Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung: Hinweise für ein organisches amnestisches Syndrom

von  Franziska Luschas
HPE Prüfungswissen - Schwarz Weiß

Tipp zur Frage 10 aus der schriftlichen HPP Prüfung Oktober 2009

Hinweise für ein organisches amnestisches Syndrom sind

A) Bewusstseinstrübung

Das stimmt nicht!

Das organische amnestische Syndrom, nicht durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingt, finden Sie in der ICD-10 unter F04. Man spricht manchmal auch vom (nicht-alkohol-bedingten) Korsakow-Syndrom.

Es kann zum Beispiel durch Schädel-Hirn-Trauma, Infektionen des Gehirns, Schlaganfälle, Multiple Sklerose oder Hirntumore bedingt sein.

Laut ICD-10 sind beim organisch amnestischen Syndrom unter anderem das Kurz- und Langzeitgedächtnis, nicht aber das Immediat-Gedächtnis (Ultrakurzzeitgedächtnis, wie zum Beispiel Zahlen nachsprechen) beeinträchtigt. 

Die stark reduzierte Fähigkeit, neues Material zu lernen, führt zu anterograder Amnesie (Gedächtnisverlust für eine bestimmte Zeit nach einem schädigenden Ereignis) und zu zeitlicher Desorientierung. Eine retrograde Amnesie (Gedächtnisverlust für den Zeitraum vor Eintreten des schädigenden Ereignisses) ist ebenfalls zu beobachten. Konfabulation kann ein deutliches, aber nicht ständig vorhandenes Merkmal sein.

Außerdem ist der Betroffene nur eingeschränkt fähig, sich vergangene Ereignisse in umgekehrter Reihenfolge in Erinnerung zu rufen.

Wahrnehmung und andere kognitive Funktionen, einschließlich Intellekt, sind im Allgemeinen intakt. Auffällig sind außerdem das Fehlen von Aufmerksamkeits- und Bewusstseinsstörungen, wie beispielsweise der Bewusstseinstrübung. 

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Nachdem Franziska den Diplomstudiengang Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg und die 5-jährige Psychologische Psychotherapeuten Ausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg erfolgreich abgeschlossen hatte, war sie bis 2017 in eigener Praxis tätig. Jetzt bildet sie (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie in Kognitiver Verhaltenstherapie aus. Und sie hilft mit ihrer Bossimkopf Webseite und ihrem Bossimkopf Youtubekanal vielen Menschen, erfolgreich mehr Boss im Kopf zu werden.

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Kommentare

  1. Tina schreibt:

    Liebe Frau Luschas,

    vielen Dank für die eindrückliche Erklärung! :) Der Wurm ( der arme Kerl) wird mich nun immer an die Wahnwahrnehmung erinnern ;)

    Ganz liebe Grüsse Tina

  2. Tina schreibt:

    Hallo Frau Luschas!

    Ich habe eine Frage zu der Prüfungsfrage 18 der Oktober 2009 Prüfung. Ich habe da den sensitiven Beziehungswahn angekreuzt, da ich mir notiert habe, dass dabei Menschen und Dinge auf sich selbst bezogen werden. Wie unterscheide ich das nun zur Wahnwahrnehmung? Ist das die Interpretation mit dem Geschäft?Also ein völlig neue Deutung des Regenwurms…der Bezug zum Geschäft fehlt da völlig?

    Wäre es zum Beispiel anders, wenn der Patient berichtet, dass der Wurm vom Nachbar hingelegt wurde um ihm zum Beispiel zu zeigen was er für ein armer Wurm ist?

    Vielen Dank für ihre tollen Skripte und dem Handlungsplan.Er hilft mir wirklich sehr nicht vom Weg abzukommen!!:)

    Lieben Gruss Tina

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Tina,

      danke für Ihr Feedback.

      Wie ich sehe, sind Sie ein Dranbleiberin :-)

      Beim sensitiven Beziehungswahn (F22.0), spricht die ICD-10 von einer einzelnen lang andauernden Wahnidee, wobei die Wahninhalte variabel sind.

      In der ICD-10 steht dazu beispielsweise:“Oft handelt es sich um einen Verfolgungswahn, hypochondrischen Wahn, Größen-, Querulanten-, Eifersuchtswahn oder einem Wahn, dass der Körper der betreffenden Person deformiert sei, dass andere denken, er oder sie rieche schlecht oder sei homosexuell.”

      Bei dem Begriff “Wahnwahrnehmung” steckt das Wort “Wahrnehmung” drin. Dabei handelt es sich nicht um einen Wahninhalt, sondern um eine Form des Wahnerlebens (siehe dazu auch mein Handout zum Psychopathologischen Befund).

      Bei der Wahnwahrnehmung nimmt der Betroffene etwas tatsächlich Vorhandenes richtig wahr, zum Beispiel den Regenwurm, er misst jedoch dieser Wahrnehmung eine krankhafte Bedeutung bei.

      Beispiel: “Der Wurm ist ein Zeichen von Gott, dass ich der neue Messias bin.” oder “Der Wurm ist ein Hinweis darauf, dass mich morgen Außerirdische abholen.”

      Ich wünsche Ihnen weiterhin ein strukturiertes und entspanntes Lernen.

      Viele Grüße

      Franziska Luschas