Zu viel Wissen, zu wenig Praxis und wie Sie das systematisch und klug ändern können

Seit 10 Jahren begleite ich Heilpraktiker für Psychotherapie in ihre Selbständigkeit, wobei ich anfangs noch als Dozentin an einer bekannten Heilpraktikerschule unterrichtete. 

Ich bin also schon eine ganze Weile dabei und habe dadurch viele interessante Erfahrungen und Beobachtungen machen können.

Im Laufe der Zeit veränderte sich einiges, wie zum Beispiel, dass die KVT für die HPP Prüfungen zunehmend relevanter wird. Auch einige neue Therapiemethoden sind hinzugekommen. Und das HPP Fern- und Online-Kurs Angebot wächst kontinuierlich. Mittlerweile werden sogar Marketing Kurse für Heilpraktiker angeboten.

Heilpraktiker für Psychotherapie und das Umsetzungsproblem

Eines ist jedoch seit 10 Jahren gleich geblieben. Das fällt mir deswegen auf, weil so viele (frischgebackene) Heilpraktikern für Psychotherapie davon betroffen sind. Ich spreche hier von dem Umsetzungsproblem.

Viele HPP Prüflinge sind insb. vor ihrer mündlichen Prüfung sehr aufgeregt, denn sie möchten ihren Traum – anderen Menschen psychotherapeutisch weiterzuhelfen – verwirklichen und haben häufig viel Zeit, Energie und Geld in ihre Ausbildungen gesteckt. Die meisten der angehenden Heilpraktiker für Psychotherapie haben auch schon eine Vorstellung davon, mit welchen Methoden und mit welcher Zielgruppe sie in ihrer Praxis arbeiten möchten.

Nach erfolgreichem Bestehen der HPP Überprüfung freuen sich viele Prüflinge auf die Arbeit mit ihren Klienten in der eigenen Praxis. Sie haben große Pläne und ehrgeizige Ziele hinsichtlich ihrer Selbständigkeit, denn gängige HPP Verbandszeitschriften sind in der Regel gefüllt mit Informationen über die aussichtsreichen HPP Tätigkeitsfelder und positiven Erfahrungsberichten über selbständige Heilpraktiker Psychotherapie.

Vor diesem Hintergrund müsste es viele gutlaufende HPP Praxen mit zufriedenen Therapeuten und Klienten geben. 

Aber weit gefehlt. Die Realität sieht etwas anders aus.

In den ersten 5 Jahren meiner HPP Dozententätigkeit, als ich noch regelmäßig Prüfungsvorbereitungskurse an einer großen Heilpraktikerschule durchführte, begegnete ich bereits nach einigen Wochen die ersten “frischgebackenen” Heilpraktiker Psychotherapie wieder. Freudestrahlend berichteten sie mir von diesem oder jenem Kurs, den sie gerade besuchten. Interessanterweise bekam ich (ohne danach zu fragen) auch gleich den Grund mitgeliefert, warum der Kurs so wichtig ist.

Als Begründung bekam ich in über 90 % der Fälle zu hören: “Ich fühle mich noch unsicher.”, “Ich bin noch nicht bereit, mit richtigen Klienten zu arbeiten.”, “Ich brauche noch mehr Wissen.”

Das klang für mich plausibel; mir ging es nach meinem Psychologie-Studium nicht anders.

Viel Seminare und Theorie, wenig Praxis und Klienten

In regelmäßigen Abständen innerhalb von einigen Jahren, liefen mir die gleichen Leute jedoch immer wieder übern Weg. Und ich behaupte hier nicht, dass man sich nicht weiterbilden soll ;-)

Manchmal fragte ich dann einige Heilpraktiker Psychotherapie von denen ich persönlich wusste, dass sie schon seit einigen Jahren konkrete Pläne für ihre eigene Praxis hatten, wie es denn mit ihren Klienten so läuft.

“Gar nicht, aber ich  habe schon einen Raum angemietet”, war eine der häufigsten Antworten darauf. Dann erzählten sie mir ausführlich von den 3 bis 6 interessanten Seminaren, die sie jedes Jahr besuchten.

Aus den Erzählungen weiß ich auch, dass die gewohnte Unsicherheit – zum Teil schon kurz nach Ende des Kurses – bald wieder zunahm, woraufhin man sich zu einem weiteren spannenden Seminar anmeldete, um endlich das langersehnte therapeutische Können zu erlangen.

