Affektive Störungen nach ICD-10 als Mindmap (PDF) für Heilpraktiker Psychotherapie

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Sowohl in der schriftlichen als auch mündlichen Überprüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie gehören Fragen zu den affektiven Störungen (F3) seit vielen Jahren dazu.

Sie können sich das Lernen, nicht nur der affektiven Erkrankungen, jedoch erleichtern, wenn Sie sich zunächst zu jeder “Störungskategorie” (wie bspw. F4, F5 oder F6) einen ersten Überblick verschaffen, etwa in Form eines übersichtlichen Mindmaps.

Weiter unten können Sie sich bspw. ein Übersichts-Mindmap über die affektiven Störungen nach ICD-10 als Vorlage kostenlos herunterladen. 

Und gleich hier im Anschluss habe ich stichpunktartig prüfungsrelevantes Wissen zu den F3 Störungen zusammengestellt. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Ausschnitt handelt, der meine Erfahrungen aus den letzten 10 Jahren widerspiegelt.

Das heißt, ich kann keine Gewähr für Aktualität und Vollständigkeit übernehmen.

Manie bzw. manische Episode (F30)

  • Prävalenz (Häufigkeit): Ca. 5 % aller affektiven Störungen; Frauen : Männer → ca. 1:1 
  • Erstmanifestation (Beginn): Im Allgemeinen zwischen dem 15.-30. Lebensjahr, aber auch in jedem anderen Alter zwischen der späten Kindheit und dem 7. oder 8. Lebensjahrzehnt 
  • Symptome: Z.B. gehobene Stimmung, vermehrter Antrieb, Rededrang (Logorrhö), vermindertes Schlafbedürfnis, gesteigerte Libido, Selbstüberschätzung und Größenideen, übertriebener Optimismus, Distanzlosigkeit, ggf. Gereiztheit, starke Ablenkbarkeit, Assoziationslockerung, Ideenflucht, Wahnideen; selbst- oder fremdgefährdendes Verhalten, fehlendes Krankheitsgefühl, Realitätsverlust
  • Mindestdauer: 1 Woche
  • Diagnose: F30 darf nur für eine einzelne manische Episode verwendet werden (= vergleichsweise selten); wenn zuvor oder später affektive depressive, manische oder hypomanische Episoden auftreten, ist eine bipolare affektive Störung (F31) zu diagnostizieren
  • Differenzialdiagnose: Z.B.  Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Therapie: Umgehende fachärztliche Behandlung; Pharmakotherapie: Lithium oder Valproinsäure, ggf. Antipsychotika und Benzodiazepine

Die bipolare affektive Störung (F31)

  • Prävalenz (Lebenszeitprävalenz): Ca. 1 -2 %; Frauen : Männer → ca. 1:1 
  • Erstmanifestation (Beginn): Bipolare Erkrankungen beginnen früher als unipolare Depressionen  →  ca. zwischen 20-30 Jahren
  • Manische Episoden: Beginnen in der Regel abrupter als depressive Episoden und dauern zwischen 2 Wochen und 4-5 Monaten (im Mittel etwa 4 Monate)
  • Depressive Episoden: Tendieren zu längerer Dauer (im Mittel etwa 6 Monate), selten allerdings als 1 Jahr, außer bei älteren Menschen (häufiger und länger)
  • Pharmakotherapie depressiver Episoden: Akuttherapie → Vorsicht mit Antidepressiva (AD), da Gefahr eines Umschwungs (Switch) in eine Manie → deshalb AD in Kombination mit einem Stimmungsstabilisierer; Antipsychotikum, z.B. Seroquel
  • Erhaltungstherapie und anschließende Rezidivprophylaxe mit Lithium,  Carbamazepin, Lamotrigin, Valproinsäure oder Antipsychotika

Depression bzw. depressive Episode (F32)

