Wie Sie trotz langer HP Psychotherapie Prüfungsvorbereitung entspannt bleiben

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Vielleicht ist es Ihnen auch schon so gegangen.

Sie lernen für die Überprüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie oder für eine andere wichtige Prüfung.

Und obwohl Sie theoretisch wissen, dass Sie regelmäßig kleine Pausen machen, den Lernstoff abwechseln und sich nicht so oft von negativen Gedanken ablenken lassen sollten, sind Sie im gewohnten Hamsterrad bzw. Kopfkino “gefangen”.

Vielleicht gehören Sie auch zu denjenigen, die sich unter Druck setzen, sich zwingen, stundenlang zu lernen, obwohl Sie sich schon lange nicht mehr richtig konzentrieren können oder die das Lernen bis zuletzt hinausschieben.

Und vielleicht fragen Sie sich, was wäre, wenn die Prüfer unfair sind, wenn Sie die meisten Fragen nicht beantworten können, wenn Sie Übertragungsfehler machen …

Was glauben Sie, wie fühlen Sie sich an solchen Tagen? Wie behandeln Sie sich? Wie behandeln Sie Ihre Mitmenschen?

Lernblockaden durch dysfunktionales Denken

Während meiner Zeit als selbständige Psychologin und Leiterin der piKVT (= praktische und integrative Kognitive Verhaltenstherapie) Ausbildung bin ich immer wieder (kognitiv) intelligenten Menschen begegnet, die besonders im Stress in alte kindlich-naive Bewältigungsstrategien zurückgefallen sind. 

Auch während der Prüfungsvorbereitung treffe ich auf Menschen, die es in Ihrem Job weit gebracht haben, einen Doktortitel besitzen oder mehrere Kinder großgezogen haben.

Wenn es jedoch um das Beantworten der Prüfungsfragen geht, höre ich manchmal nur noch ein Murmeln von undefinierbaren Lauten oder sehe, wie diese Menschen vor lauter Anspannung zur Salzsäule erstarren.

Besonders in kritischen Situationen, wie bei der Prüfungsvorbereitung zum Heilpraktiker Psychotherapie, werden häufig genau diese blockierenden Bewältigungsmuster reaktiviert, wenn die dahinter liegenden Emotionen nicht sorgfältig bearbeitet wurden.

Oftmals wird der selbstgemachte Stress vieler Prüflinge durch ein starkese Entweder-oder Denken aufrechterhalten.

Typische Beispiele hierfür sind:

  • “Das schaffe ich nie.”
  • “Schon wieder so eine blöde Frage.”
  • “Ich wusste, dass ich das wieder falsch habe.”
  • “Diesen Fehler mache ich immer wieder.”
  • “Ich werde das nie kapieren.
  • “Ich mache immer alles falsch.” (= extreme Ausprägung)

Hinter diesen sogenannten Denkfehlern (siehe Aaron Beck) stecken in der Regel unreife Bewältigungsstrategien, die oftmals unbewusst ablaufen.

Zum Beispiel:

  • “Immer wenn ich mir das Allerschlimmste vorstelle, wird es dann meistens gar nicht so schlimm.”
  • “Wenn ich dann tatsächlich durchfalle, bin ich wenigstens nicht so enttäuscht.”
  • “Wenn ich durchfalle, dann bin ich zumindest darauf vorbereitet.”

Obwohl diese unlogischen Schlussfolgerungen häufig nicht der Realität entsprechen, glauben viele Prüflinge einfach unkritisch daran, wodurch der Lernstress aufrechterhalten wird. 

Vergessen wird dabei oftmals, dass genau diese verzerrten Überzeugungen schon lange vor der Prüfung dazu führen, dass viele Stresshormone ausgeschüttet werden, die ein transferierbares Verständnis und vernetztes Behalten des Lernstoffes verhindern und dann auch negative Gefühle erzeugen können.

