Schizophrenie Leitfaden für die Prüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie (HPG)

HeilpraktikerErfolg Schizophrenie Zusammenfassung als gehirngerechtes Mindmap

Fragen zur Schizophrenie gehören seit Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit sowohl zur schriftlichen als auch teils zur mündlichen Überprüfung zum “Kleinen Heilpraktiker”. 

Wenn Sie die psychischen Störungen nach der ICD-10, Kapitel V (F) lernen, dann hat es sich nach meiner Erfahrung als hilfreich erwiesen, nach einer gewohnten und bewährten Struktur vorzugehen. Dadurch erhöht sich die Chance, dass Sie Ihr Wissen, in beiden Überprüfungen beim Gesundheitsamt ebenfalls systematisch abrufen und dadurch weniger vergessen.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Durch diesen nachvollziehbaren Leitfaden “gewöhnt” sich Ihr Gehirn an eine Struktur, die Ihnen beim Lernen von anderen psychischen Erkrankungen ebenfalls zugutekommt. Und was Sie öfters machen, geht immer schneller und besser oder neurophysiologisch ausgedrückt: Umso stärker die Bahnung, desto effizienter das Lernen!

Und so könnte ein vereinfachter Lern-Leitfaden zum Thema Schizophrenie aussehen:

Leitfaden zum gehirngerechten Lernen mit System

1. Schizophrenie Definition

  • Die Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, bei der v.a. das Denken, Erleben (Wahrnehmen) und Fühlen (Affektivität) gestört ist

2. Schizophrenie Epidemiologie (Auftreten)

  • Schizophrenie tritt bei ca. 1% bei Männern und Frauen, in allen Kulturen, etwa gleich häufig auf
  • Ersterkrankung häufig in der Adoleszenz (= Heranwachsende) und im frühen Erwachsenenalter
  • 80% der Erkrankungen beginnen vor dem 40. Lebensjahr.
  • Frauen erkranken 5-7 Jahre später als Männer (“Östrogenschutz”?)
  • Erkrankungsrisiko für Verwandte: Geschwister: ca. 10%, eineiige Zwillinge: 50%, Kinder mit einem erkrankten Elternteil: ca. 15%, beide Eltern: 40-70%

3. Schizophrenie Ätiologie (Ursachen)

  • Multifaktorielle Ursachen (bio-psycho-sozial)
  • Siehe auch Vulnerabilitäts-Stress-Modell  
  • Z.B. genetische, prä- bzw. perinatale, neurobiologische, psycho-soziale Faktoren

4. Schizophrenie Symptome und Diagnose

  • Dauer der Symptomatik > 1 Monat
  • Symptome in den Kategorien inhaltliche, formale Denkstörungen, Ich-Störungen, Affektivität, Wahrnehmungsstörungen und Psychomotorik, im Rahmen des Psychopathologischen Befundes, lernen!
  • Selbst- und Fremdgefährdung!
  • Typische Merkmale der paranoiden, hebephrenen, katatonen Schizophrenie und Schizophrenia simplex 
  • Einteilung  der Symptome in Minus- und Plussymptomatik
  • Symptome ersten und zweiten Ranges nach Schneider   
  • Einteilung der Symptome in Grundsymptome (= 4 A`s) und akzessorische Symptome nach Bleuler

5. Schizophrenie Verlauf und Prognose

  • Grob: Drittregel
  • Bei ca. 1/3 der Patienten kommt es nach einer (oder mehrmaligen) Krankheitsepisode(n) zur Heilung oder leichten Residualzuständen
  • Ca. 1/3 erkrankt erneut in Phasen (dazwischen Residualsymptome oder symptomfreie Intervalle)
  • Bei ca. 1/3 kommt es zu einem progredienten oder chronischen Krankheitsverlauf (in Richtung Minussymptomatik)
  • Suizid bei 5-10% der Erkrankten

