Die Angststörungen nach ICD-10 im Überblick für die Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung

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Angststörungen liegen mit einer Häufigkeit von ca. 16% (12-Monatsprävalenz) noch vor den Alkoholstörungen und Depressionen (lt. DEGS – Studie, Wittchen & Jacobi).

In meiner Heilpraktiker Psychotherapie Praxis sucht mich sogar jeder zweite Klient wegen einer Angststörung auf.

Hier stelle ich immer wieder fest, dass die Betroffenen – teilweise erst nach Jahren – professionelle Hilfe aufsuchen, zum Beispiel, wenn Sie nicht mehr verreisen, arbeiten oder gar das Haus verlassen können bzw. ihre sozialen Beziehungen darunter leiden.

Angststörungen in der schriftlichen Überprüfung (HPG)

Jeder von uns hat wahrscheinlich schon einmal Angst gehabt, auch wenn vielleicht nicht so extrem wie bei einer Angst- oder Panikstörung.

Deshalb können wir wahrscheinlich auch die meisten psychischen und vegetativen Symptome, die häufige Erwartungsangst (Angst vor der Angst) oder auch das typische Vermeidungsverhalten in der Regel gut nachvollziehen.

Gerade wenn es auf die Überprüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie beim Gesundheitsamt zugeht, ist es gar nicht so selten, dass bei dem einen oder anderen eine leichte Panik, Zweifel, Befürchtungen oder andere verschiedene Ängste hochkommen.

Hier empfehle ich Ihnen, sich bereits während der Prüfungsvorbereitung – am besten täglich – bewusst zu entspannen. Besonders bewährt hat sich nach unseren Erfahrungen die X Prozess Entspanungsmethode.

Sie können damit rechnen, dass Angststörungen sowohl in der schriftlichen als auch mündlichen Prüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie oftmals Thema sind.

In der schriftlichen Überprüfung werden zum Beispiel immer wieder Fragen gestellt zur:

  • Prävalenz von Angststörungen
  • sozialen Phobie, Panikstörung, Agoraphobie
  • Reizüberflutung oder systematischen Desensibilisierung im Rahmen der verhaltenstherapeutischen Behandlung.

Deshalb gebe ich Ihnen im HeilpraktikerErfolg Video – weiter unten – einen Überblick über die wichtigsten Angststörungen lt. ICD-10.

Video über Angststörungen zur Vorbereitung auf die Prüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie (HPG)

In diesen kostenlosen HeilpraktikerErfolg Überblicks-Video,

  • erhalten Sie eine einfache Struktur zum besseren Einprägen der Angststörungen.
  • lernen Sie zwischen objekt- und situationsabhängigen und objekt- und situationsunabhängigen Angststörungen zu unterscheiden.
  • erkläre ich, was der Begriff paroxysmal bedeutet. 
  • spreche ich über häufige Merkmale von Angststörungen nach ICD-10.
  • erfahren Sie, wie hoch die Lebenszeitprävalenz von Panikstörungen, generalisierte Angststörung und Phobien sind.
  • erfahren Sie die häufige Komorbiditäten von Angst- und Panikstörungen.
  • lernen Sie anhand von kurzen Fallbeispielen weitere wichtige Symptome der Panikstörung, generalisierten Angststörung, Agoraphobie und Schlangenphobie kennen.
  • erfahren Sie, welche Methoden aus der Kognitiven Verhaltenstherapie bei Angststörungen bevorzugt zur Anwendung kommen.

Um das Video zu starten, klicken Sie auf den Wiedergabeknopf oder auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren.

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Mein Hinweis für HeilpraktikerErfolg Leser

Weitergehende Informationen in Form von HP Psych. Prüfungswissen, Trainingsvideos, Mindmaps oder Handouts (PDF Dateien) stehen Ihnen ab hier als Teilnehmer unserer günstigen Onlinekurse zur Verfügung.