Die neurotische Angst, etwas anderes, vielleicht konstruktiveres als bisher zu machen, lähmt und blockiert noch obendrein.

Ohne anstrengende Herausforderungen ergibt sich in Ihrem Leben keine echte Weiterentwicklung

Aktuelle neurowissenschaftliche Studien (vgl. Dr. Gerald Hüther oder Dr. Manfred Spitzer) zeigen, dass wir zum Lernen vor allem den Neurotransmitter Dopamin brauchen.

Aber dazu müssen wir unsere Komfortzone verlassen, denn Dopamin wird besonders durch neue (anstrengende, aber bewältigbare) Erfahrungen ausgeschüttet.

Deshalb ist es so wichtig, dass Sie gerade in belastenden Situationen bewusst Ihre persönliche Komfortzone verlassen und zwar ohne Jammern, Beklagen, negatives Denken usw., damit sich wichtige Gehirnregionen neu verschalten können.

Nutzen Sie die Prüfungsvorbereitung als Chance, um mehr innere Stärke und Gelassenheit zu entwickeln

“Was? Ich habe doch schon mit der vielen Lernerei genug am Hals. Ne, ne, innere Stärke kann ich auch noch nach der Prüfung aufbauen.”

Daraus wird aber nach meinen Erfahrungen mit Hunderten von Heilpraktikern Psychotherapie in der Regel nichts. Denn wer verlässt schon gerne freiwillig seine gewohnte Komfortzone?

Wenn Sie jedoch für neue Erfahrungen offen sind und ernsthaft damit beginnen wollen, regelmäßig an sich zu arbeiten (= Selbsterfahrung), dann lesen Sie weiter.

Die weiter unten aufgeführten Tipps, wie Sie Ihre Komfortzone verlassen können, stammen von Kursteilnehmern, Klienten und aus meiner persönlichen Erfahrung.

Sie haben sich vor allem bewährt, wenn es darum geht, entspannter und dadurch auch lösungsorientierter mit den typischen Herausforderungen während der HP Psych. Prüfungsvorbereitung umzugehen.

Und woran merken Sie, dass Sie Ihre Komfortzone verlassen?

Wenn das, was Sie gerade tun neu und anstrengend ist, Sie eigentlich gar keine Lust darauf haben, Sie sich unsicher fühlen, es sich zunächst erst einmal komisch anfühlt oder Ihnen sogar leicht Angst macht.

Was Sie konkret tun können, um alte Muster wiederholt zu unterbrechen und abzubauen

Bewährte Empfehlungen für ein entspannteres Lernen und Vorbereiten:

  • Entspannen Sie sich täglich mindestens 1x für einige Minuten (z.B. mit derX Prozess Entspannungs-Übung).
  • Machen Sie den “Gedanken-Stopp”, wenn Sie merken, dass Sie wieder negativ denken.
  • Machen Sie bewusst Pausen und belohnen Sie sich zwischendurch.
  • Behandeln Sie sich (und Ihre Mitmenschen) gut, auch wenn es mit dem Lernen mal nicht so gut klappt.
  • Hören Sie mit dem Pauken auf, am besten noch bevor nichts mehr geht.
  • Geben Sie Ihr Bestes, mehr können Sie nicht tun.
  • Erinnern Sie sich immer wieder an das, was Sie in Ihrem Leben schon alles geschafft haben (z.B. eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, Kinder großgezogen), aber passen Sie auf, dabei nicht ins Negative abzudriften.

Und denken Sie dran: Sie haben das Recht, sich auch während der Prüfungsvorbereitung zum HP Psychotherapie gut zu fühlen :-)

Video: Wie Sie Ihre Komfortzone verlassen und innere Stärke aufbauen können

Im folgenden Video erfahren Sie, wie Sie eine stressige Prüfungsvorbereitung zum HPP für Ihre Selbsterfahrung und persönliche Weiterentwicklung am besten nutzen können.