6. Schizophrenie Therapie

  • Psychopharmaka: V.a. Antipsychotika (Neuroleptika: hoch-, mittel-, niederpotent, atypisch), Benzodiazepine
  • Soziotherapie (Arbeits- und Beschäftigungstherapie, betreutes Wohnen, usw.)
  • Psychotherapie (i.d.R. stützend, aufklärend, nicht aufdeckend)
  • EKT (Elektrokrampftherapie) v.a. bei lebensbedrohlichen Zuständen, wie perniziöser (bösartiger) Katatonie

Und laden Sie sich als Onlinekursteilnehmerin zur Vorbereitung auf die HeilpraktikerErfolg Überprüfung nachfolgend meine bewährte Schizophrenie Überblicks-Grafik (Mindmap) zum besseren Einprägen und Vertiefen der Lerninhalte herunter.

Hinweis: Das Schizophrenie Mindmap, das Sie oben im Artikelbild sehen, können sich Teilnehmer am Online Orientierungspaket zur Vorbereitung auf die schriftliche Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung als PDF Datei zum Ausdrucken auf ihren Computer herunterladen. Mehr Informationen dazu bekommen Sie hier.

Auf IHREN Erfolg in Prüfung und Praxis!

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach absolvierte Sie erfolgreich die 5-jährige Psychologische Psychotherapeutenausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie beim IVS Nürnberg. Nach 10-jähriger psychotherapeutischer Tätigkeit leitet sie mit Uwe Luschas die piKVT Ausbildung für (angehende) Heilpraktiker Psychotherapie. Außerdem hilft sie mit ihrer Selbsthilfe-Webseite BossImKopf.de tausenden Menschen, mehr "Boss im Kopf" zu werden.

P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

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Kommentare

  1. Sandra schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    ich beschäftige mich gerade mit dem Thema Alkohol und bin irritiert bzgl. der Angabe der Dauer einer Alkoholhalluzinose F10.5. ICD-10: >48Std. aber nicht länger als 6Monate
    Ihr Skript: wenige Wochen bis Monate, chronischer Verlauf möglich
    Chronischer Verlauf wäre doch länger als 6Monate, oder?
    Wie wäre das denn nach ICD-10 zu schlüsseln?

    Danke und schöne Grüße aus dem Odenwald
    Sandra

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Sandra,

      in der ICD-10 heißt es, dass die A-halluzinose während oder unmittelbar nach Einnahme der Substanz (gewöhnlich innerhalb von 48 Stunden) auftritt.

      Die 48 Stunden haben jedoch nichts mit der Dauer der Störung zu tun.

      Die Störung geht nach ICD-10 “typischerweise innerhalb eines Monats zumindest teilweise, innerhalb von sechs Monaten vollständig zurück” (= Dauer).

      Obwohl der chronische Verlauf bei der Alkoholhalluzinose in der ICD-10 (9. Auflage) nicht extra aufgeführt wird, heißt das nicht, dass er in der Praxis nie auftritt.

      Tölle & Windgassen schreiben beispielsweise in ihrem Buch (Psychiatrie: Einschließlich Psychotherapie, Springer-Lehrbuch, 17. Auflage, S. 156):

      “Wird der Alkohol abgesetzt, so klingt die Halluzinose in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage ab. Trinken die Patienten wieder, so kommt es leicht zu einem Rezidiv. Bei ungefähr einem Fünftel der Fälle wird die Alkoholhalluzinose chronisch. Stets sind dann auch psychoorganische Störungen, im Extremfall eine Demenz festzustellen.”

      Dieser Inhalt deckt sich auch mit den Informationen anderer Psychiatrie Standard Lehrbücher, wie z.B. Möller, Laux, Deister (Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, 5. Auflage).

