Schizophrenie Leitfaden für die Prüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie (HPG)

von  Franziska Luschas
HeilpraktikerErfolg Schizophrenie Zusammenfassung als gehirngerechtes Mindmap

Fragen zur Schizophrenie gehören seit Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit sowohl zur schriftlichen als auch teils zur mündlichen Überprüfung zum “Kleinen Heilpraktiker”. 

Wenn Sie die psychischen Störungen nach der ICD-10, Kapitel V (F) lernen, dann hat es sich nach meiner Erfahrung als hilfreich erwiesen, nach einer gewohnten und bewährten Struktur vorzugehen. Dadurch erhöht sich die Chance, dass Sie Ihr Wissen in beiden Überprüfungen beim Gesundheitsamt ebenfalls systematisch abrufen und dadurch weniger vergessen.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Durch diesen nachvollziehbaren Leitfaden “gewöhnt” sich Ihr Gehirn an eine Struktur, die Ihnen beim Lernen von anderen psychischen Erkrankungen ebenfalls zugutekommt. Und was Sie öfters machen, geht immer schneller und besser oder neurophysiologisch ausgedrückt: Umso stärker die Bahnung, desto effizienter das Lernen!

Und so könnte ein vereinfachter Lern-Leitfaden zum Thema Schizophrenie aussehen:

Leitfaden zum gehirngerechten Lernen mit System

1. Schizophrenie Definition

  • Die Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, bei der v.a. das Denken, Erleben (Wahrnehmen) und Fühlen (Affektivität) gestört ist

2. Schizophrenie Epidemiologie (Auftreten)

  • Schizophrenie tritt bei ca. 1% bei Männern und Frauen, in allen Kulturen, etwa gleich häufig auf
  • Ersterkrankung häufig in der Adoleszenz (= Heranwachsende) und im frühen Erwachsenenalter
  • 80% der Erkrankungen beginnen vor dem 40. Lebensjahr.
  • Frauen erkranken 5-7 Jahre später als Männer (“Östrogenschutz”?)
  • Erkrankungsrisiko für Verwandte: Geschwister: ca. 10%, eineiige Zwillinge: 50%, Kinder mit einem erkrankten Elternteil: ca. 15%, beide Eltern: 40-70%

3. Schizophrenie Ätiologie (Ursachen)

  • Multifaktorielle Ursachen (bio-psycho-sozial)
  • Siehe auch Vulnerabilitäts-Stress-Modell  
  • Z.B. genetische, prä- bzw. perinatale, neurobiologische, psycho-soziale Faktoren

4. Schizophrenie Symptome und Diagnose

  • Dauer der Symptomatik > 1 Monat
  • Symptome in den Kategorien inhaltliche, formale Denkstörungen, Ich-Störungen, Affektivität, Wahrnehmungsstörungen und Psychomotorik, im Rahmen des Psychopathologischen Befundes, lernen!
  • Selbst- und Fremdgefährdung!
  • Typische Merkmale der paranoiden, hebephrenen, katatonen Schizophrenie und Schizophrenia simplex 
  • Einteilung  der Symptome in Minus- und Plussymptomatik
  • Symptome ersten und zweiten Ranges nach Schneider   
  • Einteilung der Symptome in Grundsymptome (= 4 A`s) und akzessorische Symptome nach Bleuler

5. Schizophrenie Verlauf und Prognose

  • Grob: Drittelregel
  • Bei ca. 1/3 der Patienten kommt es nach einer (oder mehrmaligen) Krankheitsepisode(n) zur Heilung oder leichten Residualzuständen
  • Ca. 1/3 erkrankt erneut in Phasen (dazwischen Residualsymptome oder symptomfreie Intervalle)
  • Bei ca. 1/3 kommt es zu einem progredienten oder chronischen Krankheitsverlauf (in Richtung Minussymptomatik)
  • Suizid bei 5-10% der Erkrankten