  • Lebenszeitprävalenz: Ca. 16-20 %, Punktprävalenz: Ca. 5-6 % (ca. 3 Mio. Patienten in Deutschland); Frauen : Männer → ca. 2:1 
  • Erstmanifestation (Beginn): 2 Häufigkeitsgipfel: Zwischen 20-29 und 50-59 Jahren; mittleres Alter bei Erstmanifestation: 40 Jahre
  • Symptome: Z.B. gedrückte Stimmung, Interesse- und Freudlosigkeit, verminderter Antrieb, erhöhte Ermüdbarkeit, Vitalstörungen (z.B. Druck, Schwere, Schmerz in Herz- oder Brustgegend, oder Hals), verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven, Suizidgedanken, erfolgte Selbstverletzung oder Suizidhandlungen, Schlafstörungen, verminderter Appetit usw. 
  • Somatisches Syndrom: (1) Interessenverlust oder Verlust der Freude (2) Mangelnde Fähigkeit, auf eine freundliche Umgebung oder freudige Ereignisse emotional zu reagieren (3) Frühmorgendliches Erwachen; zwei oder mehr Stunden vor gewohnter Zeit (4) Morgentief (5) Psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit (6) Deutlicher Appetitverlust (7) Gewichtsverlust, häufig mehr als 5 % des Körpergewichts im vergangen Monat (8) Deutlicher Libidoverlust
  • Mindestdauer: 2 Wochen
  • Endogene Depression (veralteter Begriff insb. für schwere Depression): V.a. konstitutionell-genetisch bedingte oder mitbedingte Krankheiten mit Störungen der Realitätsbezüge, der Wahrnehmung, des Denkens und der Affektivität; abruptes Auftreten, ohne erkennbaren Auslöser; i.d.R.: “Gefühl der Gefühllosigkeit”, Früherwachen, Morgentief, verringerte Vitalität, Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, ausgeprägte körperliche Symptome (vegetative Störungen und Vitalsymptome), somatisches Syndrom, ggf. psychotische Symptome: Wahnideen bzgl. Verarmung, Versündigung, Kleinheit, Krankheit, Verschuldung, bevorstehender Katastrophe; akustische Halluzinationen (diffamierende oder anklagende Stimmen), Geruchshalluzinationen (Fäulnis oder verwesendes Fleisch); evtl. depressiver Stupor, Agitiertheit; hohes Suizidrisiko
  • Sonderformen depressiver Episoden: Z.B. larvierte oder somatisierte Depression, saisonale, agitierte Depression, Spät- und Altersdepression (Involutionsdepression), Wochenbettdepression (postpartale D.), anankastische D., Erschöpfungsdepression
  • Differenzialdiagnose: Z.B.  Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), Demenz
  • Therapie: Pharmakotherapie: Antidepressiva (Wirklatenz, Nebenwirkungen, Routineuntersuchungen) → Suizidrisiko: Bei suizidgefährdeten Patienten sollten klassische AD, die bei Überdosierung hoch toxisch sind, möglichst vermieden werden; erhöhte Suizidgefahr auch bei antriebssteigernden AD → weil eintretende antriebssteigernde Wirkung vor dem antidepressiven (stimmungsaufhellenden) Effekt; Rezidivprophylaxe bei rezidivierender Depression mit AD oder Lithium; Psychotherapie: Z.B. Kognitive Verhaltenstherapie, Interpersonelle Psychotherapie, Tiefenpsychologische Therapie

Die Dysthymia (F34.1)

  • Lebenszeitprävalenz: Ca. 2-4 %; Frauen > Männer
  • Erstmanifestation (Beginn): Gewöhnlich im frühen Erwachsenenalter; bei Beginn im höheren Lebensalter → Auftreten häufig nach einer abgrenzbaren depressiven Episode (F32), nach einem Trauerfall oder einer anderen offensichtlichen Belastung
  • Kennzeichen/Symptome: Langandauernde, depressive Verstimmung, die niemals oder nur selten ausgeprägt genug ist, um die Kriterien für eine rezidivierende leichte oder mittelgradige depressive Störung (F33.0, F33.1) zu erfüllen; Phasen normaler Stimmung über Tage und Wochen sind möglich; Symptome können bspw. sein: Müdigkeit, Erschöpftheit, schlechter Schlaf, Grübeln, Unzulänglichkeitsgefühle, Patienten sind aber i.d.R. fähig, mit den wesentlichen Anforderungen des täglichen Lebens fertig zu werden (z.B. Beruf, Familie, Partnerschaft)
  • Mindestdauer: 2 Jahre
  • Double Depression (“doppelte Depression”): Wenn zu  einer bereits  bestehenden Dysthymia zusätzlich eine depressive Episode auftritt

Die affektiven Störungen (F3) nach ICD-10 als übersichtliches Mindmap im praktischen PDF Format 

Sie können dieses Mindmap natürlich auch als Vorlage für eigene Mindmaps nutzen.

Durch die klare und leicht einprägsame Lernstruktur von gehirngerechten Mindmaps, Zusammenfassungen und Übersichts-Grafiken zum Prüfungsstoff Psychologie und Psychotherapie profitieren besonders “Neulinge”.