      Ich wünsche Ihnen noch ein entspanntes Lernen, eine gute Vorbereitung und viel Erfolg in der Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung :-)

  2. Barbara schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    vielen Dank für Ihre guten Materialien – insbesondere zur Schizophrenie. Nun stellt sich mir noch eine Verständnisfrage zur Symptomatik: bei den allgemeinen Diagnoseleitlinien in der ICD-10 (rot) steht unter G1 1. kommentierende oder dialogische Stimmen – an anderer Stelle wird auch auf die Stimmen in 3. Person verwiesen. Bei der Unterform der paranoiden Schizophrenie steht in der ICD-10 drohende oder befehlende Stimmen. – Diese müssten dann ja in der 2. Person vorliegen?! Bei R. Schneider (350 Fallgeschichten …) steht unter der Lerneinheit “Depressive Syndrome” ein Achtung! Stimmen in Du-Form finden sich bei schweren depressiven oder manischen Episoden, nicht verwechseln mit der Schizophrenie! Könnten Sie den Sachverhalt bitte aufklären.

    Herzlichen Dank im voraus!

    Barbara

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Barbara,

      Danke für Ihr positives Feedback :-)

      Mein Tipp bei (scheinbaren) Widersprüchen: Halten Sie sich im Zweifelsfall an die ICD-10. Das Hinzuziehen eines weiteren Lehrbuchs oder einer seriösen Internetseite könnten ebenfalls zur Aufklärung beitragen.

      In der Dualen Reihe, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, 5. Auflage, von Möller, Laux und Deister steht beispielsweise auf Seite 165:

      “Auch Halluzinationen kommen bei Schizophrenien häufig vor. Besonders charakteristisch sind akustische Halluzinationen in Form des Stimmenhörens.
      Dabei hört der Kranke Stimmen, die ihn ansprechen, beschimpfen oder ihm Befehle erteilen (imperative Stimmen), sich untereinander über ihn unterhalten (dialogisierende Stimmen), sein Verhalten kommentieren (kommentierende Stimmen). Zu den akustischen Halluzinationen gehört auch das Gedanken-laut-Werden, also das vermeintliche Hören eigener Gedanken.”
      (siehe auch mein Handout zu F2 im Handlungsplan, Folie 39)

      Am Ende meines F2 Handouts steht beispielsweise als Aussage 4 unter der Prüfungsfrage 17, wo nach dem Störungsbild der Schizophrenie gefragt wird, “Akustische Halluzinationen können die Form imperativer Stimmen annehmen”.

      Soweit ich weiß, ist in der schriftlichen Prüfung bisher nicht nach “Du” oder “Sie” Form gefragt worden. Wichtiger ist hier nach meiner Erfahrung, welche Form das Stimmenhören annehmen kann, also z.B. dialogisierend usw.

      Ich wünsche Ihnen weiterhin ein spannendes Lernen.

  3. Tabea schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    auch von mir zunächst ein herzliches Dankeschön für die klare übersichtliche Konzentriertheit von HeilpraktikerErfolg.de und speziell dieses Vorbereitungspakets…

    Die Ordnung ist wohltuend für den Geist und somit also auch psychohygienisch wertvoll :-) .

    Eine Frage, die ich jetzt schon etwas länger bewege ist, ob es eine griffige Unterscheidungsmöglichkeit zwischen einer Schizophrenieform mit starker Negativsymptomatik (wie der Schizophrenia simplex zum Beispiel) und einer leichten depressiven Störung (eventuell der Dystymia)gibt. Die ICD-10 beschreibt für die Schizophrenia simplex neben der Negativsymptomatik merkwürdiges Verhalten – ohne das jedoch genauer zu klassifizieren…

    Die Negativsymptomatik der beiden Störungsbilder scheint sehr ähnlich zu sein oder gibt es hier auch schon wichtige Unterschiede?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Vielen Dank und Gruß,

    Tabea

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Tabea,

      Danke für Ihr Lob :-)

      Unter den diagnostischen Leitlinien in der ICD-10 (9. Auflage) steht nicht umsonst: “Eine Schizophrenia simplex ist nur sehr schwer sicher zu diagnostizieren [...]. Die Stellung dieser Diagnose wird nicht emphohlen!”.