Statt sich bekannter zu machen und zu praktizieren, wird noch mehr – oftmals wenig praxisrelevantes – Wissen angehäuft, was häufig zu noch mehr Verwirrung und Unsicherheit führt, wodurch dieser Teufelskreis aufrechterhalten wird.

Das wissen wir auch von vielen Teilnehmern unserer piKVT (praktisch gemachte und integrative KVT) Ausbildung, die sich permanent ausbilden lassen, ohne jemals einen “echten” Klienten gesehen zu haben.

Zur Erinnerung:

Es geht hier nicht darum, dass Sie keine HPP Seminare oder Weiterbildungen mehr besuchen sollen. Sondern ich möchte Sie mit diesem Artikel anregen, ggf. Ihre bisherige Umsetzungsstrategien kritisch zu hinterfragen und möglicherweise einen effizienteren Weg in Ihre Praxistätigkeit als Heilpraktikerin für Psychotherapie zu wählen.

Das könnte beispielsweise bedeuteten, dass Sie anstatt der üblichen Seminare, die i.d.R. viel (theoretisches) Was-Wissen vermitteln, gezielt an einer oder zwei praktisch gemachten Ausbildung(en) teilnehmen, in der Sie vordergründig wissenschaftlich fundierte Strategien und Erfahrungswissen bzw. therapeutisches Können (= Wie-Wissen) aufbauen und zudem erfahren, wie Sie sich als Heilpraktiker (Psychotherapie) bei potenziellen Klienten Schritt für Schritt bekannter machen können. 

Was Sie als Heilpraktiker gegen das UMSETZUNGSPROBLEM konkret tun können

Nützliche Hinweise, wie sie sich aus der üblichen “Seminartrance” befreien können und bewährte Tipps auf Ihrem Weg vom “Heiltheoretiker” zum Heilpraktiker, verrät Ihnen Uwe Luschas hier in seinem BEKANNTER Video.

Unter anderem erfahren Sie,

  • was das Umsetzungsproblem ist.
  • wie Sie sich aus dem Umsetzungsproblem befreien können.
  • warum Ihnen inspirierende Beispiele aus der Praxis helfen, das Missverhältnis zwischen Wissen und Praxis auszugleichen.
  • auf welche 3 Säulen eine erfolgreiche Heilpraktiker Psychotherapie Praxis nach unserer Erfahrung aufgebaut ist.
  • was Sie tun können, um sich mit Ihrer psychotherapeutischen Praxis und potenziellen Klienten bekannter zu machen.
  • und noch vieles mehr.

Um das Video zu starten, klicken Sie auf den Wiedergabeknopf oder auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren.

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Ich wünsche Ihnen viele hilfreiche Erkenntnisse beim Anschauen.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Kognitiver Verhaltenstherapie. Sie zeigt auf ihrer Selbsthilfe-Webseite anderen Menschen, wie sie wieder "Boss im Kopf" werden können. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich und unterstützt den Tierschutz.
Uwe Luschas Bild - X Prozess
Uwe Luschas studierte Management, Technologie und Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg und Universität Limerick, Irland. Seit 2001 entwickelt er den schnellen, einfachen und wirksamen X Prozess. Er lebt bewusst minimalistisch und veganisch. Sie finden ihn (fast) überall im Internet.

P.S.
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P.P.S.
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Kommentare

  1. G. M.  am  18.03.14:

    Hallo Uwe,

    habe mich über die ausführliche Antwort sehr gefreut – herzlichen Dank :-)

    G. M.

  2. G. M.  am  16.03.14:

    Hallo Franziska & Uwe Luschas,

    Ich möchte ein großes DANKE sagen an Sie beiden!

    Bin wirklich dankbar für die vielen wertwollen Infos und Anregungen.

    Gerade in letzter Zeit geht es mir nicht besonders gut, da ich mit meiner Praxis (Heilpraktikerin Psychotherapie) bisher keinen Erfolg hatte.

    Da war der Video-clip von Uwe Luschas heute genau das Richtige für mich über Seminare/Wissen & Praxis + Marketing. Das Video war die Antwort auf meine jetzigen Fragen.