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Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

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Kommentare

  1. Martin schreibt:

    Hallo Franziska,

    eine Frage zur Unterscheidung (DD) zwischen spezifischen Phobien und Zwängen, insbesondere Zwangshandlungen:

    Die Zwangshandlungen dienen dem Patienten doch meist dazu, irrationale Ängste und daraus resultierende Spannungen abzubauen. Beispiel: Ein Patient hat bei jeder Berührung einer Türklinke, panische Angst sich mit einer Krankheit zu infizieren und muss sich daher stets die Hände desinfizieren. Ist die Angst vor der Infektion dann nicht (auch) eine spezifische Phobie? Und liegt die Unterscheidung lediglich in der als Zwang empfundenen Handlung des Desinfizierens, die ein Phobiker evtl. nicht hat? In beiden Fällen ist ja auch die Expositionstherapie Mittel der Wahl.

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Martin aus München

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Martin,

      für eine bessere Unterscheidung zwischen spezifischer Phobie (F40.2) und Zwangsstörung (F42) empfehle ich Ihnen eine (z.B. tabellarische) Gegenüberstellung der Merkmale sowie diagnostischen Leitlinien nach ICD-10.

      Beispiele: - Liegen quälende Gedanken mit gewalttätigem oder obszönem (moralisch verwerflichem, abstoßendem) Inhalt vor? - Leistet die betreffende Person erfolglos Widerstand? - Wird das Verhalten von der betroffenen Person in der Regel als sinnlos oder ineffektiv erlebt? - Magisches Denken usw.

      Schauen sie sich vor allem auch die Ätiopathogenese der beiden Störungen an.

      In den Handouts im Handlungsplan (OPS) oder in einem gutes HPP Lehrbuch können Sie sich ebenfalls über den Einsatz der bevorzugten Methoden bei der Behandlung einer spezifischer Phobie und einer Zwangsstörungen informieren.

      Ich wünsche Ihnen weiterhin ein spannendes Lernen und viel Erfolg in Ihrer Prüfung :-)

  2. Klaus schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    manchmal glaube ich, den Unterschied zwischen den Begriffen Epidemologie und Prävalenz verstanden zu haben, und dann lese ich etwas und alles ist wieder weg. So z.B. bei F4: Bei Ihnen lese ich: 12-Monatsprävalenz 16% (Häufigkeit der Angstströrungen).

    In meinem Lehrbuch: Epidemologie 15-30% der Allgemeinbevölkerung und 5 % Lebenszeitprävalenz. Es würde mich freuen, wenn ich eine Erklärung bekommen könnte, die in meinem Kopf hängen bleibt.

    Ich werde am 10.Oktober geprüft und danke Ihnen für Ihre Unterstützung mit Heilpraktikererfolg.

    Viele Grüße aus Schleswig-Holstein

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Klaus,

      die Epidemiologie ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit den Ursachen, Folgen und der Verbreitung von gesundheitsbezogenen Ereignissen (z.B. Rauchen) in einer Bevölkerung – beziehungsweise einem definierten Ausschnitt daraus – beschäftigt (Benesch und Raab-Steiner, 2013).

      Dazu bedient sich die Epidemiologie medizinstatistischer Kennzahlen, wesentlich sind die Prävalenz und Inzidenz.

      Als Prävalenz bezeichnet man vereinfacht ausgedrückt die prozentuale Häufigkeit einer Krankheit oder eines Symptoms in einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts, z.B. innerhalb von 12 Monaten oder des gesamten Lebens.

      Erhebt man die Prävalenz zu einem bestimmten Zeitpunkt (z.B. an einem bestimmten Stichtag), spricht man von Punktprävalenz. Die Lebenszeitprävalenz ist meist höher als die Punktprävalenz.

      Lt. Standardwerk von Möller, Laux und Deister: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (6. Auflage, Thieme Verlag) beträgt die 12-Monats-Prävalenz bei Angststörungen ca. 15%.

      Die Lebenszeitprävalenz für Angsstörungen hingegen wird auf ca. 20% geschätzt.

      Eine Bestimmung der Häufigkeit ist nicht einfach, da insbesondere die einfachen Phobien nicht immer das Alltagsleben beeinträchtigen. Hinzu kommt auch, dass bei manchen epidemiologischen Studien auch leichtere Störungen mit grenzwertigem Krankheitswert mitgezählt werden (z.B. verschiedene leichtere Phobien).

      In den vergangenen (schriftlichen) HPP Prüfung war der Unterschied zwischen den einzelnen Antwortmöglichkeiten jedoch häufig groß und klar genug, um sie i.d.R. eindeutig beantworten zu können.