      Eine Unterscheidungsmerkmal zwischen dieser Schizophrenieform und einer leichten depressiven Episode könnte zum Beispiel seim:

      - Dauer der Störung
      - Progredienz der Symptomatik
      - evtl. Schwankungen im Tagesverlauf

      Der nach meiner Erfahrung wesentliche Unterschied liegt jedoch darin, dass es den Betroffenen in einer Schizophrenia simplex – im Gegensatz zu einer Dysthymie oder leichten depressiven Episode – (fast) nicht möglich, seine sozialen, häuslichen und beruflichen Aktivitäten fortzusetzen.

      Zusätzlich verschlechtert sich zum Beispiel bei der Schizophrenia simplex auch die kognitive Leistungsfähigkeit immer mehr. Die Prognose ist eher schlecht.

      Ein spannendes Lernen wünscht Ihnen

      Franziska Luschas

  4. Nicole schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    beim Lernen bin ich heute auf die Frage nach dem Unterschied zwischen Schizotyper Störung und Schizoider Persönlichkeitsstörung gestoßen. Ich habe mir beides mehrfach durchgelesen und weiß dass beides nicht verwechselt werden soll/darf. Aber verstanden habe ich es leider nicht. Mir fehlt eine einfache Erklärung, ein prägnanter Unterschied, damit der Groschen fällt und ich den Unterschied verstehe. Der Satz, dass die Schizotype Störung gewöhnlich die Entwicklung und den Verlauf einer Persönlichkeitsstörung hat, hat mich noch mehr verwirrt, da es mir den Unterschied noch weniger erkennbar machte.
    Ich stehe auf dem Schlauch.
    Ich würde mich freuen, wenn Sie ein wenig Licht ins Dunkel bringen ;-)

    Liebe Grüße

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Nicole,

      lesen Sie dazu im schriftlichen Orientierungspaket unter F6 das Handout zu den Persönlichkeitsstörungen. Dort stelle ich unter Punkt 2 (Symptomatik und Untergruppen) die wichtigsten Unterschiede zwischen schizotyper Störung, schizoider und paranoider Persönlichkeitsstörung (so gut wie möglich) gegenüber.

      Laut ICD-10 (9. Auflage) wird die schizotype Störung als diagnostische Kategorie nicht zum allgemeinen Gebrauch empfohlen, “da keine klaren Grenzen zur Schizophrenia simplex oder zu den schizoiden oder paranoiden Persönlichkeitsstörungen vorhanden sind.”

      Unter der Kategorie F21 (schizotype Störung) in der der ICD-10 finden Sie deshalb unter “Dazugehörige Begriffe” auch zahlreiche Synonyme wie Borderline Schizophrenie, Grenzpsychose oder schizotype Persönlicheitsstörung.

      Gerade in der klinischen Psychologie ist eine eindeutige Zuordnung zu bestimmten Diagnosen nicht immer praktisch umsetzbar. Aus diesem Grund macht es nach meinen Erfahrungen wenig Sinn, dass die Prüfer nach eindeutigen Unerschieden fragen.

      Wichtiger ist es meiner Meinung nach, dass Sie die schizoide Persönlichkeitsstörung als mögliche Differenzialdiagnose zur schizotypen Störung angeben ud so gut wie möglich begründen können.

      Ich empfehle Ihnen, die Gedächtnisprotokolle Ihres Prüfungsamtes sorgfältig und kritisch zu studieren, damit Sie einen Eindruck bekommen, welche Themen in der mündlichen Prüfung wichtig sein könnten.