    Genau wie die eine Person, die nach 3 Monaten Praxis noch keine Klienten hatte, aber alles “richtig” gemacht hatte soweit.

    Ganz genauso ist es auch bei mir: Praxiseröffnung vor fast 3 Monaten, eine gute Lage & tolle Praxisräumlichkeiten + ein paar Anzeigen und Einträge ins Internet auf Therapeuten Suchseiten – aber ohne Ergebnis.

    Bisher eine Person, der einen Termin bei mir vereinbarte, aber nicht kam.

    Die Enttäuschung und Selbstzweifel danach waren groß – was stimmt nicht?

    Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich weitere Fortbildungen machen, dachte ich auch schon.

    Ich wurde erst ende 2012 HP-PSY und habe im letzten Jahr 7-8 Weiterbildungen gemacht.

    Da ist der Gedanke schon da, daß es zu wenig ist – da viele ja auch jahrelang studieren. Aber meine Ausbildung und Fortbildungen ist meine Berufung und ich war mir so sicher, daß es dann laufen müsse.

    Zumindest, daß ein paar Leute mich aufsuchen.

    Und wenn nicht mal einer anruft… ich habe mich geschämt, wenn Freunde und Bekannte fragen, wie es so läuft… nichts läuft.

    Nach dem Video Vortrag von Uwe, weiss ich zumindest, daß es wohl häufig der Fall ist und daß hat mir großen Mut gemacht, noch nicht aufzugeben.

    Und jetzt verstehe ich auch so einiges besser.

    Hoffe jetzt, daß ich aus meinem “Tief” herauskomme und Kraft habe, weiter zu machen.

    Vielen DANK nochmal für Ihre tollen Tipps!

    Liebe Grüße

    G. M.

    • Uwe Luschas  am  17.03.14:

      Hallo G. M.,

      danke für Ihren sehr ehrlichen Qualitäts-Kommentar.

      Meine kurz gefasste Antwort auf Ihre Schilderungen:

      Geben Sie nicht auf und fangen Sie als nächstes an, sich Schritt für Schritt bekannter zu machen, z.B. durch wertvolle Inhalte für potentielle Klienten.

      Setzen Sie dabei nicht auf das traditionelle Marketingverständnis, z.B. Schild raushängen, Standard-Webseite einrichten und einige Male lokal Werbung schalten, denn dadurch sprechen Sie im riesigen und hart umkämpften Hilfe-Markt heutzutage keine potentiellen Selbstzahler (ja, Selbstzahler, weil Sie i.d.R. nicht mit den Krankenkassen abrechnen können) an.

      Sie müssen (daran führt kein Weg vorbei) etwas anderes machen, als alle anderen im großen Heilpraktiker Psychotherapie “Markt”, damit potentielle Selbstzahler überhaupt erst auf Sie aufmerksam werden.

      Sie könnten beispielsweise unsere Vorgehensweise Schritt für Schritt kopieren.

      Ein Blog ist heutzutage schnell eingerichtet, gute Videokameras sind günstig (oder nutzen Sie einfach die hervorragende Videofunktion Ihres Smartphones) und Ihre kurzen Videos (nicht länger als 12 Minuten) können Sie kostenlos auf Youtube veröffentlichen.

      Anstelle von Videos können Sie auch eine kurze Audioproduktion, ein interessantes Bildschirmvideo oder eine 30-seitige PDF Datei über Achtsamkeits basierte Therapie (also wie Sie wahrscheinlich vorgehen) machen.

      Schon Johann Wolfgang von Goethe hat gewusst: “Das Außergewöhnliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege.

      NewMarketing Erfolgstipp: Machen Sie das Richtige und Wichtige, um sich mittelfristig bekannter zu machen.

      Denn wenn Sie nichts anderes TUN, dann wird sich auch nichts verändern.

      Oder anders formuliert: Wenn Sie weiterhin das tun, was alle anderen HP PSYCH im wettbewerbsintensiven Heilpraktiker Psychotherapie Bereich machen, dann verschwenden Sie nur Ihre Zeit, Ihr Geld und Ihre Lebenskraft, weil das heutzutage keine Selbstzahler mehr zum Anrufen bringt.

      Der Zug des alten, traditionellen Marketing (a la IHK oder laut Marketing Standardwerk) ist längst abgefahren …

      Lesen Sie auch diesen Beitrag zur Inspiration durch.

