Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung März 2018: Fallbeispiel mit verschiedenen Verdachtsdiagnosen

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Fallbeispiele sind in der schriftlichen HPP Prüfung keine Seltenheit mehr.

Auch in der HP Psych. Prüfung März 2018, Frage 1 (Gruppe B), sollten die Prüflinge anhand der Symptome aus einem Fallbeispiel, die wahrscheinlichste Verdachtsdiagnose aus 5 Diagnosen auswählen.

Damit Sie solche Fragen jedoch richtig beantworten können, ist ein grundlegendes Wissen über die diagnostischen Leitlinien bzw. Merkmale psychischer Störungen nach ICD-10 Voraussetzung.

Warum schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen richtig ist

Zunächst ist es wichtig, dass Sie das Fallbeispiel sorgfältig durchlesen, damit Sie keinen Hinweis übersehen. Unterstreichen oder markieren Sie am besten alle Angaben, die für eine Verdachtsdiagnose nach ICD-10 wichtig sind.

Dazu zählen zum Beispiel auch bestehende psychische Auffälligkeiten in der Vorgeschichte, das Alter bei Erstmanifestation, Beginn bzw. Dauer der Erkrankung, äußeres Erscheinungsbild oder (Sprach-)Verhalten des Patienten.

Da in dem Fallbeispiel der Frage 1 (Gruppe B) keine psychischen Auffälligkeiten in der Vorgeschichte bestanden, konnten Prüflinge die Verdachtsdiagnosen postschizophrene Depression (Aussage B) und bipolare affektive Störung (Aussage C) ausschließen.

Auch die Verdachtsdiagnose der Erstmanifestation einer paranoiden Schizophrenie (Aussage A) ist eher unwahrscheinlich. Obwohl der Häufigkeitsgipfel für den paranoid-halluzinatorische Subtyp gewöhnlich im 4. Lebensjahrzehnt liegt, weist die Hauptsymptomatik auf ein depressives und nicht auf ein paranoid-halluzinatorisches Syndrom hin. 

Eine Anpassungsstörung mit kurzer depressiver Reaktion (Aussage E)  ist als Verdachtsdiagnose ebenso unwahrscheinlich. Einmal, weil diese nicht länger als 1 Monat anhält, die Beschwerden des Patienten nach 4 Wochen jedoch noch bestehen. Und zweitens fehlt als ursächlicher Faktor ein belastendes (Lebens-)Ereignis, Situation oder Lebenskrise, wie er für Anpassungsstörungen üblich ist. 

Ein weiteres Abgrenzungskriterium zwischen Anpassungsstörung und schwerer depressiver Episode mit psychotischen Symptomen ist auch die vom Schweregrad her fehlende depressive Symptomatik, die für eine typische Anpassungsstörung nicht typisch ist. 

Lernvideo zur Frage 1 aus der HPP Prüfung März 2018 (Gruppe B) – Verdachtsdiagnose nach ICD-10 

Im Video gehe ich auf die verschiedenen Antwortmöglichkeiten ein. Ich erkläre warum bei diesem Fallbeispiel mit Einfachauswahl einer Verdachtsdiagnose die Lösung D stimmt und warum die anderen Lösungsmöglichkeiten falsch sind.

Außerdem zeige ich am Ende des Videos auch, wo die Teilnehmer am “schriftlichen” Online Orientierungspaket das notwendige Fachwissen im Lernplan nachlesen, vertiefen bzw. wiederholen können.

Zusätzlich erfahren Sie in diesem HPP Lernvideo,

  • was die Wörter apathisch und diffamieren bedeuten.
  • was die typischen Symptome einer depressiven Episode nach ICD-10 sind.
  • wie Sie bei einem Fallbeispiel in der HPP Prüfung am besten vorgehen.
  • dass akustische Halluzinationen, gewöhnlich diffamierende oder anklagende Stimmen, ein Symptom für eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen sein kann.
  • dass bei einer paranoiden Schizophrenie die Plus- bzw. Positivsymptomatik im Vordergrund steht.
  • dass die fehlenden psychischen Auffälligkeiten in der Vorgeschichte des Patienten die Verdachtsdiagnosen postschizophrene Depression und bipolare affektive Störung ausschließen.
  • was mögliche Auslösefaktoren für eine Anpassungsstörung sein können.
  • das Sie wichtiges Prüfungswissen über affektive Störungen im Mindmap, im Orientierungspaket für die schriftliche HPP Prüfung finden.
  • wichtige Tipps zum Lernen nach ICD-10. 

Hilfreicher Lerntipp

Damit sich Ihr Prüfungswissen noch besser in Ihrem Gehirn verankern und mit anderen Wissensinhalten vernetzen kann, haben sich eigene Notizen zu den Trainingsvideos, insb. auch für eine hohe Behaltensrate, als besonders nützlich erwiesen!

Ich wünsche Ihnen eine entspannte Lernphase, eine systematische Prüfungsvorbereitung und viel Erfolg in Ihrer schriftlichen Überprüfung :-)

Um das Video zu starten, klicken Sie auf den Wiedergabeknopf oder auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

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P.P.S.
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