      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in Ihrer Prüfung und vielleicht berichten Sie, wie es gelaufen ist :-)

  3. Manuela schreibt:

    Hallo Frau Luschas, vielen Dank für ihre Antwort – ich danke Ihnen sehr. Ich halte mich im Lernen an den Ofenstein/Laux und Lieb/Frauenknecht. Im Zweifel natürlich ICD10 ;-) . Ihr gesamter Aufbau und Informationen sind sehr umfangreich und lerngerecht, mit sehr viel Struktur. Ich bin froh, dass ich mit Ihren Seiten vor der Prüfung noch mal “durchtrainieren” kann. Liebe Grüße Manuela

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Manuela,

      Danke für Ihr positives Feedback :-)

      Ich wünsche Ihnen weiterhin ein spannendes Lernen.

      Franziska Luschas

  4. Manuela schreibt:

    Hallo Frau Luschas, noch eine Frage zu Angststörungen. Unbehandelt neigen Angststörungen (Phopie, GAS …) sich zu chronifizieren. Ist damit eine Zunahme der Symptome Z.B. bei der soz. Phobie im Alter zu beobachten? Oder, wie gelesen …”schwächen sich die Symptome mit zunehmendem Alter ab?” Bin schon auf Antwort gespannt. Liebe Grüße Manuela

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Manuela,

      zu der generellen Zu- oder Abnahme der Symptomatik von Angststörungen mit zunehmenden Alter konnte ich den gängigen Lerhbüchern nichts finden.

      Der Verlauf einer Erkrankung hängt in der Regel von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel Manifestationsalter (Kindheit, Erwachsenenalter), frühzeitige Behandlung mit der “richtigen” Therapie (KVT, evtl. Medikamente) oder Komorbidität (Sucht, Depression, Persönlichkeitsstörungen).

      Evtl. ist hier ein Sowohl-als-auch-Denken realistischer und praxisnäher.

      Bei der Agoraphobie kommt es zum Beispiel lt. Lehrbuch (Möller: Psychatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Duale Reihe) häufig zu einem chronischem Verlauf.

      Auch bei der sozialen Phobie wird ohne spezifische Behandlung üblicherweise ebenfalls ein chronischer Verlauf beobachtet. Eine Verstärkung der Angst kann auftreten, wenn durch die bereits bestehende phobische Symptomatik die Leistungsfähigkeit in der Öffentlichkeit weiter eingeschränkt wird.

      Bei spezifischen Phobien ist der Verlauf unterschiedlich. In der Kindheit erworbene Phobien klingen meist ohne Behandlung ab, später erworbene Phobien können dauerhaft persistieren.

      Panikattacken treten meist wiederholt auf, häufig mehrfach pro Woche oder sogar täglich. Die Panikstörung kann episodenhaft verlaufen, häufiger bleibt sie jedoch über Jahre in unterschiedlicher Intensität bestehen.

      Die generalisierte Angststörung besteht ohne Behandlung gewöhnlich über einen Zeitraum von mehreren Jahren bzw. Jahrzehnten. Die Beeinträchtigung der sozialen Anpassung oder der beruflichen Leistungsfähigkeit ist meist geringer als bei anderen Angststörungen.

      Ein spannendes Lernen wünscht Ihnen

      Franziska Luschas

  5. Manuela schreibt:

    Hallo Frau Luschas, beim Trainieren von Prüfungsfragen komme ich auf zwei unterschiedliche Aussagen: In einer Prüfungsfrage wird erwähnt, dass bei der GAS der Patient typischerweise PA erlebt…. andererseits wird beschrieben, dass PA bei GAS nicht vorkommt… was stimmt nun? Ich danke Ihnen für eine Antwort. Liebe Grüße Manuela

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Manuela,

      typisch für die generalisierte Angststörung sind lt. ICD-10 vor allem die folgenden Merkmale:

      - generalisierte, anhaltende und “frei flottierende” Angst - variabel auftretende Beschwerden, wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden - häufig befürchtet der Patient, dass er selbst oder ein Angehöriger demnächst erkranken oder einen Unfall haben könnten.

      Panikattacken sind für eine GAS eher untypisch, können in der Praxis aber vorkommen.

      Im Zweifelsfall empfehle ich Ihnen, sich an die ICD-10 zu orientieren.

      Viele Grüße

      Franziska Luschas