      Bleiben Sie auf jeden Fall dran und TUN sie das Richtige und Wichtige.

      Vielleicht konnte ich Ihnen heute einige wertvolle Impulse geben, die Sie dazu bewegen, jetzt auch den 2. Schritt zu machen, nämlich anzufangen, sich bekannter zu machen, z.B. indem Sie das hervorragende Medium Internet nutzen, um Ihr Wissen und Können, Ihre Erfahrungen und Lösungsstrategien und auch Ihre Botschaft an die Welt einem größeren Publikum anzubieten.

      Auf Ihren Erfolg!

      Uwe Luschas
      X Prozess und BEKANNTER Entwickler

  3. Regine  am  31.07.12:

    Danke, Herr Luschas,

    das Video hab ich mir gern angesehen: interessant und kurzweilig präsentiert.

    Ich kenne das Phänomen des Zweifelns an der eigenen Kompetenz gut und war gleichzeitig “genervt” darüber, dass ich meinen Schatz an Wissen aus meinem (dunklen) Kämmerlein nicht zum “Leuchten” in eine Praxis und zu Menschen, die meine Erfahrungen, mein Können und meine Lösungsansätze benötigen und schätzen, gebracht habe.

    Zwar gab ich einige Jahre lang Kurse und Seminare, immerhin, aber zu einer eigenen Praxis fehlte mir der Mut.

    Nun ist es seit Mai soweit: An einem Tag pro Woche arbeite ich dort und mein Ziel ist es, ab August nächsten Jahres einen oder zwei weitere Tage in der Praxis zu arbeiten. Ihre Erläuterungen zu den Marketingmöglichkeitehn haben mir gute Anregungen gegeben.

    Vielen Dank.

    Ich biete kostenlose Vorträge an: dazu höre ich öfter Kritik mit dem Hinweis, was gut sei, müsse auch etwas kosten.

    Das sehe ich aber nicht so, Sie offenbar auch nicht. Bei den Stressbewältigungskursen biete ich stets einen Schnupperabend an: zum Ausprobieren, Kennenlernen, Einschätzen meiner Person und Kompetenz. Auch das Erstgespräch beim Coaching ist kostenfrei. Ich finde das fair und angemessen.

    Ihr Hinweis auf das “ethische Maketing” hat mir daher gefallen, eine gute Bezeichnung, wie ich finde.

    • Uwe Luschas  am  01.08.12:

      Hallo Regine,

      ich folge seit vielen Jahren der einfachen 1/3 + 1/3 + 1/3 Regel.

      1/3 meiner besten Kenntnisse und Erfahrungen gebe ich an alle Interessierte kostenlos weiter.

      1/3 meiner besten Kenntnisse und Erfahrungen gebe ich an meine Abonnenten kostenlos weiter (also an diejenigen, die sich in meinem Newsletter eingetragen haben).

      Und das letzte 1/3 meiner (aller-) besten Kenntnisse und Erfahrungen gebe ich meinen Mitglieder weiter (das sind diejenigen, die mich über das 1. und 2. Drittel kennen und schätzen gelernt haben und die für weiter- und tiefergende Zusammenhänge gerne 37-57 Euro pro Monat investieren)

      Sie sehen, dass ich 2/3 meiner Zeit, Energie und Arbeit in den Beziehungsaufbau stecke, weil die Menschen mich i.d.R. nicht kennen und es eine gewisse Zeit dauert, bis sie mir vertrauen. Und diejenigen die mir und meinen Inhalten dann vertrauen, investieren gerne in mein Wissen und Können, damit sie sich selbst und anderen besser weiterhelfen können.

      Im Rahmen des NewMarketing (= ethisches und effektives Marketing) gibt es nur “sowohl, als auch” (und kein “entweder, oder”) Denken und Handeln. Mein Hinweis an Sie: Geben Sie Ihr Wissen, Ihre Erfahrungen, Ihre Lösungsansätze sowohl kostenlos als auch für zahlende Kunden weiter. Das ist kein Widerspruch, sondern intelligentes Tun :-)

      Danke für Ihren Kommentar.

      Auf Ihren Erfolg!

      Uwe Luschas
      X Prozess und BEKANNTER Entwickler