Ist die Kognitive Verhaltenstherapie tatsächlich oberflächlich?

Ist die Kognitive Verhaltenstherapie tatsächlich oberflächlich, weil sie an den Symptomen ansetzt?

Kurze Antwort: Nein.

Ich glaube mich erinnern zu können, dass es da einmal eine Prüfungsfrage gab, in der die Aussagen “nur symptomorientiert” und “oberflächlich” (nicht zu verwechseln mit nicht aufdeckend) als Antwort standen.

Da hat es mich damals schon gewundert, wo dieses scheinbar wahre Wissen über die KVT herkommt. Es fiel mir dann ein, dass ich das schon von HPP Schülern, Dozenten und vor allem von Vertretern anderer psychotherapeutischer Verfahren gehört hatte.

Diese irrige Überzeugung bzw. Meinung (denn mehr ist es nicht) sitzt tief, obwohl sie nicht stimmt. 

Warum die Kognitive Verhaltenstherapie tatsächlich so erfolgreich ist

Richtig ist hingegen:

Die KVT fängt bei den Symptomen an, ja, setzt dann jedoch an den Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen, der Wahrnehmung bzw. Achtsamkeit und natürlich auch am Verhalten an.

Und wenn das Denken, Fühlen, Erinnern und Wahrnehmen oberflächlich, d.h. nicht tiefgehend, sein soll, dann frage ich mich, warum die KVT weltweit die erfolgreichste moderne Psychotherapieform mit den meisten, wissenschaftlich durchgeführten Wirksamkeitsstudien ist.

Es gibt also einen großen Unterschied zwischen einfach mal so glauben oder behaupten, die KVT wäre oberflächlich, weil sie ja nur an den Symptomen ansetze und der psychotherapeutischen Realität, die deutlich zeigt, dass das Ansetzen an den Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen, der Wahrnehmung und dem Verhalten eine hohe, nachweisbare Wirksamkeit besitzt.

Es ist dann häufig nicht notwendig, noch tiefer zu gehen, z.B. unbewusste Konflikte aufzudecken oder stärkere emotionale Reaktionen auszulösen, was auch häufig schmerzhafter ist, wenn die KVT doch schon an tiefen psychischen Prinzipien ansetzt. Und das mit großem Erfolg, wie die zahlreichen Studien klar belegen (vgl. hierzu auch Grawe).

In ähnlicher Form gab ich erst vor einigen Tagen eine Antwort auf folgende Frage:

Hallo Frau Luschas, mir ist ihre Ausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie aufgefallen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich mich nicht doch lieber in einem aufdeckenden Verfahren ausbilden lassen soll, weil das tiefer geht und den Patienten dann doch besser geholfen werden kann. Was würden Sie mir raten?

Von dieser Anfragerin habe ich dann bisher nichts mehr gehört …

Aber um auch im Rahmen dieses Artikels etwas mehr Realitätsbezug in das Dickicht der psychotherapeutischen Überzeugungen und bloßen Meinungen bringen zu können, dafür hat sich die kurze Beantwortung meines Erachtens schon gelohnt.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Nachdem Franziska den Diplomstudiengang Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg und die 5-jährige Psychologische Psychotherapeuten Ausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg erfolgreich abgeschlossen hatte, war sie bis 2017 in eigener Praxis tätig. Jetzt bildet sie (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie in Kognitiver Verhaltenstherapie aus. Und sie hilft mit ihrer Bossimkopf Webseite und ihrem Bossimkopf Youtubekanal vielen Menschen, erfolgreich mehr Boss im Kopf zu werden.

P.S.
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P.P.S.
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