Aber auch angehende Heilpraktiker für Psychotherapie, die sich gerade auf ihre Prüfung vorbereiten, lernen mit übersichtlichen Mindmaps erfahrungsgemäß um einiges einfacher und effizienter.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

P.S.
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P.P.S.
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Kommentare

  1. Monika schreibt:

    DAnke für das tolle MindMap. Ich habe bisher immer handschriftliche Mindmaps versucht und mich stört, wie unübersichtilich, geradezu chaotisch sie dann aussehen. Darf ich sie fragen, mit welchem Programm Sie ihre tollen Mindmaps gestalten, oder können sie eine Empfehlung aussprechen, bestenfalls kostenlos? Dankesehr!
    lg
    mo

    • Uwe Luschas schreibt:

      Hallo Monika,

      ja, da gibt es ein tolles und kostenloses Mindmap Programm namens XMind, das ich auch selbst nutze und empfehlen kann.

      Wo Sie es herunterladen können: XMind.net

      Viel Freude beim kreativen Designen :-)

  2. Betül schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    ich habe die schriftliche Prüfung mit 28 Punken bestanden und bereite mich nun auf die mündliche Überprüfung vor.
    Im Buch für die mündliche Prüfung von Ofenstein tauchen immer wieder die Begriffe “endogen”, “psychogen”, “reaktiv”, “depressive Reaktion” auf.
    In der ICD-10 stehen diese Begriffe meist unter den “Dazugehörigen Begriffen”.

    Eine endogene Depression ist doch demnach charakterisiert durch die Symptome des “somatischen Syndroms” oder?

    Was sind, mal ausgenommen von ihrer Ätiologie, die Unterschiede zwischen endogen und psychogen?

    Dann wird noch nach dem Unterschied zwischen “reaktiver Depression” und “depressiver Reaktion” gefragt, wobei in der Anwort steht, dass die depressive Reaktion in der ICD-10 als Akute Belastungsreaktion kodiert ist. Das sehe ich leider anders und würde es eher bei F43.2 Anpassungsstörungen einordnen. Können Sie mir da auf die Sprünge helfen?

    Vielen lieben Dank,

    Betül

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Betül,

      Klasse Prüfungsergebnis. Herzlichen Glückwunsch.

      Obwohl die Einteilung psychischer Erkrankungen nach dem Triadischen System (exogen, endogen, psychogen) weitgehend veraltet und unscharf definiert ist, kann in der HPP Überprüfung danach gefragt werden.

      Die ICD-10 setzt voraus, dass das somatische Syndrom bei schweren depressiven Episoden praktisch immer vorhanden ist (siehe F32.2).

      In der Einleitung steht in der ICD-10 unter Affektiven Störungen, dass das somatische Syndrom ebenso auch “melancholisch”, “vital”, “biologisch” oder “endogenomorph” geannt werden könnte.

      Mit dem Begriff der „endogenen” Psychosen bezeichnete man früher die Schizophrenien und die affektiven oder manisch-depressiven Erkrankungen.

      Bei den „endogenen” Psychosen handelt es sich um Erkrankungen, die weder der Gruppe der körperlich begründbaren Psychosen noch der Gruppe der psychogenen Störungen zugeordnet werden können. Die organische Ursache dieser Erkrankungen ist bis heute nur teilweise bekannt.

      Der früher verwendete Begriff der „psychogenen Störungen” meinte vor allem Krankheitsbilder rein psychogenen Ursprungs. Zu diesen „psychogenen Störungen” rechnete man:
      - Abnorme Erlebnisreaktionen (z. B. akute Belastungsreaktion nach einem traumatischen Erlebnis)
      - Neurosen (z. B. Angst-, Zwangs- und Konversionsneurose oder neurotische, reaktive Depression)
      - Psychopathien (alter Begriff für Persönlichkeitsstörungen)

      Im Inhaltsverzeichnis der ICD-10 (9. Auflage), steht unter dem Begriff “Depression” zum Beispiel “endogene F33#” und “reaktive F32#, F33#”. Diese Kodierung könnte man also an 4. oder 5. Stelle des Diagnoseschlüssels zusätzlich verwenden.

      Bei der depressiven Reaktion handelt es sich lt. ICD-10 um die F43.20 (kurze depressive Reaktion) und F43.21 (längere depressive Reaktion) und F43.22 (Angst und depressive Reaktion gemischt), also um Unterformen der Anpassungsstörung.