      Weiterhin ein spannendes Lernen wünscht Ihnen

      Franziska Luschas

  5. Betül schreibt:

    Liebe Frau Luschas,

    ich habe eine Frage zur schizoaffektiven Störung.
    Nach eingehendem Studium des Kapitels aus dem Buch Möller/Laux und der ICD-10 empfinde ich eine bestimmte Stelle als Diskrepanz:

    Möller/Laux schreibt “… Die ICD-10 verlangt in der schizomanischen bzw. schizodepressiven Episode die gleichzeitige Erfüllung der Kriterien einer manischen bzw. depressiven Episode mittelgradigen oder schweren Ausmaßes und das Vorhandensein von mindestens einem prototypischen schizophrenen Symptom wie Kontrollwahn, Gedankenausbreitung oder Gdankenentzug für eine mit den affektiven Symptomen gleichzeitige Dauer von mindestens 2 Wochen.”

    Die ICD-10 besagt:
    Episodische Störungen, bei denen sowohl affektive als auch schizophrene Symptome auftreten, ABER DIE WEDER DIE KRITERIEN für Schizophrenie NOCH für eine depressive oder manische Episode erfüllen. Andere Zustandsbilder, bei denen affektive Symptome eine vorher bestehende Schizophrenie überlagern, oder bei denen sie mit anderen anhaltenden Wahnkrankheiten gemeinsam auftreten oder alternieren, sind unter F20-F29 zu kodieren….”

    Sind diese Aussagen nicht gegensätzlich oder habe ich mich da gerade verzettelt?

    Auch hier wieder KEINE Zeitangabe in der ICD-10 aber im Buch stehen 2 Wochen! Wie kommt das?

    Vielen Dank für Ihre Antwort

    Viele liebe Grüße

    BEBE

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Betül,

      ja, da haben Sie recht, denn die Definition der schizoaffektiven Psychosen ist uneinheitlich. Deshalb sind die verschiedenen Definitionsversuche als vorläufig anzusehen (siehe auch Möller/Laux).

      In der Einleitung der “blauen” ICD-10, Kapitel V(F), 9. Auflage, steht beispielsweise dazu:

      “Die zur Zeit vorliegenden Forschungsergebnisse erlauben nach wie vor keine endgültige Entscheidung darüber, ob die schizoaffektive Störung (F25), wie sie in der ICD-10 definiert wird, dem Abschnitt F20-F29 (Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störung) oder dem Abschnitt F30-F39 (affektive Störungen) zuzuordnen ist.

      Jetzt zu Ihrer Frage:

      In der ICD-10 steht unter ‘Diagnostische Leitlinien’:

      “Die Diagnose schizoaffektive Störung sollte nur dann gestellt werden, wenn sowohl eindeutig schizophrene als auch eindeutig affektive Symptome gleichzeitig oder nur durch wenige Tage getrennt während derselben Krankheitsepisode vorhanden sind; als Konsequenz hieraus erfüllt die Krankheitsepisode weder die Kriterien für eine Schizophrenie noch für eine depressive oder manische Episode“.

      Hilfreiche, weiterführende Fragen:

      - Sind die affektiven Symptome für die Diagnose Schizophrenie im gleichen Ausmaß (Schwere, Häufigkeit) wie die schizophrenen Symptome erforderlich?

      - Sind die schizophrenen Symptome für die Diagnose depressive bzw. manische Episode im gleichen Ausmaß wie die affektiven Symptome erforderlich?

      Oder anders ausgedrückt:

      - Wenn A (Kritierien für Schizophrenie) + B (Kritierien für affektive Störung) = AB (Kriterien für schizoaffektive Störung) ist, dann kann A bzw. B – für sich einzeln genommen – nicht dasselbe wie AB sein.

      HeilpraktikerErfolg Tipp:

      Nach meiner Erfahrung bleibt am meisten hängen und scheinbar widersprüchliche Aussagen bekommen Sinn, wenn Sie systematisch lernen und regelmäßig wiederholen:

      Stellen Sie beispielsweise die zentralen Merkmale der diagnostischen Leitlinien (F3, F2 und 25) in einer 3 Spalten Tabelle so nebeneinander, dass Sie sie gut vergleichen können.

      Ihre Frage zu den Zeitangaben habe ich bereits an anderer Stelle beantwortet.

      Viele Grüße

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