Außerdem berichtet Uwe Luschas in seinem Video,

  • dass für echte Veränderung bewältigbare Anstrengungen erforderlich sind.
  • was “Komfortzone” eigentlich bedeutet.
  • warum es gut ist, dass Sie einmal täglich Ihre Komfortzone verlassen.
  • warum “Wohlfühlkurse” und “Kuschel-Dozenten” oftmals nicht zu wirklichen Veränderungen führen.
  • warum Ihr Gehirn für tiefer gehendes Lernen regelmäßige Anstrengung braucht.
  • wie Sie Ihr Gehirn plastisch halten können.
  • warum regelmäßige und kleine bzw. mittlere Herausforderungen gut für unser Gehirn sind (siehe Gerald Hüther).
  • warum “nur” Reden in der Regel nicht viel hilft.
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Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

P.S.
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P.P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

Kommentare

  1. Heike schreibt:

    Hallo Herr Luschas,

    nach Ihrem Video ist mir bewusst geworden, wie oft ich im Leben schon meine Komfortzone verlassen hatte/musste.

    Vor ca. 10 Jahren wurde mein Arbeitsplatz wegrationalisiert, ich konnte mich für “Schmuddelarbeiten” oder die medizinische Richtung entscheiden. Schmuddelarbeiten waren nicht mein Ding, ich suchte die Herausforderung und stieg thematisch in den medizinischen Bereich ein (Orthopädie, innere Medizin, Psychosomatik und Reha nach Ca), obwohl ich zuvor 30 Jahre nur verwaltungstechnisch tätig war. Es war mein Sprung ins kalte Wasser, ich habe gelernt wie verrückt, mein Gehirn lief auf Hochtouren. Bis heute habe ich diese Entscheidung nicht bereut.

    Etwas später meldete ich mich zu einem Seminar “Sprechwirksamkeit” an. Am vorletzten Tag wurde das komplette Seminarhaus eingeladen. Jeder aus meinem Kurs musste vor vielen Menschen eine Rede halten. Meine Gedanken kreisten und sagten: “Ich schaffe das nicht”. Ich war total aufgeregt und hatte Schweißausbrüche. Klaro, auch das habe ich geschafft und noch vieles mehr!

    Vor vier Jahren hatte ich meinen Klangraum eröffnet für Klangmassagen und Fußreflexzonen-Wellnessmassagen. Vor jeder Behandlung führe ich eine kleine Anamneseerhebung durch. Das war anfangs nicht ganz einfach, aber es übt sich. Durch all diese Aktionen ist mein Selbstwert gestiegen. Mittlerweile gebe ich Klangmeditationen im Raum und seit diesem Sommer auch im Garten. Dort hatte ich zuletzt 19 Teilnehmer. Was für eine Herausforderung, auch daran bin ich gewachsen.

    Und nun sitze ich hier Tag für Tag und ziehe mir den Lernstoff rein und stelle fest, es bleibt nicht alles hängen. Ein Gefühl, stets wieder von vorne beginnen zu müssen. Aber ich bleibe dran. Der X Prozess unterstützt mich dabei, meine Schlafquälität hat sich seit dem wesentlich verbessert.

    Ich möchte damit sagen, Herr Luschas Ihr Video bestärkt mich, weiter zu machen.

    Herzlichen Dank für all das gute Wissen, dass Sie uns vermitteln.

    Sommerliche Grüße nach Fürth wünscht Ihnen
    Ihre Heike

    • Uwe Luschas schreibt:

      Hallo Heike,

      vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihr Lob :-)

      Meine Empfehlung: Bleiben Sie dran, machen Sie weiter und geben Sie nicht auf.

      Ganz egal was kommt.

      Die Möglichkeit den Heilpraktiker für Psychotherapie zu machen, ist meines Erachtens eine großartige Chance sich selbst weiterzubringen und dann auch anderen Leute hilfreich zu Seite stehen zu können.