      Prof. Joachim Bauer beschreibt auf seiner Internetseite den Unterschied zwischen “endogen” und “reaktiv” nochmals anschaulich:

      “Was heißt “endogen” und “reaktiv”? Bei einer Veranlagung zur rezidivierenden Form der Depression können im Krankheits-Verlauf die äußeren Auslöser bei späteren Depressions- Phasen immer geringer werden. D. h., der Depression gehen am Anfang (vor der ersten und zweiten Phase) fast immer schwere äußere Belastungsfaktoren voraus (früher wurde dies als “reaktive Depression” bezeichnet), spätere Phasen brauchen nur noch minimale, schließlich keine Auslöser mehr (was früher als “endogene Depression” bezeichnet wurde). Die Unterscheidung “reaktive” und “endogene” Depression wurde aufgegeben, weil es sich nicht um verschiedene Krankheiten, sondern nur um verschiedene Formen innerhalb des Krankheitsverlaufs handelt.”

      Ich wünsche Ihnen auch viel Erfolg bei Ihrer mündlichen Überprüfung und würde mich über ein (kurzes) Gedächtnisprotokoll freuen.

      Franziska Luschas

    • Betül schreibt:

      Hallo Frau Luschas,

      vielen lieben Dank für Ihre Erläuterung! Der Groschen ist gefallen :D

      Ich möchte mich ebenfalls für die tollen Materialien des “Orientierungspakets schriftliche Prüfung” bedanken. Dies
      war eine große Bereicherung für mich.

      Gerne schicke ich ihnen mein Gedächtnisprotokoll, sobald
      die Prüfung abgeschlossen ist.

      Liebe Grüße
      Betül

  3. Betül schreibt:

    Liebe Frau Luschas,

    vielen Dank für die übersichtlichen Handouts!

    Ich gehe, wie Sie es auch immer empfehlen, wiederholt die ICD-10 Diagnoserichtlinien durch und lerne mit dem Buch Möller/Laux.
    Mir ist allerdings aufgefallen, dass im Buch Zeitkriterien stehen, wie z.B. bei der depressiven Episode, die im ICD-10 Text nicht drinstehen! Wie kommt es dazu?

    Ich hoffe es ist keine allzu peinliche Frage, ich bin eine blutige Anfängerin!

    Viele Liebe Grüße

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Betül,

      die ICD-10, Kapitel V (F) dient als Klassifikation, um psychische Störungen (so gut wie möglich) zu beschreiben bzw. zu klassifizieren (= Kategorien zuzuordnen).

      Das gelingt mehr oder weniger gut, denn die Praxis zeigt, dass sich Menschen als komplexe Individuen nicht immer 100%-ig in ein pathologisches Schema pressen lassen.

      Deshalb versucht die ICD-10 häufige beobachtete Merkmale unter der jeweiligen Kategorie auf den größtmöglichen, gemeinsamen Nenner zu bringen.

      In der “blauen” ICD-10, 9. Auflage, steht beispielseise:

      “Die Angaben zur Dauer der Symptome sind als allgemeine Leitlinien und nicht als genau einzuhaltende Kriterien anzusehen. Der Kliniker soll sich sein eigenens Urteil über die Angemessenheit einer Diagnose bilden, auch wenn die Dauer eines einzelnen Symptoms etwas kürzer oder länger ist, als angegeben”.

      Es lohnt sich also, auch immer mal wieder den einführenden Text in der ICD-10 zu lesen. Dadurch werden einige Zusammenhänge oftmals klarer.

      Standardlehrbücher, wie die Duale Reihe, “Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie” vermitteln im Gegensatz zur ICD-10 Wissen, Theorien und Modelle. Daher können sie ausführlicher auf die Epidemiologie, Ätiologie, Therapieansätze oder zusätzliche Merkmale zur Diagnosestellung (wie zum Beispiel zu Dauer, Verlauf) eingehen.

      Die wichtigsten Zeitkriterien sind jedoch, falls sie für das Störungsbild typisch sind, auch in der ICD-10 angegeben.

      Beispielsweise steht in der “blauen” ICD-10 (9.Auflage) unter ‘depressive Episode’ (F32) im Fließtext: “Für die Diagnose depressiver Episoden aller drei Schweregrade wird gewöhnlich eine Dauer von mindestens 2 Wochen verlangt; kürzere Zeiträume können berücksichtigt werden, wenn die Symptome ungewöhnlich schwer oder schnell aufgetreten sind”.