6. Schizophrenie Therapie

  • Psychopharmaka: V.a. Antipsychotika (Neuroleptika: hoch-, mittel-, niederpotent, atypisch), Benzodiazepine
  • Soziotherapie (Arbeits- und Beschäftigungstherapie, betreutes Wohnen, usw.)
  • Psychotherapie (i.d.R. stützend, aufklärend, nicht aufdeckend)
  • EKT (Elektrokrampftherapie) v.a. bei lebensbedrohlichen Zuständen, wie perniziöser (bösartiger) Katatonie

Hinweis: Teilnehmer am Online Orientierungspakets zur Vorbereitung auf die schriftliche HP Psych. Prüfung können das oben im Artikelbild erkennbare Schizophrenie Überblicks-Mindmap und auch das umfangreiche Schizophrenie Handout als PDF Dateien zum Ausdrucken und Lernen auf ihren Computer, ihr Notebook oder Tablett herunterladen.

Weitere Informationen zur unseren bewährten Onlinekurse zur Prüfungsvorbereitung auf die schriftliche und mündliche Heilpraktiker für Psychotherapie Überprüfungen erhalten Sie hier.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Nachdem Franziska den Diplomstudiengang Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg und die 5-jährige Psychologische Psychotherapeuten Ausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg erfolgreich abgeschlossen hatte, war sie bis 2017 in eigener Praxis tätig. Jetzt bildet sie (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie in Kognitiver Verhaltenstherapie aus. Und sie hilft mit ihrer Bossimkopf Webseite und ihrem Bossimkopf Youtubekanal vielen Menschen, erfolgreich mehr Boss im Kopf zu werden.

P.S.
Und wenn meine kostenlosen und qualitativ hochwertigen Artikel, Videos und Materialien für Ihre HP Psychotherapie Prüfungsvorbereitung hilfreich waren, dann empfehle ich Ihnen hier auch die beiden Online Orientierungspakete zur Vorbereitung auf die schriftliche und mündliche HP Psych. Überprüfung.

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Und wissen Sie schon, dass wir eine Ausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie anbieten, die speziell für HPP Selbstzahlerpraxen entwickelt wurde? Falls nicht, dann können Sie sich hier weiter über diese praktische und integrative KVT Qualitätsausbildung informieren.

Kommentare

  1. Carmen schreibt:

    Hallo Frau Luschas:-)

    Ich sitze seit einigen Tagen an der Schizophrenie und komme ganz gut klar. Was mich ein bisschen oder ein bisschen viel:-) verwirrt, sind die verschiedenen Arten die Symptome lenen zu müssen. Grundsymtome, Akzessorische Symptome, 4 bzw. 6 A’s, Negativ und Positivsymptome,Erstrangsymptome und Zweitrangsymptome….. Können Sie mir hier einen Tipp geben? Ich habe den Überblick verloren. Viele Grüße aus dem Tälchen

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Carmen,

      meine Empfehlung:

      1. Gehen Sie systematisch nach dem Lern- bzw. Handlungsplan vor.

      2. Überspringen Sie keine Schritte und lassen Sie sich auch nicht ablenken.

      3. Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick, wie z.B. durch mein Schizophrenie Mindmap, und lernen Sie erst dann die Details, z.B. aus meinem Handout und einem guten HP Psychotherapie Buch.

      4. Führen Sie die X Prozess Entspannung (oder eine andere) immer wieder durch. Ein entspannter Kopf lernt besser und es bleibt mehr im Gedächtnis hängen.

      5. Wiederholen Sie den Stoff regelmäßig, so dass Ihr Gehirn ihn immer besser verankern kann. Dann werden Ihnen die wesentlichen Zusammenhänge Schritt für Schritt klarer.

      6. Schreiben Sie die Original Prüfungen (die ich im Handlungsplan an wichtigen Stellen eingefügt habe) und wiederholen Sie bei Fehlern die relevanten Wissenscluster.

      7. Belohnen Sie sich nach getaner Arbeit, z.B. durch einen schönen Spaziergang :-)

      Falls Sie sich an die 7 Schritte halten sollten, werden Sie bald feststellen, dass Sie mehr und mehr HPP Verständnis aufbauen werden.