      Das behalten Sie am besten immer im Hinterkopf, insb. dann, wenn sich Gedanken oder Gefühle einschleichen, die Ihnen “sagen”, jetzt musst du wieder von vorne beginnen.

      Und ganz von vorne müssen Sie nicht beginnen, weil häufig ein Rest hängen bleibt, denn Sie vielleicht erst gar nicht wahrnehmen.

      Deshalb ist es so wichtig, immer wieder bewusst den Lernstoff in regelmäßigen Abständen zu wiederholen, zu wiederholen und zu wiederholen.

      Hilfreich dabei sind dann die schriftlichen Prüfungen. An den Ergebnissen sehen Sie sofort, wo noch Nachholbedarf besteht und was Sie schon können.

      Das ist einer der Gründe, warum wir das Online Orientierungspaket für die schriftliche Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung so aufgebaut haben, dass Sie in regelmäßigen Abständen die Originalprüfungen schreiben.

      Und Hut ab, dass Sie schon erfoglreich Kurse geben, zu denen sich 19 Teilnehmer einfanden. Das ist heutzutage eine tolle Leistung, wenn Sie bedenken, wie groß und breit gefächert das Angebot im Seminar- bzw. Kursbereich ist.

      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrem weiteren Lebensweg.

      Uwe Luschas

      P.S.
      Beispielsweise habe ich heute morgen meine Komfortzone bewusst verlassen, weil ich hier im Wald 10km Joggen ging, obwohl ich bei der Hitze überhaupt keine Lust hatte und relativ “groggy” war.

      Aber ich wusste, regelmäßige Bewegung tut mir gut. Also bin ich in die Gänge gekommen, obwohl sich in mir ein Gefühl der Bequemlichkeit breit machen wollte.

      Nach dem Joggen und Dehnen ging es mir besser als zuvor. Ich war froh, diese kleine Herausforderung gemeistert zu haben :-)

  2. Stefanie schreibt:

    Hallo Frau Luschas,
    hallo Herr Luschas,

    das Video gefällt mir super.

    Ich kann das nur aus eigener Erfahrung bestätigen – erst durch den Mut, sich immer wieder aus der Komfortzone zu bewegen, sich auch dem Scheitern und der Verletzbarkeit zu stellen, bringt einen seinen Wünschen und Zielen näher. Raus aus den alten Pantoffeln und Konditionierungen.

    Da finde ich es wunderbar und auch notwendig, wenn man immer mal wieder wie durch Ihr Video dran erinnert wird, denn wie Sie so gut erklärt haben, braucht unser Gehirn da einige Wiederholungen, bevor sich etwas ändert.

    Danke für Ihre fachlich kompetenten und gleichzeitig immer unterhaltsamen Videos und Artikel!

    Herzliche Grüße
    Stefanie

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Stefanie,

      danke für Ihre wertvollen Erfahrungen und Ihr motivierendes Lob :-)

      Was Sie beschreiben spiegelt die zentrale Botschaft der modernen Verhaltenstherapie wider. Was wir gelernt haben können wir auch wieder “verlernen” und dafür nützlicheres Verhalten entwickeln.

      Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass wir regelmäßig unsere Komfortzone verlassen, was anstrengend ist, weil es ungewohnt ist und oftmals Angst macht.

      Inzwischen wird dieses alte Wissen auch durch die bildgebenden Verfahren der aktuellen Hirnforschung bestätigt. Wir können alte Muster verändern, wenn wir unser Gehirn anders als bisher nutzen (= Neuroplastizität).

      Nach unseren Praxis Erfahrungen entwickeln vor allem die Menschen innere Stärke und Lebensfreude, die trotz aller Befürchtungen und Anstrengungen, immer wieder ihre gewohnte Komfortzone verlassen.

      Damit vergrößert sich auch ihre Resilienz.

      Viele Grüße