      Weiterhin ein spannendes Lernen

      wünscht Ihnen

      Franziska Luschas

  4. Sandra schreibt:

    Hallo Frau Luschas,
    bin jetzt bei F3. Habe die Prüfungsfragen beantwortet die dem Handout zugehörig sind.
    Eine Frage zu Frage 4 Welche der folgenden Aussagen zur endogen Depression treffen zu:

    Antwort 2:
    Ich-Störungen können sich als Störung der Ich-Umwelt-Grenze zeigen.

    Ich hätte diese Antwort nicht als richtig eingestuft. Ist damit vielleicht das “Gefühl der Gefühllosigkeit” gemeint, gehört das zur Depersonalisation?

    Bei Frage 9 fallen die Ich-Störungen rauß. Ja, das verstehe ich, die sind ja nicht typisch.

    Herzlichen Dank für ein Feedback.

    Sandra

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Sandra,

      in der Frage 4 wird nach den Merkmalen der endogenen Psychose gefragt.

      Damit sind nach dem triadischen System (K. Schneider) vor allem die Schizophrenien, manisch-depressiven und schizoaffektiven Erkrankungen gemeint.

      Insofern macht es Sinn, das die Ich-Störungen dazugehören.

      In den aktuelleren schriftlichen Prüfungen zum Heilpraktiker Psychotherapie versucht man, auf solche veralteten (vieldeutigen) Begriffe weitestgehend zu verzichten.

      Nichtsdestotrotz verringern Sie die Wahrscheinlichkeit, solche Fehler zu machen, wenn Sie die Fragen sorgfältig und konzentriert lesen.

      Ich wünsche Ihnen weiterhin ein spannendes und freudiges Lernen.

      Herzliche Grüße

      Franziska Luschas

  5. Monika schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    eines verwirrt mich immer wieder – ich habe in meiner HPP-Schule gelernt, dass ALLES, was in der F3 vorkommt, nicht vom HPP kausal behandelt werden darf. Wenn überhaupt dann nur begleitend. Allerdings habe ich in vielen Lehrbüchern gesehen, dass die Dysthymia – obwohl in der F3 – trotzdem kausal von uns behandelt werden darf. Und wenn ich den Überblick bei Ihnen richtig sehe, wäre das auch so.
    Was wäre die richtige Antwort bei der Prüfung: darf die Dysthymia vom HPP kausal behandelt werden? Und falls ja – warum, da sie ja in der F3 kategorisiert ist und somit durch innere Prozesse/ Dysbalance Neurotransmitterhaushalt etc. verursacht und demnach nicht psychogen verursacht ist.
    Verwirrte Grüße aus Köln

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Monika,

      ich empfehle Ihnen, sich beim Lernen auf die Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung nicht nur aus einer einzigen Quelle zu informieren, insb. wenn ein wichtiges Thema unklar erscheint.

      Dazu reichen in der Regel ein oder zwei gute Bücher und die ICD-10, neben der Vorbereitung in einer Schule, aus. Aus vielen Büchern zu lernen verwirrt oftmals noch mehr.

      Zu Ihrer Frage:

      “Alles” oder “immer” stimmt in der Klinischen Psychologie fast “nie” :-)

      In der ICD-10 steht beispielsweise, dass die Dysthymia sehr viel mit den Konzepten der depressiven Neurose gemeinsam hat. Deshalb wird die Dysthymia manchmal auch als neurotische Depression bezeichnet.

      Unter Neurose versteht man im weiteren Sinne alle lebensgeschichtlich bedingten seelischen Störungen.

      Nach der psychoanalytischen Lehre (s. Freud) sind Neurosen durch unbewusste, ungelöste Kindheitskonflikte bedingt. Für die Lerntheorien beruhren die Symptome der Neurosen auf erlenrtem Fehlverhalten.

      Zur Behandlung der Patienten mit Dysthymia werden unterschiedliche Psychotherapieverfahren (verhaltenstherapeutisch und psychodynamisch) eingesetzt. Auch ein Behandlungsversuch mit Antidepressiva kann sinnvoll sein, spielt aber augrund der Ätiologie eher eine untergeordnete Rolle.

      Wenn Sie als Heilpraktikerin (Psychotherapie) nach entsprechender Ausbildung in einem Psychotherapieverfahren und unter Einhaltung Ihrer Sorgfaltspflicht einen Klienten mit Dysthymie behandeln möchten, steht diesem meiner Erfahrung nach nichts im Wege.

      Eine körperliche Abklärung durch einen Arzt bzw. die Behandlung durch einen Arzt / Psychologischen Psychotherapeuten ist anzuraten.

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