      Viele Grüße aus dem schönen Fürth

  2. Martin schreibt:

    Hallo Franziska,

    eine Frage zur Differentialdiagnose zwischen Schizophrenie (F20.0) und anhaltender wahnhafter Störung (F22.0):

    lt. ICD-10 reicht für die Diagnose Schizophrenie ein eindeutiges Symptom der ersten Gruppe, also z.B. ein ausgeprägter Kontrollwahn. Es ist nicht die Rede von zusätzlichen Symptomen als Bedingung für die Diagnose.

    Gleichzeitig reicht ein derartiger Wahn, insoweit er das einzige bzw. auffälligste Symptom darstellt auch für die Diagnose wahnhafte Störung.

    Widerspricht sich die ICD-10 hier nicht? Oder ist die Diagnosestellung bei einzelnen, aber anhaltenden Wahnsymptomen etwas willkürlich?

    Liebe Grüße aus München nach Franken

    Martin

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Martin,

      da haben Sie nicht ganz unrecht, denn die wahnhafte Störung gehört zu einer der Differenzialdiagnosen der Schizophrenie.

      Allerdings ist gerade der Kontrollwahn nicht typisch für die F22.0.

      Lt. ICD-10 heißt es hier: “Eindeutige und anhaltende akustische Halluzinationen (Stimmen), schizophrene Symptome wie Kontrollwahn oder Affektverflachung und eine eindeutige Gehirnerkrankung sind nicht mit der Diagnose vereinbar”.

      Obwohl die wahnhafte Störung mit einer Schizophrenie verwechselt werden kann, ist sie keine schizophrene Psychose. Um den Unterschied jedoch zu erkennen, braucht es neben charakteristischen Hinweisen wie Symptomatik, Dauer, Alter, Verlauf … viel Erfahrung.

      Beispielsweise ist der Wahn bei den wahnhaften Störungen (F22) gegenüber dem Wahn bei Schizophrenie nicht so bizarr und damit weniger (psychosozial) beeinträchtigend. Der Wahn beinhaltet also Situationen, die eintreten könnten wie z.B. verfolgt, vergiftet, infiziert oder vom Ehepartner betrogen zu werden.

      Weiterführende Fragen beantworte ich ggf. in meiner geplanten Online Fragen & Antworten Runde, im September. Mehr dazu erfahren Sie demnächst auf Ihrer privaten Startseite.

      Ich wünsche Ihnen noch ein spannendes Lernen und viel Erfolg in Ihrer Prüfung :-)

  3. Sandra schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    ich hänge schon seid einiger Zeit an den Begriffen “Kognition” und “Wahrnehmung”. Bisher ging ich davon aus, dass die Wahrnehmung ein Teil der Kognition ist. Im ICD-10 werden die beiden Begriffe jedoch separat aufgezählt (z.B. bei F1x.0_G2.) Nach dem Reinlesen in Ihr Skript zum Thema KVT würde ich es jetzt genau anders herum verstehen: Die Kognitionen sind ein Teil der Wahrnehmung.? Wahrnehmung ist demnach nicht mit der einfachen Informationsaufnahme (z.B. ich sehe einen Ball) gleichzusetzen, sondern mit der bereits verarbeiteten Information die zusätzliche Assoziationen wie positive Erinnerungen, Imagination, … enthalten kann. Habe ich das jetzt richtig verstanden? Das würde aber noch immer nicht erklären warum der ICD-10 beides in einem Satz erwähnt. Ich bin verwirrt :) und sehr gespannt auf Ihre Antwort. Schon mal vielen Dank dafür!

    Viele Grüße Sandra

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Sandra,

      das ist alles eine Frage der Definitorik. Manche Professoren weiten den Kognitionsbegriff auch auf die Wahrnehmung aus. Andere wiederum trennen es. Da gibt es meines Erachtens keine richtige Antwort, weil die Begriffsbestimmungen von dem jeweiligen Forschungsinteresse, der Definitorik und vielen anderen Faktoren abhängig ist.

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