadurch schlechtem Gewissen und möglichen Angstblockaden vor.
  • vor, zwischen und/oder nach dem Lernen eine wirksame Entspannungsübung anwenden. Wenn Sie entspannt sind, lernt es sich leichter und das Gelernte kann sich besser verankern.
  • fokussiert bei einem Thema bleiben. Lassen Sie sich nicht ablenken. Nutzen Sie das Lernen als Achtsamkeitsübung. Beginnen Sie mit 5 min täglich und steigern Sie dieses hochkonzentrierte Lernen. Das erhöht Ihre Behaltensrate enorm, Ihr Verstand wird geschärft und Ihr Geist wird klarer.
  • Ihre blockierenden Gedanken erkennen, aufschreiben und bearbeiten. Häufige dysfunktionale Gedanken sind zum Beispiel: “Ich bin nicht gut genug.”, “Ich bin dumm.”, “Ich kann das unmöglich schaffen.”, “Was ist, wenn …?” usw.
  • Gefühle und Körpersensationen, die diesen Gedanken oftmals folgen, unterbrechen z.B. mit einer guten Entspannungsmethode oder Achtsamkeitsübung.
  • Ihre Gedanken in regelmäßigen Abständen (am besten täglich) kritisch hinterfragen, z.B. “Ich muss alles wissen.” oder “Das kann ich mir nie merken.” Dazu hat sich vor allem die XProzess Grundtechnik oder The Work bewährt. Natürlich können Sie hier auch  auf Ihre bevorzugte Methode zurückgreifen.

Erst wenn Sie sich aus Ihren Unsicherheiten, Ängsten und Zweifeln (= Limbisches System) befreit haben, können  Sie auch  wieder  Ihren präfrontalen Cortex optimal nutzen (= vernünftiges, kritisches Denken).

  • Beispiel für einen stresserzeugenden Gedanken

    Ein irrationaler Gedanke, der während der Prüfungsvorbereitung ganz oft hochkommt, ist: “Ich muss das alles wissen.”

    1. Stress, Anspannung, Angst und Panik sind häufig Folgen dieses verzerrten Denkens.
    2. Führen Sie eine effiziente Entspannungsübung (z.B. den XProzess) durch, bis Ihr Stresslevel deutlich gesunken ist.
    3. Bald schon sollten Sie wieder Zugriff auf Ihren Verstand haben ;-)   Jetzt können Sie mit der Realitätsüberprüfung beginnen. Lesen Sie dazu beispielsweise aufmerksam die Fragen einer Original Prüfung. Überprüfen Sie jetzt Ihre dysfunktionale Überzeugung: “Ich muss alles wissen”. Ist das wirklich wahr, dass zu jedem Thema Detailwissen gefragt wird? Die 4 Fragen im Rahmen von “The Work” haben sich im Übrigen sehr bewährt, wenn es darum geht, verzerrte Gedanken zu hinterfragen.

    Für hartnäckige Gegenbeispielsortierer, Ja, aber Kämpfer” und “Was wäre, wenn Neurotikergeht es hier weiter:

    • “Ja, aber, dass mit der pfötchenartigen Verkrampfung hätte ich nicht gewusst. Was ist, wenn solche Fragen drankommen?” Dann wären Sie durchgefallen!!! Scherz beiseite :twisted:
    • Wenn Sie sich wieder gestresst fühlen, dann fragen Sie sich: “Was habe ich gerade gedacht?”. Überprüfen Sie den Stress auslösenden Gedanken z.B. mit den Fragen: Kann ich mir absolut sicher sein, dass nur solche schwierigen Fragen gestellt werden? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? Wie viele “unmögliche” Fragen kamen in der letzten oder vorletzten Überprüfung dran? usw.
    • Manchmal sind die blockierenden Grundannahmen und tief sitzenden Ängste auch so stark, dass die Prüfungsvorbereitung ohne professionelle Unterstützung (z.B. Coaching) zur Tortur wird.

Weitere hilfreiche Tipps, Videos und Hinweise für eine entspannte Prüfungsvorbereitung finden Sie weiter unten in den genannten Beiträgen.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

P.S.
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P.P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

Kommentare

  1. Gerhard W. schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    Danke für die guten Tipps zur Prüfungsvorbereitung.

    Da ich schon einmal wegen “Nervenflattern” in der schriftlichen Prüfung durchgefallen bin, probiere ich bei meinem nächsten Anlauf Ihre Empfehlungen aus.

    Wie oft muss ich denn diesen XProzess anwenden, bis es Wirkung zeigt?

    Ihren Youtubekanal habe ich im übrigen auch vor einigen Tagen abboniert.

    Gerhard W.

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Herr W.,

      wichtig ist, dass Sie bereits vor der schriftlichen Prüfung lernen, sich regelmäßig zu entspannen, so dass sich dadurch Ihr “allgemeines Erregungsniveau” reduziert.

      Und dazu eignet sich die integrative XProzess Entspannungsmethode hervorragend. Nach meinen Erfahrungen gibt es keine schnellere, einfachere und vor allem wirksamere Methode, mit der man sich auch im großen Stress runterfahren kann.

      Die XProzess Entspannung wirkt in der Regel unmittelbar nach den ersten Durchgängen, also nach einigen Minuten. Allerdings gibt es vereinzelt Menschen, die das Gefühl haben, dass “nichts passiert”, aber dann auf einmal besser schlafen können oder im Alltag entspannter als gewöhnlich reagieren.

      Probieren Sie die Grundtechnik einfach ein paar Mal aus, vor allem auch in stressigen Situationen.

      Umso besser sie sich dabei auf die Durchführung konzentrieren können, desto besser wirkt diese Entspannungsmethode.

      Eine entspannte und erfolgreiche Prüfungsvorbereitung wünscht Ihnen

      Franziska Luschas